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CDU und SPD: Forderungen für besseren Verkehrsfluss in Gerlingen
Umgehung oder eigene Abfahrt

Die Ortsdurchfahrt von Gerlingen – ein Nadelöhr. Schon einmal gab es anfängliche Planungen für eine Ortsumgehung, die aber ad acta gelegt wurden. Die Neuansiedlung von Amazon bringt die Debatte nun mit Wucht wieder an die Oberfläche. CDU-Ortsunion und SPD-Ratsfraktion greifen das Thema auf.
  • Die Ortsdurchfahrt von Gerlingen – ein Nadelöhr. Schon einmal gab es anfängliche Planungen für eine Ortsumgehung, die aber ad acta gelegt wurden. Die Neuansiedlung von Amazon bringt die Debatte nun mit Wucht wieder an die Oberfläche. CDU-Ortsunion und SPD-Ratsfraktion greifen das Thema auf.
  • Foto: SPD Wenden
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

win Gerlingen. Schon seit Jahrzehnten ist die Ortsdurchfahrt von Gerlingen ein Ärgernis nicht nur für Anlieger, sondern auch für Verkehrsteilnehmer, stockt der Verkehr hier doch mehrfach am Tag bis hin zu Stillstand. Seit Versandriese Amazon bekanntgegeben hat, ein Auslieferungslager im Gerlinger Industriegebiet „Auf der Mark“ zu eröffnen, sind die Proteste der Gerlingerinnen und Gerlinger lauter geworden, befürchten doch viele, dass das zusätzliche Plus an Verkehr der berühmte Tropfen sein könnte, der das Fass verkehrstechnisch endgültig zum Überlaufen bringt.
Machbarkeitsstudie für OrtsumgehungUnd so erreichten die SZ gleich zwei Schreiben aus der Wendener Kommunalpolitik, die sich mit dem Thema befassen.

win Gerlingen. Schon seit Jahrzehnten ist die Ortsdurchfahrt von Gerlingen ein Ärgernis nicht nur für Anlieger, sondern auch für Verkehrsteilnehmer, stockt der Verkehr hier doch mehrfach am Tag bis hin zu Stillstand. Seit Versandriese Amazon bekanntgegeben hat, ein Auslieferungslager im Gerlinger Industriegebiet „Auf der Mark“ zu eröffnen, sind die Proteste der Gerlingerinnen und Gerlinger lauter geworden, befürchten doch viele, dass das zusätzliche Plus an Verkehr der berühmte Tropfen sein könnte, der das Fass verkehrstechnisch endgültig zum Überlaufen bringt.

Machbarkeitsstudie für Ortsumgehung

Und so erreichten die SZ gleich zwei Schreiben aus der Wendener Kommunalpolitik, die sich mit dem Thema befassen. Zum einen hat die CDU-Ortsunion Gerlingen/Elben durch ihren Vorsitzenden, Hubertus Zielenbach, einen Antrag formuliert: Denn wie die Christdemokraten mitteilen, gehen den Bürgerinnen und Bürgern die vom Gemeinderat beschlossenen Maßnahmen (Verkehrsfluss-Analyse, Verlegung der Bushaltestelle am „Netto“-Markt, Verschiebung der Abstimmung über die Errichtung einer Ampelanlage bis zum Vorliegen der Verkehrsflussanalyse und Einrichtung einer Luftschadstoff-Messstation) nicht weit genug. „Es geht nunmehr um eine konkrete Entlastung der Ortschaft Gerlingen, wodurch dauerhaft mehr Wohn- und Lebensqualität gewonnen wird“, heißt es: Die CDU Gerlingen/Elben will eine Machbarkeitsstudie für eine mögliche Ortsumgehung. Weiterhin soll im Rahmen einer weiteren Machbarkeitsstudie eine zusätzliche Autobahnabfahrt für Gerlingen – „ob über die A 4 oder die A 45“ – zur Anbindung des Industriegebiets „Auf der Mark“ geprüft werden, und zwar unabhängig davon, ob das interkommunale Industriegebiet „Ruttenberg“ erschlossen wird.

CDU: Ampelschaltungen optimieren

Weiterhin soll die Gemeindeverwaltung prüfen, ob zur Verbesserung des Verkehrsflusses in Gerlingen die Bushaltestelle am „Netto“-Markt (Fahrtrichtung Olpe) „kurzfristig zu Testzwecken“ vorübergehend an die bestehende Buswende (bei der Volksbank) verlegt werden kann.
Außerdem möchte die CDU-Ortsunion prüfen lassen, ob der Bebauungsplan für das Industriegebiet „Auf der Mark“ nicht dahingehend geändert werden kann, sodass sich kein weiteres Logistikunternehmen (wie Amazon) dort ansiedeln kann. Und abschließend möchte die Ortsunion die Gemeindeverwaltung beauftragen, die Ampelschaltungen sämtlicher Anlagen (von Gerlingermühle bis Dahl/Friedrichsthal) „mit allen beteiligten Behörden grundlegend und dauerhaft zu optimieren“. Dieser mehrteilige Antrag soll in der kommenden Ratssitzung zur Diskussion gestellt werden.

SPD: Kleine Entlastungsvariante reicht nicht

Fast zeitgleich schickte die SPD ebenfalls eine Nachricht: „Darüber, dass die Ortschaft Gerlingen eine verkehrliche Entlastung braucht, sind sich wohl alle Fraktionen im Wendener Gemeinderat einig. Die SPD Wenden befürwortet eine Machbarkeitsstudie für eine echte Ortsumgehung, die schon in früheren Jahren zur Debatte stand, aber aus Kostengründen von der Mehrheitsfraktion abgelehnt wurde.“
Eine „kleine“ Variante, wie die damals angeführte Entlastungsstraße mitten durch den Ort, sei nicht zielführend, „zumal sich das Verkehrsaufkommen seitdem erhöht hat und noch weiter erhöhen wird“. Dazu trage nicht nur Amazon bei – „auch andere Gewerbegebiete werden sich weiterentwickeln und durch den Ausbau der A 45 wird die Ortschaft nochmals zusätzlich belastet“.

Neue Ampelanlage wäre „nur ein Placebo“

Die SPD ruft alle Parteien im Gemeinderat dazu auf, „jetzt sachorientiert an einem Strang“ zu ziehen, „damit alle Ressourcen genutzt werden, um die Ortsdurchfahrt Gerlingen zu entlasten“. Fast gleichlautend mit der CDU-Ortsunion zählt die SPD dann die Prüfung einer Ortsumgehung und einer separaten Autobahnanbindung auf. Die SPD gibt außerdem zu bedenken, dass eine solche Verkehrsflussanalyse, wenn diese von Amazon-Vermieter Panattoni finanziert wird, „die Gefahr einer möglichen Einflussnahme“ berge.
Eine neue Ampelanlage indes hält die SPD „nur für ein Placebo. Seit Jahren staut sich der Verkehr in Gerlingen. Wenn eine Ampel die Lösung ist, warum wurde sie nicht schon längst installiert?“
Schon die bestehenden Ampeln in Gerlingen seien nicht aufeinander abgestimmt. „Der Rückstau auf der L 512 würde noch früher einsetzen. Eine Gesamtbetrachtung der Situation ist nur möglich, wenn im Verkehrsflussgutachten die Auswirkungen einer Ampel am Gewerbegebiet mit untersucht werden.“ Anders als die CDU, hat die SPD allerdings keine konkreten Anträge formuliert. Aber eines scheint klar: Eine mögliche Ortsumgehung dürfte in der laufenden Wahlperiode zu einem der zentralen Themen werden.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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