Timo Schmidt ist Prinz von Schönau

Vierstündiges Programm begeisterte / Los musste entscheiden / »Schlummy« reaktiviert

rudi Schönau. »Aha – es ist vollbracht«, stellte Sitzungspräsident Peter Schmidt erleichtert fest, als am Samstagabend nach fast vier Stunden der neue Prinz des Karnevalvereins Schönau/Altenwenden proklamiert werden konnte. Trotz toller Stimmung im Festzelt und einem mitreißenden Bühnenprogramm hatte sich der erste »Paukenschlag« der Jecken nämlich weitaus schwieriger gestaltet als geplant. Nicht etwa die Neubesetzung des Tollitäten-Amtes stellte eine Hürde dar. Vielmehr hatte sich der närrische Schalk in den »Personalplan« eingeschlichen. Trotz allem ließ man sich nicht beirren und bewies, dass der Verein längst zu den Profis der fünften Jahreszeit zählt. Mit einer bunt-fröhlichen Sitzung bescherte man dem neuen Prinzenpaar Timo I. (Schmidt) sowie Sabine I. (Blach) einen gelungen Einstand in die neue Session.

Das karnevalistische Fieber hatte die Gäste längst erfasst, als Sitzungspräsident, Elferrat und Ehrenpräsident am frühen Abend in das Zelt einmarschierten. Klatschend, singend und schunkelnd begrüßte das Narrenvolk den Start in die neue Session. Wie immer erwies sich Sitzungspräsident Peter Schmidt als wahres Frohgemüt auf der Bühne, das von der ersten Minute an seine neckischen »Anekdötchen« durchs Mikro schmetterte.

Dennoch: Das ausgelassene Feiern, für das die Schönauer allerorts bekannt sind, fiel in diesem Jahr schwer. Gleich drei wichtige Personen aus den Reihen des Vereins konnten nicht mit dabei sein. Ein Blick auf den scheidenden Prinzen Ulli IV. (Brandenburger) als auch auf den jüngst ausgeschiedenen Vorsitzenden Reinhard »Schlummy« Jung ließ bereits vermuten, dass man personelle »Abstriche« hinzunehmen hatte. Letzterer nämlich hatte entgegen der eigentlichen Planungen erneut das Mikrofon für die Prinzensuche in der Hand; Prinz Ulli jubelte alleine dem Publikum zu. Die Erklärung folgte prompt: Vorsitzender Thomas Dröscher war nach einer unerwarteten Operation noch im Krankenhaus stationiert; Prinzessin DaniII. erst am Nachmittag überraschend in Gleiches eingeliefert worden. Zusätzlich musste sich auch Geschäftsführer Marco Menne krankheitsbedingt »abmelden«.

»Abgemeldet« hatte sich jedoch nicht die gewohnt energiegeladene Atmosphäre im Festzelt, die Akteure und Publikum zu Höchstformen auflaufen ließ. Mit närrischer Professionalität improvisierte man und präsentierte angesichts der gegebenen Umstände eine äußerst gelungene Sitzung. Obwohl Thomas Dröscher nicht persönlich anwesend sein konnte, war seine »Handschrift« im Programm klar auszumachen. Maßgeblich zeigt er sich für die Auswahl der karnevalistischen »Paukenschläge« verantwortlich.

Auch 2006 bewies er dabei eine sichere Hand. Den Höhepunkt des Abends stellte unweigerlich der Auftritt von »Mr. Funtastic« aus Meinerzhagen dar. Der Solokünstler mutierte auf der Bühne zu einem buchstäblich fantastischen Gesangs- und Imitationstalent, das mit Leichtigkeit das Stimmungsbarometer der Gäste in die Höhe schießen ließ. Brüllend komisch und ebenso unterhaltsam zog er mit wenigen Handgriffen und gekonnten Rollenspielen die musikalischen »Evergreens« von Pop- und Schlagersternchen wie Wolfgang Petry und der Kelly Family durch den Kakao. Ausgeklügelt bis ins letzte Detail parodierte er die vermeintlichen »Superstars« und trieb somit selbst dem auf der Bühne postierten Elferrat die Lachtränen in die Augen.

Umjubelt wie eh und je waren die Darbietungen der eigenen Garden. So kannte man bei den flotten Tanzschritten der Roten Funken, Blauen Funken sowie bei »Tanzsternen« und »Konfettis« nahezu kein Halten mehr. Mitunter hatten die Tänzerinnen sogar ihre Mühen, inmitten der tobenden Menge überhaupt aufs Parkett zu kommen. Tatkräftige Unterstützung hatte man sich erneut durch die Valberter Husaren sowie das Prinzenballett und die Prinzengarde Neu-Listernohl gesichert, die in Schönau schon seit geraumer Zeit »Stammgäste« sind. Neu im Bunde der Bühnenkünstler war die Tanzgruppe »Black Soul«, die vor allem mit modernen Showeinlagen auf sich aufmerksam machte.

Als die Besucher bereits mehrmals auf Tische und Bänke getrieben worden waren, war es endlich soweit: Der neue Prinz wurde bekannt gegeben. Nachdem »Schlummy« in seinem altgewohnten »Job« wieder beste Vorarbeit geleistet hatte, zeichnete sich abermals ab, wie begehrt das närrische Repräsentanten-Amt in Schönau ist. Gleich drei Anwärter hatten sich beworben. Das Los musste entscheiden und rief die letzte Amtshandlung von UliIV. auf den Plan. Schon wenige Minuten später konnte er das karnevalistische Zepter an seine Nachfolger, den 30-jährigen Timo I. (Schmidt) aus Niederfischbach sowie dessen Prinzessin SabineI. (Blach), übergeben. Mit einem donnernden »Schönau helau«, zahlreichen Schunkelserien und »Raketen« sowie einem schwungvollen Finale nahm man die neuen Tollitäten in den Kreis des Jecken-Adels auf und drückte mit einem Klassiker der fünften Jahreszeit aus, was sich am Samstag in Schönau so viele wünschten: »Einmal Prinz zu sein«.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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