Demolierte Bushäuschen werden nicht mehr repariert
Wenden kapituliert vor "Vandalen"

Immer wieder werden die Scheiben, vorwiegend die hinteren Gläser, der Buswartehäuschen in der Gemeinde Wenden zerstört. Bürgermeister Bernd Clemens zieht nun die Reißleine und will vorläufig keine weiteren Reparaturen in Auftrag geben.
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  • Immer wieder werden die Scheiben, vorwiegend die hinteren Gläser, der Buswartehäuschen in der Gemeinde Wenden zerstört. Bürgermeister Bernd Clemens zieht nun die Reißleine und will vorläufig keine weiteren Reparaturen in Auftrag geben.
  • Foto: Gemeinde Wenden
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

hobö Wenden. Mit einer alles andere als erfreulichen Information wird der Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde Wenden in seiner Sitzung am Mittwoch konfrontiert. Bürgermeister Bernd Clemens hat aufgrund der immer wiederkehrenden Zerstörungen an Buswartehäuschen beschlossen, eine Reparatur der jetzt entstandenen Schäden vorläufig nicht in Auftrag zu geben. Zum wiederholten Mal sind über den Jahreswechsel 2020/2021 mutwillig Rückwandscheiben an mehreren Bushaltestellen zerstört worden (die SZ berichtete).

„Vandalen“ schlagen mehrere Scheiben ein

An fünf der gläsernen Schutzhäuschen im Bereich Hünsborn sowie einem weiteren in Wilhelmstal wurden insgesamt sieben Rückwandscheiben sowie eine Seitenscheibe zerstört. Der hierbei entstandene Schaden beläuft sich auf Grundlage eines Angebotes einer Fachfirma auf 5945 Euro. Hinzu kommen Personal- und Fahrzeugkosten des gemeindlichen Bauhofes, der laut Mitteilung aus dem Rathaus mehrere Stunden mit der Reinigung der Wartehallen und der Beseitigung der dort liegenden Glassplitter beschäftigt war.

Zahl mutwilliger Zerstörungen steigt stark an

Während früher etwa zwei oder drei Scheiben jährlich durch Unachtsamkeit – hauptsächlich von Kindern – zerstört worden seien und sich die Verursacher meist gemeldet hätten, um die entstandenen Schäden zu erstatten, berichtet die Verwaltung nunmehr von einer zunehmenden Zahl mutwilliger Zerstörungen.
Auffällig dabei: Betroffen ist insbesondere der Bereich Hünsborn sowie die an der Strecke Hünsborn-Rothemühle-Hillmicke-Gerlingen gelegenen Unterstellmöglichkeiten an den Bushaltestellen. Oft sei zu beobachten, dass die gerade reparierten Scheiben erneut zerstört würden, die angrenzenden älteren jedoch nicht. Als auffällig bewertet man im Wendener Rathaus ferner, dass fast ausnahmslos die Gläser der Rückwände an den Buswartehäuschen zerstört würden – als ob dies aus einem vorbeifahrenden Fahrzeug heraus erfolge.
Die Gemeinde Wenden verweist in ihrer Stellungnahme für den Bau- und Planungsausschuss, dass ähnliche Vandalismusfälle im Siegerland (unter anderem in Krombach, Netphen, Buchen-Solbach und Eiserfeld) aufgetreten seien.

Kosten des Vandalismus in der Gemeinde Wenden explodieren

Die von der Wendener Kommune aufzubringenden Kosten für die Reparatur haben sich bis vor wenigen Jahren im Bereich von 800 bis 1500 Euro jährlich bewegt. In den vergangenen beiden Jahren sind die Kosten jedoch explosionsartig angestiegen. 2016 waren 2900 Euro für die Reparaturen vonnöten, 2017 etwa 1500 Euro und 2018 überhaupt keine Ausgaben, da keine Schadensfälle vorlagen. 2019 aber kletterte die Schadenssumme auf 5700 und 2020 gar auf 6700 Euro. 2018 hatte die Gemeine übrigens in einer Mitteilung erklärt, dass sie die Schäden nicht mehr repariere. Ob deshalb in jenem Jahr keine Beschädigung erfolgte, sei natürlich rein spekulativ.
Bürgermeister Bernd Clemens aber will dieses Vorgehen nun wiederholen und möchte die Schäden der wiederkehrenden Zerstörungen nicht mehr beheben lassen. Eine Strafanzeige bei der Kriminalpolizei wurde – wie auch in den vorherigen Fällen – auch bei den jüngsten Taten der „Vandalen“ gestellt.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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