SZ

Angebot für Austausch nicht zertifizierter Geräte
Volksbank bezahlt „alle“ Defibrillatoren

Jertr stellten Hauke Röckinghausen, Peter Arenz, Andrea Bender und Rupert Wurm (v. l.) den neuen Defibrillator am Getränke- und Lebensmittelmarkt Alfes in Schönau sowie die Sponsoring-Aktion der Volksbank Olpe-Wenden-Drolshagen vor.
  • Jertr stellten Hauke Röckinghausen, Peter Arenz, Andrea Bender und Rupert Wurm (v. l.) den neuen Defibrillator am Getränke- und Lebensmittelmarkt Alfes in Schönau sowie die Sponsoring-Aktion der Volksbank Olpe-Wenden-Drolshagen vor.
  • Foto: hobö
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

hobö Schönau. „Bravo“, entfuhr es Rupert Wurm. Der Fachbereichsleiter Zentrale Dienste, Sicherheit und Ordnung der Gemeinde Wenden reagierte damit auf die Erklärung von Andrea Bender, denn die sagte zu, dass die Volksbank Olpe-Wenden-Drolshagen die Kosten für den Austausch der nicht zugelassenen Defibrillatoren in der Gemeinde Wenden übernimmt. Es geht um jene Geräte, die – infolge einer privat initiierten und von der Gemeinde finanziell unterstützten Initiative – im Jahr 2017 von Ortsvorstehern in deren Bezirken installiert worden sind.
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hobö Schönau. „Bravo“, entfuhr es Rupert Wurm. Der Fachbereichsleiter Zentrale Dienste, Sicherheit und Ordnung der Gemeinde Wenden reagierte damit auf die Erklärung von Andrea Bender, denn die sagte zu, dass die Volksbank Olpe-Wenden-Drolshagen die Kosten für den Austausch der nicht zugelassenen Defibrillatoren in der Gemeinde Wenden übernimmt. Es geht um jene Geräte, die – infolge einer privat initiierten und von der Gemeinde finanziell unterstützten Initiative – im Jahr 2017 von Ortsvorstehern in deren Bezirken installiert worden sind.
In Zahlen: Im Jahr 2017 sind zwölf dieser Geräte im Wendener Land für jeweils rund 2500 Euro angeschafft worden, oft finanziert von den Dorfgemeinschaften oder privaten Geldgebern sowie einem Gemeindezuschuss von pauschal 500 Euro plus 50 Cent je Einwohner. Wie die SZ in der vergangenen Woche berichtete, sind aber die damals angeschafften „Automatischen Externen Defibrillatoren“ (AED) gar nicht zertifiziert und müssen entfernt werden.

Ein Defibrilator für Schönau und Altenwenden zu wenig

Peter Arenz, Ortsvorsteher von Schönau und Altenwenden, hatte früher als andere von den Vorgängen erfahren und das betroffene Gerät am Lindenplatz in Schönau umgehend entfernt. Er fand einen einzigen Defibrillator für die beiden Ortschaften ohnehin für zu wenig und orderte gleich zwei neue der Firma Schiller. Auf der Suche nach möglichen Sponsoren rief er auch Hauke Röckinghausen, Leiter Privatkunden der Volksbank in Wenden, an, der umgehend zusagte, dass die Bank die beiden Geräte sponsere. Nahezu zeitgleich hatte Andrea Bender von der Marketingabteilung der Volksbank Olpe-Wenden-Drolshagen die Berichterstattung in der SZ gelesen und nach eigenen Aussagen „den Telefonhörer sofort in die Hand genommen“. Mit dem Ergebnis, dass die Volksbank den zusätzlichen neuen „Defi“ in Schönau sowie den Austausch besagter zwölf alten Geräte finanziert. Pro Stück ist von 810 Euro die Rede, also insgesamt von 10 530 Euro.
Bei den zwölf Altgeräten können die bisherigen Wandinstallationen für die neuen Geräte der Marke Schiller weiter genutzt werden. Für den zusätzlichen „Defi“ am Standort Lebensmittel und Getränke Alfes in Schönau übernimmt die Bank zusätzlich die Kosten für die neue Halterung in Höhe von 399 Euro. Am Lindenplatz in Schönau gibt es übrigens keinen Defibrillator mehr, der hängt nun in der Nähe des Schönauer Kreisverkehrs an der Straße Zur Schermicke.

Keine Sammelklage oder Rückzahlung der Kosten

Die Gemeinde hat sich zwischenzeitlich Informationen eingeholt, wonach eine Sammelklage nicht möglich erscheint und eine Rückzahlung der Anschaffungskosten wohl ebenso wenig. Das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg hat aber mitgeteilt, dass der niederländische Hersteller „Defiteq International B.V.“ Defibrillatoren der Marke Telefunken (AED-Modell FA1 und HR1) seit Juli 2016 „ohne gültiges CE-Zeichen unrechtmäßig auf dem EU-Markt in Verkehr bringt“. Weiter heißt es: „Der Vertrieb der genannten Produkte war untersagt worden. Die zuständige niederländische Behörde teilte nun mit, dass der Hersteller die Produkte weiterhin produzierte und mit einer gefälschten Bescheinigung verkaufte. Der Rückruf der Produkte wurde angeordnet, lückenlose Informationen über den Vertrieb der Geräte sind aber nicht verfügbar.“

Strafanzeige gegen den Hersteller in Vorbereitung

Das bringt für Reinhard Schönauer von der Firma Personalservice Schönauer das Fass zum Überlaufen, er will Strafanzeige gegen der Hersteller erstatten. Er war mit Ehefrau Veronika einer der treibenden Kräfte, möglichst viele AED in der Gemeinde Wenden zu installieren. Am Firmensitz in Wenden sowie am Privathaus in Hünsborn hatten die Eheleute jeweils einen der Telefunken-AED installieren lassen. „Wir sehen uns in der Pflicht, Anzeige zu erstatten. Vielleicht sind durch die Geräte Leben eher gefährdet, statt welche zu retten. Irgendeiner muss den Stein ins Rollen bringen, damit die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnimmt.“

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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