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Gesamtschule Wenden
Über 32 Millionen für Umbau

Die Gesamtschule Wenden – hier die Ansicht vom unteren Pausenhof – muss saniert werden. Außerdem sind millionenschwere Umbauplanungen in der Diskussion.
  • Die Gesamtschule Wenden – hier die Ansicht vom unteren Pausenhof – muss saniert werden. Außerdem sind millionenschwere Umbauplanungen in der Diskussion.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

hobö Wenden. Dem am 13. September neu zu wählenden Mitgliedern des Wendener Gemeinderats dürfte der Rucksack schon jetzt schwer vorkommen, den sie Mittwochabend aufgesetzt bekommen haben. Denn das höchste politische Gremium der Kommune soll erst nach der Wahl entscheiden, ob und welcher Form die Gesamtschule Wenden zu einem modernen Schul- und Kulturzentrum umgebaut werden soll. Allein die am Mittwoch erstmals öffentlich genannte Kostenschätzung von 32,2 Millionen Euro – worin die jährlichen Kostensteigerungen nicht einmal enthalten sind – dürfte die Entscheidungsfindung nicht wirklich leicht machen.

hobö Wenden. Dem am 13. September neu zu wählenden Mitgliedern des Wendener Gemeinderats dürfte der Rucksack schon jetzt schwer vorkommen, den sie Mittwochabend aufgesetzt bekommen haben. Denn das höchste politische Gremium der Kommune soll erst nach der Wahl entscheiden, ob und welcher Form die Gesamtschule Wenden zu einem modernen Schul- und Kulturzentrum umgebaut werden soll. Allein die am Mittwoch erstmals öffentlich genannte Kostenschätzung von 32,2 Millionen Euro – worin die jährlichen Kostensteigerungen nicht einmal enthalten sind – dürfte die Entscheidungsfindung nicht wirklich leicht machen.

Investitionen in Feuerwehr, Grundschulen, Schwimmhalle

Hinzu gesellen sich manch andere Großprojekte in der Kommune, wie der etliche Millionen schwere Neu- und Umbau der Feuerwehrhäuser, die Investitionen in die Grundschulen, ein möglicher Neubau der Schwimmhalle Wenden – zumindest aber eine teure Sanierung – und weitere Investitionen in die Infrastruktur.
„Ich stand gerade kurz vor einem Herzinfarkt“, umschrieb CDU-Ratsherr Jürgen Greis seine Gefühlslage bei der Zurkenntnisnahme der zu erwartenden Kosten. In einem anderthalbstündigen Vortrag hatte zuvor Florence Verspay vom Büro Hausmann Architekten aus Aachen die Ergebnisse der vor rund zwei Jahren begonnenen Studie vorgetragen. Die Fakten liegen im Wendener Rathaus bereits seit März vor, aber wegen coronabedingten Sitzungsausfällen und Erkrankung der Expertin wurden die Details erst am Mittwoch öffentlich dargestellt.

Schulzentrum über 40 Jahre alt

Das 1976 für seinerzeit 16 Millionen D-Mark erbaute Schulzentrum am Schlegelsberg bedarf laut der Planerin dringend einer umfassenden Sanierung. Insbesondere der Brandschutz, die Beseitigung von schadstoffhaltigen Bauteilen (Asbest) und die Sanierung des Dachs würden einer groben Kostenschätzung zufolge etwa 15,6 Millionen Euro kosten. Hierin seien die 20 Container, in die übergangsweise der Unterricht verlagert werden müsste, sowie mögliche Innenausstattungen nicht enthalten.

32.2 Millionen Euro mindestens

In den 32,2 Millionen Euro seien allerdings allumfassend sämtliche Kosten aufgeführt, die für die Umgestaltung der Schulimmobilie in ein modernes Schul- und Kulturzentrum notwendig seien – mitsamt der Außenanlagen, aber ohne mögliche jährliche Baukostensteigerungen.

Aus Verwaltungsgebäude wird Kulturzentrum

Florence Verspay stellte den Ratsmitgliedern sowie zahlreichen Zuhörern die umfangreiche Detailplanung vor, die neben den vorgenannten Sanierungsnotwendigkeiten die Verlagerung der Gesamtschulverwaltung und Lehrerzimmer in den Haupttrakt vorsieht. Das Verwaltungsgebäude soll dann in ein Kulturzentrum verwandelt werden mit direkter Anbindung an die Aula. Von diesem Bereich soll die Schule fortan völlig getrennt werden, um den dortigen Betrieb nicht mehr zu stören.

Kiosk und Außenbistro

Der eigentliche Eingangsbereich soll ein größeres Vordach und eine optisch auffällige Aufwertung erhalten. Das Foyer würde ebenfalls eine Qualitätssteigerung mit Mobiliar und einem aufgeweiteten Kioskbereich samt Außenbistro erfahren. Die Bibliothek soll derweil in eine Versammlungsstätte allein für die Schule mit Platz für rund 200 Personen umgewandelt werden. Wegen das Brandschutzes und der Barriefreiheit wären erstmals zwei Liftanlagen sowie drei weitere Außentreppen zu bauen. Der sogenannte MINT-Fachbereich würde ebenfalls aufgewertet und räumlich in einem Gebäudebereich zusammengefasst.

Klassenräume zusammenfassen

Die zentrale Änderung ist unterdessen die Schaffung von sogenannten Clustern. Hier würden die fünf Klassenräume eines jeden Jahrgangs der Sekundarstufe 1 in einem Sektor zusammengelegt und mit einem multifunktionalen Lern- und Aufenthaltsraum verbunden. Hier sollen dann auch dezentrale Toilettenanlagen neu entstehen – an Stelle der großen WC-Räume. Technische Neuerungen, nicht zuletzt wegen der Digitalisierung, sind ebenfalls geplant sowie ein Amphitheater, ein naturnaher Schulgarten, Experimentierstationen sowie Bewegungsräume außerhalb der Schule.

Zwei Jahre fürs Planen, vier fürs Bauen

Die weitere Planungs- und Genehmigungsphase dürfte bis zu zwei Jahre dauern, die eigentlichen Baumaßnahmen in drei Abschnitten zusammen etwa vier Jahre. Der Gemeinderat fasste am Mittwoch Abend keine Entscheidung. „Das muss jetzt erstmal bis ins Detail beraten werden“, erklärte Bürgermeister Bernd Clemens. Eine Entscheidung soll dann der neugewählte Rat treffen. Am Mittwoch gab es natürlich noch Stellungnahmen und viele Fragen der Politik, über die wir ebenso noch berichten werden wie über weitere Details der Konzeptplanungen.

Neubau für 40 Millionen Euro

Ein kompletter Neubau würde übrigens laut Florence Verspay über 40 Millionen Euro kosten, was aber auch vom Grundstück und anderen Faktoren abhänge.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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