Stören Becherpfand und "Zapfenstreich"?

Das Riesenrad im Abendlicht - Kirmesstimmung pur. Stören Becherpfand und "Zapfenstreich" um 2 Uhr beim Feiern?
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hobö - Wie groß die Vorfreude auf die Kirmes ist, zeigen einige skurrile Angewohnheiten. Es gibt Wendsche, die wissen stets zu jeder Tages- und Nachtzeit, wie viele Tage noch bis zum "Kärmetzen"-Start vergehen müssen, oder weisen beizeiten darauf hin, dass man doch ein Bier trinken müsse, schließlich "ist heute der letzte Dienstag vor Aschermittwoch vor der Kirmes". Viele treffen sich auch zu einem Umtrunk, sobald der erste ,Kirmeswagen' gesichtet wird. Und verbrieft ist auch die Angewohnheit einer gewissen Gruppe von Bürgern, die eine Party steigen lässt, wenn der erste Stromverteilerkasten für die Kirmes aufgestellt wird.

Nun gut, die Wendschen werden ohnehin von den umliegenden "Völkern" als besondere Spezies geführt - da verwundern abstruse Kirmesgewohnheiten nicht wirklich.

Die enge Verbundenheit nahezu aller Bürger aus der Gemeinde mit der "Kärmetze", das tausendfache Wiedersehen alter Bekannter und die besondere Ausdehnung des bunten Treibens auf vielen Straßen und Plätzen tragen zur besonderen Feststimmung bei. Das Jahr 1993 läutete eine entscheidende Wende bezüglich Ablauf und Erscheinungsform ein. Seither wird die Kirmes nicht mehr nur an jedem dritten Dienstag im August und am Sonntag zuvor gefeiert, sondern auch an dem Samstag.

Überlaute Musik an einigen Ständen sowie riesige Scherbenhaufen
förderten überdies zu weiteren Veränderungen. So beschloss die Gemeinde
Wenden die Einführung von Plastikbechern anstelle von Glas. Und ein Jahr
später gesellte sich die Neuregelung hinzu, für die ohnehin ungeliebten
Plastikbecher Pfand entrichten zu "dürfen". Die ausgefeilte Trinkkultur
im Wendschen erlebte einen Dämpfer.

Einen Dämpfer erhielten auch
jene, die besonders gerne das nächtliche Kirmestreiben genossen. So
wurde vor Jahren bereits ein "Zapfenstreich" eingeführt, der den
Getränkeausschank nach 2 Uhr verbietet. Damit will die Gemeinde vor
allem den Anwohnern eine nächtliche Lärmbelästigung ersparen.

Nun hat
sich im sozialen Netzwerk Facebook eine Gemeinschaft gefunden, die sich
gegen die Sperrstunde auflehnt. "Wir sind dafür, dass auch noch nach 2
Uhr Bier auf der Kirmes ausgeschenkt wird, die Karussells weiterlaufen
und die Musik weiterspielt", heißt in dem Forum. Im Juli ging die
Gemeinschaft online, seither haben über 800
Facebook-User die Ambitionen mit einem "gefällt mir" honoriert.

Die
vielen "Likes", wie die "gefällt mir"-Klicks im Online-Deutsch genannt
werden, seien ein guter Anfang, teilt die Gemeinschaft mit. "Aber
wahrscheinlich sind das noch zu wenig für eine Petition. Deshalb haben
wir uns dazu entschieden mindestens bis zur diesjährigen Kirmes weiter
,Likes' zu sammeln", heißt es in dem Forum.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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