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Idee findet keine Mehrheit
Umweltausschuss gegen kostenlose Sperrmüll-Abfuhr

Überall wird „wilder Müll“ abgelegt. Obwohl saftige Strafen drohen sowie Pflanzen und Tiere großen Schaden erleiden können, werfen viele Menschen ihren Abfall in die Natur – so wie hier auf der Girkhauser Höhe.
  • Überall wird „wilder Müll“ abgelegt. Obwohl saftige Strafen drohen sowie Pflanzen und Tiere großen Schaden erleiden können, werfen viele Menschen ihren Abfall in die Natur – so wie hier auf der Girkhauser Höhe.
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hobö Wenden. „Wilder Müll“ wird gern als Sammelbegriff genutzt für jenen Unrat, den Leute arglos oder mutwillig in die Natur werfen. Wie der Geschäftsbericht des Baubetriebshofs der Gemeinde Wenden zeigt, mussten die Mitarbeiter allein im Jahr 2020 fast 900 Dienststunden investieren, um den „wilden Müll“ im Wendener Land einzusammeln. Dies verdeutlicht, welche Mengen Abfall von unbelehrbaren Zeitgenossen in Flora und Fauna geworfen wird.
Nun gehen die Meinungen auseinander, wie der Kampf gegen dieses schwachsinnige Verhalten gewonnen werden kann. Die SPD-Fraktion im Rat der Gemeinde Wenden sieht einen Lösungsansatz darin, den Bürgern pro Jahr eine für sie vordergründig kostenlose Abholung von Sperrmüll anzubieten.

hobö Wenden. „Wilder Müll“ wird gern als Sammelbegriff genutzt für jenen Unrat, den Leute arglos oder mutwillig in die Natur werfen. Wie der Geschäftsbericht des Baubetriebshofs der Gemeinde Wenden zeigt, mussten die Mitarbeiter allein im Jahr 2020 fast 900 Dienststunden investieren, um den „wilden Müll“ im Wendener Land einzusammeln. Dies verdeutlicht, welche Mengen Abfall von unbelehrbaren Zeitgenossen in Flora und Fauna geworfen wird.
Nun gehen die Meinungen auseinander, wie der Kampf gegen dieses schwachsinnige Verhalten gewonnen werden kann. Die SPD-Fraktion im Rat der Gemeinde Wenden sieht einen Lösungsansatz darin, den Bürgern pro Jahr eine für sie vordergründig kostenlose Abholung von Sperrmüll anzubieten. Über einen entsprechenden Antrag der Sozialdemokraten diskutierte der kommunale Umweltausschuss fast eine Stunde lang. Mit dem Ergebnis, dass das Gremium bei einer Enthaltung mit 10:5-Stimmen für die Ablehnung des Antrags votierte.

Beseitigung des "wilden Mülls" koste viel Geld

Die Beseitigung des „wilden Mülls“ seitens des Bauhofs koste die Gemeinde Wenden viel Geld, da könne die einmalig kostenlose Sperrmüllabfuhr gegengerechnet werden, so SPD-Fraktionschef Ludger Reuber. Er verwies ferner darauf, dass in Olpe, Attendorn und Kirchhundem die Sperrmüllabfuhr kostenlos erfolge. Daher empfahl Reuber, die einmalige kostenlose Abfuhr drei Jahre auszuprobieren. Zustimmung für ein solches Probieren gab es von Elmar Holterhof, Vorsitzender der Grünen-Fraktion.

Gemeindeverwaltung lehnt SPD-Antrag ab

Die Gemeindeverwaltung weist aber darauf hin, dass jede Abfuhr von Restsperrgut Kosten verursache, die bei einer „gebührenfreien“ Abholung lediglich umverteilt und zu Lasten des allgemeinen Abfall-Gebührenhaushalts gehen würden. „Dies bedeutet, dass die Allgemeinheit hierfür aufkommen müsste, ohne die Leistung in Anspruch genommen zu haben.“, begründet die Verwaltung ihre ablehnende Haltung zum SPD-Antrag. Daher befürwortet sie das Verursacherprinzip. So trage die Kosten derjenige, der die Leistung in Anspruch nehme. Für das Abholen von Sperrmüll und Altholz wird in der Gemeinde Wenden eine Gebühr in Höhe von 30 Euro pro Abfuhr erhoben. Siegbert Henkel (CDU) bezeichnete die Idee der SPD als „löblich“, aber er glaube nicht, dass sie dazu beitrage, „wilden Müll“ zu vermeiden. Zumal nur ein Bruchteil des in die Natur geworfenen Abfalls in die Kategorie „Sperrmüll“ falle. Das meiste sei Hausmüll oder gar toxisch belasteter Abfall. Dorothea Biermann (CDU) fragte, ob Umweltsünder nicht mit Wildkameras ertappt werden könnten. Paul Sieler (CDU) erklärte, dass das Aufstellen von solchen Kameras für die Beobachtung von Personen nicht erlaubt sei.

"Die Unbelehrbaren erreichen wird nicht“

Heinz Zimmermann (UWG) hält es für ungerecht, wenn alle dafür bezahlen müssten, um einigen den Sperrmüll kostenfrei abzuholen. Er sei weiter für das Verursacherprinzip. Kämmerer Thomas Munschek bezeichnete die Idee der SPD ebenfalls als „löblich“, er glaube aber nicht, dass die Maßnahme effektiv und zielführend sei. Elektrogeräte könne man beispielsweise umsonst entsorgen, dennoch lande der massenhaft im Wald. Und einhergehend bedeute die einmalige vordergründig kostenfreie Entsorgung einen hohen administrativen Aufwand. Vordergründig deshalb, weil die Kosten über die dann höheren Abfallgebühren die Bürger ja doch belasteteten. Bernd Eichert (CDU) ist sich sicher, dass das „Optimum“ nicht zu erreichen sei. „99 Prozent der Leute halten sich an die Bestimmungen, aber das eine Prozent an Idioten eben nicht.“ Dem stimmte auch Paul Sieler zu: „Die Unbelehrbaren erreichen wird nicht.“ Er empfiehlt, Ortsvorsteher, Vereine, Schulen sowie andere Gruppierungen in ihrem Engagement zu stärken, mit Sammelaktionen für Sauberkeit zu sorgen.
Letztlich wird über den SPD-Antrag am Mittwoch, 17. März, im Gemeinderat entschieden. Aufgrund der Gegenwehr aus verschiedenen Fraktion im Umweltausschuss ist auch hier nicht mit einer Zustimmung zu rechnen.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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