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Gemeinsam gegen den Mähtod
"Wendsche Kitzrettung" ist gestartet

Thomas Clemens (MTB), Sebastian Leineweber (Landwirtschaftlicher Lokalverein), Bernd Eichert (Landwirtschaftlicher Kreis-verband), Ralf Schneider (Jäger), Michael Sommer (Förster), Michael Kotula (MTB), Hauke Röckinghausen (Volksbank Olpe-Wenden-Drolshagen) und Gregor du Moulin (MTB) stellen das Projekt „Wendsche Kitzrettung“ auf einer Wiese bei Brün vor.
  • Thomas Clemens (MTB), Sebastian Leineweber (Landwirtschaftlicher Lokalverein), Bernd Eichert (Landwirtschaftlicher Kreis-verband), Ralf Schneider (Jäger), Michael Sommer (Förster), Michael Kotula (MTB), Hauke Röckinghausen (Volksbank Olpe-Wenden-Drolshagen) und Gregor du Moulin (MTB) stellen das Projekt „Wendsche Kitzrettung“ auf einer Wiese bei Brün vor.
  • Foto: Holger Böhler
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

hobö Brün. Eine illustre Runde aus Mountainbikern, Jägern, Landwirten fand sich dieser Tage auf einer Wiese bei Brün ein. Sie stellten ein interessantes Projekt vor: die „Wendsche Kitzrettung“. Pünktlich zur ersten Mahd sind unter anderem die Mitglieder des Vereins „MTB (Mountainbike) Wendener Land“ mit vielen weiteren freiwilligen Helfern unterwegs. Sie wollen verhindern, dass sich Rehkitze in den Wiesen aufhalten, wenn der erste Schnitt ansteht. Das Problem ist, dass den kleinen Tieren noch der Fluchtinstinkt fehlt. Rund 100 000 Rehkitze kommen auf diese Weise in Deutschland jedes Jahr ums Leben. Der MTB Wendener Land will das nicht hinnehmen und hat deshalb die Unterabteilung Rehkitzrettung auf die Beine gestellt.
Drohnen und WärmebildkamerasWas genau passiert bei der Kitzrettung?

hobö Brün. Eine illustre Runde aus Mountainbikern, Jägern, Landwirten fand sich dieser Tage auf einer Wiese bei Brün ein. Sie stellten ein interessantes Projekt vor: die „Wendsche Kitzrettung“. Pünktlich zur ersten Mahd sind unter anderem die Mitglieder des Vereins „MTB (Mountainbike) Wendener Land“ mit vielen weiteren freiwilligen Helfern unterwegs. Sie wollen verhindern, dass sich Rehkitze in den Wiesen aufhalten, wenn der erste Schnitt ansteht. Das Problem ist, dass den kleinen Tieren noch der Fluchtinstinkt fehlt. Rund 100 000 Rehkitze kommen auf diese Weise in Deutschland jedes Jahr ums Leben. Der MTB Wendener Land will das nicht hinnehmen und hat deshalb die Unterabteilung Rehkitzrettung auf die Beine gestellt.

Drohnen und Wärmebildkameras

Was genau passiert bei der Kitzrettung? Landwirte oder Jagdpächter kontaktieren den Verein kurz bevor die Felder gemäht werden sollen. Die Rehkitzretter rücken ganz früh am Morgen an und suchen mit Hilfe von Drohnen mit Wärmebildkameras nach den Kitzen. Sind die Kitze gefunden, werden sie vorsichtig mit Handschuhen und Gras aus dem Feld geholt und am Rand der Wiesen unter Schutzkörben abgelegt. Ist die Mahd durch, setzen die Retter die Kitze ganz in der Nähe des Felds im hohen Gras wieder aus. Über Pieplaute findet die Rehmutter dann zurück zu ihrem Kitz.

Naturschutz in der Satzung verankert

Warum engagiert sich gerade ein Mountainbike-Verein für dieses Naturschutzprojekt? Das erklärt MTB-Vorsitzender Thomas Clemens, so: „Wir als Mountainbiker werden in der Öffentlichkeit oft nicht als Naturliebhaber und -schützer wahrgenommen. Dem wollen wir als Verein entgegentreten, weshalb in der Satzung unseres Vereins der Naturschutz von Beginn an verankert wurde. Wir wollen auch Bindeglied und Brückenbauer zwischen den unterschiedlichen Interessen der Waldeigentümer und -nutzer sein. Daher sind wir an jedem Projekt interessiert, was neue gemeinsame Wege für die unterschiedlichen Interessen sucht.“

Spendengelder in Höhe von 9000 Euro

Durch monetäre Hilfe interessierter Bürger, Landwirte und Sponsoren war es möglich, eine erste Drohne mit hochauflösender Wärmebildkamera anzuschaffen. „Dank der finanziellen Unterstützung können die Anschaffung einer Drohne selbst stemmen“, freut sich Förster Michael Sommer aus Vahlberg, einer der Initiatoren dieses ehrgeizigen Projektes. Rund 9000 Euro hat der Verein in die technische Ausrüstung gesteckt, die komplett über Spenden finanziert wurde. Ein besonderes Dankeschön richtet der Verein daher an den Landwirtschaftlichen Kreisverband, den Landwirtschaftlichen Lokalverein für die Gemeinde Wenden, die Volksbank in Wenden, die Firma Buchen Landtechnik, Dennis Dochow und LVM-Versicherungsagentur Sandra Halberstadt.

Tatkräftige Unterstützung bekommen die Kitzretter dabei vor allem von den Landwirten selbst. Um die Kitze von den Wiesen fernzuhalten, kommen sogenannte Vergrämungsgeräte zum Einsatz. Sie geben unregelmäßige Licht- und Tonsignale ab. Auch im Wind flatternde Plastiktüten und –bänder auf Holzpfählen können helfen. Diese Geräte sollen Unruhe in die Wiese bringen. „Sie dürfen aber maximal ein bis zwei Tage vor der Mahd gesteckt werden, besser noch am Vorabend“, erklärt Michael Kotula, MTB-Mitglied und Jäger aus Brün. In Zusammenarbeit mit der interessierten und engagierten lokalen Jägerschaft werden Stellen ausgemacht, an denen die Ricken besonders gerne die Kitze ablegen. Von diesen gilt es, das Wild zu vergrämen.

"Eine tolle Zusammenarbeit"

Flächen, auf denen sich der Einsatz der Vergrämungsgeräte nicht eignet, können nun mit der vereinseigenen Drohne mit Wärmebildkamera abgesucht werden. „Eine tolle Zusammenarbeit“, wie alle Beteiligten betonen. Wiesen, an denen die Technik an ihre Grenzen kommt, werden überdies von den Freiwilligen in dichten Reihen durchlaufen und nach Kitzen abgesucht. Das bindet eine große Zahl an Helfern, weswegen sich der Verein über jede Mithilfe freut.

Interessierte, Helfer, Unterstützer und Sponsoren, aber auch betroffene Landwirte und Jäger können sich an die „Wendsche Kitzrettung“ wenden: Tel. 0171 / 3 59 30 13, E-Mail an info@forstkontor-sommer.de oder über die Webseite des MTB Wendener Land mtbwendenerland.de. Auch über finanzielle Unterstützung freut sich der Verein.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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