Grundstücke in anvisiertem Areal werden nicht verkauft
Vielgelobte Heider stehen perspektivlos da

Die Grafik der Gemeinde Wenden verdeutlicht die vorgesehene zeitliche Abfolge der Plan- und Erschließungsmaßnahmen.
  • Die Grafik der Gemeinde Wenden verdeutlicht die vorgesehene zeitliche Abfolge der Plan- und Erschließungsmaßnahmen.
  • Foto: / Grafik: Gemeinde Wenden
  • hochgeladen von Marc Thomas

hobö Wenden. Mit glanzvollen Auftritten hat die Dorfgemeinschaft Heid beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ herausragende Erfolge bis hin auf Bundesebene erzielt. Immer wieder wird auch aus dem Wendener Rathaus heraus das bemerkenswerte Engagement als einzigartig gelobt.

Doch hinsichtlich neuer Bauplätze und dem Wunsch vieler junger Menschen, in ihrem Heimatort ein Eigenheim errichten zu dürfen, scheinen die Heider vorerst leer auszugehen. Das jedenfalls geht aus der „Planungsoffensive“ hervor, die die Verwaltung bezüglich neuer Baugrundstücke erarbeitet hat.

Wurden in der jüngeren Vergangenheit Baugebiete allein in den größeren Ortsteilen verwirklicht, schafft der neue Flächennutzungsplan die Voraussetzung, einzelne Baugebiete auch in kleineren Ortslagen zu erschließen: in Elben, Schönau, Altenhof, Rothemühle und Heid Die Gemeindeverwaltung betont, dass diesbezüglich eine Prioritätenliste zu erarbeiten sei, „um den Bauwilligen in den kleineren Ortslagen eine Perspektive zu eröffnen“.

Grundstücksverfügbarkeit elementares Kriterium

Die Grundstücksverfügbarkeit ist nach Einschätzung der Verwaltung „das elementare Kriterium, um die Entwicklung von Baugebieten umzusetzen“. In Heid aber gelangt die Kommune nicht an die Grundstücke, die im Flächennutzungsplan (FNP) für Wohnbauflächen vorgesehen sind. Daher heißt es in der Sitzungsvorlage für den Gemeinderat: „In den nächsten Jahren wird erneut versucht, Entwicklungsbereiche in Heid ausfindig zu machen und diese in einer Änderung des FNP als Wohnbauflächen darzustellen.“

200 neue Bauplätze für Wenden

In der grafisch angelegten „zeitlichen Abfolge der einzelnen Baugebiete“ taucht eine Zeitplanung für Heid aber bis einschließlich 2028 nicht auf. Schon jetzt gibt es in Heid aber 16 Bauwillige auf der „Warteliste“ der Gemeinde. Dass es offenbar mittelfristig keine alternativen Bauflächen gibt, stoße nicht nur auf Verwunderung in Heid, erklärt Martin Solbach auf Anfrage der SZ. Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Gemeinderat wohnt selbst in Heid und ist enttäuscht über die nun vorherrschende Perspektivlosigkeit jüngerer Menschen aus dem Ort, die hier wohnen und ihr Engagement zum Wohle des Dorfes weiter einbringen wollten. Die Hoffnung besteht zumindest, dass die Suche nach Alternativen angestrengt wird. In der Sitzungsvorlage für die politischen Gremien schreibt die Verwaltung: „Wenn sich in der Ortschaft Heid Entwicklungsperspektiven ergeben sollten, wird Heid in das Entwicklungsprogramm integriert.“ Klingt eher nicht nach einer kurzfristigen Lösung.

Elben und Rothemühle vordringlich entwickeln

In den anderen genannten Orten ist es der Gemeindeverwaltung indes gelungen, die anvisierten Flächen über den Abschluss von Optionsverträgen zu sichern. „Da haben wir eine Wahnsinnsquote“, betont Rüdiger Hüpper, Leiter des Fachdienstes Bauverwaltung der Gemeinde Wenden, gegenüber der SZ.

Der verwaltungsinterne Abgleich der kleineren Ortschaften mit den gewählten Kriterien kommt zu dem Ergebnis, dass nach der Entwicklung der größeren Siedlungsbereiche die Ortschaften Elben und Rothemühle vordringlich entwickelt werden sollten. In diesen beiden Dörfern haben sich jeweils zwölf Bauwillige auf die „Warteliste“ der Gemeinde eingetragen.

Anschließend Altenhof und Schönau

In Rothemühle beabsichtigt die Gemeinde bekanntlich, den Parkplatz des ehemaligen Unternehmens Apparatebau Rothemühle in ein Wohngebiet umzugestalten. Hier melden sich aber erste Stimmen, dieses Gebiet „zu bevorraten“. Vielleicht werde das Areal für die künftige – wie auch immer geartete Nutzung – der Industriebrache noch anderweitig gebraucht. Vielmehr könnte nun doch das schon einmal ins Visier geratene Wäldchen über der evangelischen Kirche wieder in den Blick geraten. Die Bäume sind wegen des Borkenkäfers gefällt worden. Dies könnte die einmalige Gelegenheit sein, das Areal für Bauzwecke zu kaufen.

Nach Elben und Rothemühle sollen die Planungen in Altenhof und Schönau ab 2022 bzw. 2024 vorangetrieben werden. Im Beschlussvorschlag der Verwaltung heißt es wörtlich: „Nach der Entwicklung der größeren Ortsteile sollen die Orte in der Reihenfolge Elben, Rothemühle, Altenhof und Schönau entwickelt werden. In Heid wird eine Alternative zur Flächenentwicklung gesucht.“

Nach Abschluss des vorgeschlagenen Entwicklungsprogramms in den kleineren Orten der Gemeinde möchte die Kommune „die weiteren Entwicklungspotentiale innerhalb der allgemeinen Siedlungsbereiche“ entwickeln. Hierbei handelt es sich um „Westerberg-Ost“ in Wenden, im Bereich der Thomasstraße in Ottfingen sowie unterhalb des Sportplatzes in Gerlingen.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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