Fluthilfe nach Starkregen
Wenden entscheidet über Hilfsfonds

Die Niederschläge ließen am 4. Juni in der Gemeinde Bäche zu reißenden Fluten werden. Besonders betroffen war Ottfingen, hier setzte die Olper Feuerwehr das bei ihr stationierte Spezialgerät ein, das schnell große Mengen Wasser abpumpen kann.
  • Die Niederschläge ließen am 4. Juni in der Gemeinde Bäche zu reißenden Fluten werden. Besonders betroffen war Ottfingen, hier setzte die Olper Feuerwehr das bei ihr stationierte Spezialgerät ein, das schnell große Mengen Wasser abpumpen kann.
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win Wenden/Ottfingen. Kubikmeterweise war Starkregen am Abend des 4. Juni in der Gemeinde Wenden niedergegangen; insbesondere in Ottfingen hatten über die Ufer tretende, eigentlich beschauliche Bäche sich in reißende Fluten verwandelt, Rückstaus hatten für Überflutungen gesorgt und massive Schäden verursacht. Einige Keller waren bis zur Decke vollgelaufen. Und längst nicht jeder entstandene Schaden wird von Versicherungen getragen. Daher hatten schon am Tag nach dem Unglück alle Fraktionen im Wendener Gemeinderat einen gemeinsamen Antrag formuliert: Ein Hilfsfonds solle aufgelegt und von der Gemeinde mit 15.000 Euro angezahlt werden. Spender, so die Hoffnung der Kommunalpolitiker, würden ihr Scherflein beitragen. Am Montag nun stand besagter Antrag auf der Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses.

160 Helferinnen und Helfer waren im Einsatz

Zunächst nutzte Bürgermeister Bernd Clemens (CDU) die Gelegenheit, Dank zu sagen. 160 Helferinnen und Helfer von Feuerwehren aus der Gemeinde Wenden, aus Olpe und Drolshagen, des Roten Kreuzes, des Technischen Hilfswerks, die Polizei und der gemeindliche Bauhof seien im Einsatz gewesen, um unter Einsatz ihrer Gesundheit und sogar ihres Lebens anderen zu helfen. 35 Einsätze seien an diesem Starkregentag zu bewältigen gewesen. Die Gemeinde führe inzwischen auch Gespräche mit den Geschädigten, um Wiederholungen zu verhindern. So sei die Gemeinde einem entsprechenden Netzwerk des Städte- und Gemeindebundes beigetreten, das Kommunen hinsichtlich möglicher Starkregenereignisse untersuche. Ein erstes Ergebnis liege schon vor: In Wenden werde ein Damm oberhalb des Feuerwehrhauses erhöht, um Fluten abzuleiten.

Gremium entscheidet über die Vergabe der Gelder

Der Hilfsfonds solle eine kleine Geste an die Betroffenen sein. Er habe mit zwei Anliegern gesprochen, die ihm geschildert hätten, hohe fünfstellige Summen seien an Schaden entstanden, die von keiner Versicherung gedeckt würden. Ein Hilfsfonds-Gremium mit Vertretern der Kommunalpolitik solle über die Vergabe der Gelder entscheiden. Auch sollten Richtlinien festgelegt werden, wer in den Genuss der Fonds-Gelder kommen könne.

Hier meldete sich Elmar Holterhof (Grüne). So gut die Sache an sich sei, aber die von der Verwaltung vorgeschlagenen Kriterien „machen aus dem Hilfsfonds ein Bürokratiemonster“. Insbesondere ereiferte Holterhof sich gegen die Forderung, wer Geld aus dem Fonds beanspruche, müsse sein Familieneinkommen offenlegen und einen Vermögensnachweis erbringen. Holterhof: „Das muss doch nun wirklich nicht sein.“ Wolfgang Solbach (CDU) widersprach: Als es vor 14 Jahren in Schönau zu einem ähnlichen Hochwasser gekommen sei, habe es einen ähnlichen Hilfsfonds gegeben, aber eben ohne jeden Nachweis. „Da wurde manche Waschmaschine teurer als ein Mercedes. Wir sollten das Geld da einsetzen, wo es nötig ist. Ein Einkommensnachweis ist durchaus berechtigt.“ Dem pflichtete Thorsten Scheen (UWG) bei: „Da gäbe es Fälle, da würden sich meine Nackenhaare aufstellen, wenn wir da übertrieben gesagt Millionären Geld aus einem Hilfsfonds zahlen.

Antragsverfahren ist kein Bürokratiemonster

Der Rahmen muss vorgegeben werden.“ Ludger Reuber (SPD) fand zwar, es „wäre schön, es könnte etwas einfacher werden“, sah aber den Sinn der Maßnahme ein. Bürgermeister Clemens fand, bei einer halben Seite „Voraussetzungen“ mit sechs Punkten und einer weiteren halben Seite „Antragsverfahren“ mit fünf Punkten könne von keinem Bürokratiemonster gesprochen werden. „Leider gibt es Menschen, die auch so etwas ausnutzen und ihren Vorteil daraus ziehen wollen. Das ist eine Erfahrung, die wir vor 14 Jahren in Schönau gemacht haben.“

Auf Nachfrage erklärte Baudezernent Markus Hohmann, bislang seien zehn Anträge auf einen Zuschuss aus dem Fonds eingegangen. Die Gemeindeverwaltung geht davon aus, dass am Ende jeder Antrag mit 1000 Euro aus dem Fonds bedacht werden kann.

Trotz der Kritik der Grünen stimmten diese am Ende wie alle übrigen Ausschussmitglieder mit Ja und gaben damit dem am Mittwoch tagenden Rat eine einhellige Beschlussempfehlung.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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