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Weniger Patienten im Wartezimmer dank Videosprechstunde
Startschuss für „Digitales Gesundheitsforum Wenden“

Stellten die ungewöhnliche Kooperation vor (v. l.): Stefan Spieren (Arzt aus Hünsborn), Michael Bieker (Die Grünen), Ulrike Klein „Haus Elisabeth“ Rothemühle), Bürgermeister Bernd Clemens, Ludger Wurm (CDU), Dietmar Müller (Moderator), Sibille Niklas (SPD), Nicole Williams (Gemeinde Wenden), Beate Clemens-Harmening (Ärztin aus Gerlingen) und Silke von Bültzingslöwen (St.-Josefsheim Wenden).
  • Stellten die ungewöhnliche Kooperation vor (v. l.): Stefan Spieren (Arzt aus Hünsborn), Michael Bieker (Die Grünen), Ulrike Klein „Haus Elisabeth“ Rothemühle), Bürgermeister Bernd Clemens, Ludger Wurm (CDU), Dietmar Müller (Moderator), Sibille Niklas (SPD), Nicole Williams (Gemeinde Wenden), Beate Clemens-Harmening (Ärztin aus Gerlingen) und Silke von Bültzingslöwen (St.-Josefsheim Wenden).
  • Foto: hobö
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

hobö Wenden. Trotz der Schutzmaske war Bürgermeister Bernd Clemens die Freude deutlich anzusehen, als er am Mittwochvormittag vor dem Wendener Rathaus den Startschuss für das „Digitale Gesundheitsforum Wenden“ (DiGeFo) abgab. „Wir wollen mit diesem Projekt Hoffnung und Zuversicht vermitteln“, begründete der Verwaltungschef, warum die Gemeinde Wenden am ersten Tag des verschärften Lockdowns ein Pressegesprächs einberufen hatte. Außerdem wolle man so zeigen, dass das öffentliche Leben weitergehe, nicht alles stillstehe. Überdies sei ihm das Projekt sehr wichtig.

hobö Wenden. Trotz der Schutzmaske war Bürgermeister Bernd Clemens die Freude deutlich anzusehen, als er am Mittwochvormittag vor dem Wendener Rathaus den Startschuss für das „Digitale Gesundheitsforum Wenden“ (DiGeFo) abgab. „Wir wollen mit diesem Projekt Hoffnung und Zuversicht vermitteln“, begründete der Verwaltungschef, warum die Gemeinde Wenden am ersten Tag des verschärften Lockdowns ein Pressegesprächs einberufen hatte. Außerdem wolle man so zeigen, dass das öffentliche Leben weitergehe, nicht alles stillstehe. Überdies sei ihm das Projekt sehr wichtig.
Vor dem Rathaus begrüßte Clemens die Ärztin Beate Clemens-Harmening und den Arzt Stefan Spieren als „Keimzelle der Initiative“, Dieter Müller als Moderator, Nicole Williams als „Kümmerin“ der Gemeinde, die Leiterinnen der Senioreneinrichtungen im Wendener Land, Ulrike Klein („Haus Elisabeth“ in Rothemühle) und Silke von Bültzingslöwen (St.-Josefsheim in Wenden) sowie für die Ratsfraktionen Ludger Wurm (CDU), Sibille Niklas (SPD) und Michael Bieker (Bündnis 90/Die Grünen). Die UWG hatte sich wegen des Lockdowns entschuldigen lassen.

Sorge vor Ansteckung

Wer krank ist, braucht eines sicher nicht: stundenlang in einem überfüllten Wartezimmer zu sitzen. Und gerade in Zeiten der Corona-Pandemie meiden viele und insbesondere ältere Menschen den Gang in die Praxis – aus Sorge, sich dort anzustecken. Sollte ein Hausbesuch nicht unbedingt notwendig sein, aber doch ein persönliches Gespräch vom Patienten oder Arzt als sinnvoll erachtet werden, kann dies auch per „Videosprechstunde“ geschehen. Die Idee der Videosprechstunde ist zwar nicht neu, doch mit dem „Digitalen Gesundheitsforum Wenden“ wollen die Gemeinde und die Hausärzte mehrere Beiträge zur Verbesserung der medizinischen Daseinsvorsorge leisten.
Pilotcharakter hat zweifelsohne die Bündelung der Online-Angebote aller teilnehmenden Praxen auf der Homepage der Gemeinde Wenden (www.wenden.de/digefo-wenden). „Das ist was Einmaliges, dass unter dem Dach einer Kommune Arztpraxen digital vernetzt zusammenarbeiten“, frohlockte der Bürgermeister. „Damit machen wir das Angebot an Videosprechstunden und zusätzlichen Online-Terminvergaben auf einen Blick für jedermann zugänglich.“

Alle Hausärzte integrieren

Weiter betonte Clemens: „Im ersten Zug gehen wir mit einem Teil der Wendener Arztpraxen an den Start, Ziel ist es aber, so schnell wie möglich alle weiteren Hausärztinnen und -ärzte in das Projekt zu integrieren.“ Das Projekt sei noch nicht fertig, das sei jetzt lediglich der Startschuss gewesen. Dem pflichtete Beate Clemens-Harmening bei: „Wir haben hier einen großen, wichtigen ersten Schritt gemacht. Es werden viele weitere folgen.“ Das Forum sei für alle offen, die im weitesten Sinne mit Gesundheit zu tun haben.
So sei ein weiterer Ansatz des „DiGeFo“, ältere Menschen und jene mit Behinderungen bei der Vergabe von Online-Terminen und/oder Videosprechstunden zu unterstützen. „Hier können wir uns vorstellen, die Kollegen der Ehrenamtsinitiative ,AGIL Wenden’ mit ins Boot zu holen“, sagte Nicole Williams von der Gemeinde.

Persönlicher Kontakt bleibt erhalten

Den Projektträgern ist sehr wichtig, dass der „analoge“ Patient nicht aus den Augen verloren wird. Man ist sich einig, dass eine Videosprechstunde den persönlichen Kontakt zum Patienten nie ganz ersetzen könne. Die Arzt-Patienten-Kommunikation werde aber durch das zusätzliche Online-Angebot vielfältiger und flexibler, denn mit einer Videosprechstunde ließen sich der organisatorische Aufwand für den Patienten, das betreuende Personal und auch den Arzt enorm reduzieren. Derzeit seien die Telefonanlagen überlastet, gab Beate Clemens-Harmening diesbezüglich zu bedenken. Mit dem Online-Dienst könne hier eine Entlastung erfolgen. In dieselbe Kerbe schlug 1. stellv. Bürgermeister Ludger Wurm: „Hier werden alle Gruppen berücksichtigt, und das Digitale entlastet das Analoge.“

Besuchersprechstunde im Seniorenheim

Auch Seniorenheime sollen vom „DiGeFo“ profitieren. Die Corona-Beschränkungen belasten die Arbeit und das dortige Leben schwer. Lange Zeiten ohne Besuch von den Angehörigen, keine gemeinsame Einnahme von Mahlzeiten und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben stellen eine enorme seelische Belastung dar. Mit dem Software-Tool des „DiGeFo“ wäre es möglich, eine „Besuchersprechstunde“ zur Verfügung zu stellen, in der Angehörige online einen Termin buchen können, um gerade in diesen schwierigen Zeiten den Kontakt zu den Bewohnern der Pflegeeinrichtungen zu halten.
„Die DiGeFo stellt für alle am Prozess Beteiligten mehr als ein reines Buchungs- Tool dar“, ist sich Bürgermeister Bernd Clemens sicher. „Ziel ist es, attraktive Strukturen zu schaffen, bereits bestehende Angebote zur Gesundheitsvorsorge auszubauen und bekanntzumachen und mit möglichst vielen Akteuren aus der Gesundheitsbranche in Austausch zu treten – für die physische und psychische Gesundheit aller Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Wenden.“
Außerdem wolle man Aufmerksamkeit erreichen. Womöglich würden junge Ärzte erkennen, dass hier modern gedacht und gearbeitet werde. „Das wäre ein kaum zu unterschätzender Nebeneffekt“, schloss der Bürgermeister das Pressegespräch. Bekanntlich suchen Kommune und Hausärzte gemeinsam nach Wegen, junge Ärzte ins Wendener Land zu holen.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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