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Bürger über 90 werden persönlich besucht
Wenn der Bürgermeister klingelt…

Bernd Clemens, hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Wenden, Jutta Hecken-Defeld, 2. stellv. Bürgermeisterin, und Ludger Wurm, 1. stellv. Bürgermeister, besuchen am Ende des Jahres die über 90-Jährigen im Wendener Land. Das Foto entstand kurz nach der Wahl der ehrenamtlichen Stellvertreter im Gemeinderat. Um kein erhöhtes Risiko hervorzurufen, wurde auf einen Fototermin bei den Senioren verzichtet.
  • Bernd Clemens, hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Wenden, Jutta Hecken-Defeld, 2. stellv. Bürgermeisterin, und Ludger Wurm, 1. stellv. Bürgermeister, besuchen am Ende des Jahres die über 90-Jährigen im Wendener Land. Das Foto entstand kurz nach der Wahl der ehrenamtlichen Stellvertreter im Gemeinderat. Um kein erhöhtes Risiko hervorzurufen, wurde auf einen Fototermin bei den Senioren verzichtet.
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hobö Wenden. Das Wirken eines hauptamtlichen Bürgermeisters und seiner ehrenamtlichen Stellvertreter ist sicherlich nicht immer vergnügungssteuerpflichtig – auch nicht in der Gemeinde Wenden. Doch zum Ende eines jeden Jahres übernehmen sie im Wendener Land eine „Aufgabe“, die zwar durchaus aufwändig ist, gleichwohl aber von den drei Amtsträgern sehr geschätzt wird: Sie besuchen alle Frauen und Männer, die ihr 90. Lebensjahr vollendet oder bereits überschritten haben – und natürlich gesundheitlich in der Lage sind, den Besuch zu empfangen.
Bürgermeister übernimmt eine Tradition
„Die Leute freuen sich riesig“, berichtet Ludger Wurm, 1. stellv.

hobö Wenden. Das Wirken eines hauptamtlichen Bürgermeisters und seiner ehrenamtlichen Stellvertreter ist sicherlich nicht immer vergnügungssteuerpflichtig – auch nicht in der Gemeinde Wenden. Doch zum Ende eines jeden Jahres übernehmen sie im Wendener Land eine „Aufgabe“, die zwar durchaus aufwändig ist, gleichwohl aber von den drei Amtsträgern sehr geschätzt wird: Sie besuchen alle Frauen und Männer, die ihr 90. Lebensjahr vollendet oder bereits überschritten haben – und natürlich gesundheitlich in der Lage sind, den Besuch zu empfangen.

Bürgermeister übernimmt eine Tradition

„Die Leute freuen sich riesig“, berichtet Ludger Wurm, 1. stellv. Bürgermeister der Gemeinde Wenden, und verdeutlicht mit diesen Worten einhergehend, warum die drei Amtsträger die Besuchsrunde bei den Ü-90-Mitbürgern so gerne drehen. „Ich durfte hiermit eine richtig schöne Tradition von meinem Amtsvorgänger, Peter Brüser, übernehmen“, ergänzt Bernd Clemens, der hauptamtliche Bürgermeister der Wendener Gemeinde. „Ich war gleich in meinem ersten Amtsjahr total begeistert, wie sehr sich die Besuchten freuen.“ Vor sechs Jahren, nämlich unmittelbar nach seinem Amtsantritt im Oktober 2015 sowie auch noch 2016, ging Clemens die Visiten bei den Ü-90ern noch alleine an, doch seither unterstützen ihn die beiden stellv. Bürgermeister.

Besuche fallen Pandemie-bedingt kürzer aus

Kein Wunder, ist die Zahl derer, die älter als 90 Jahre sind, geradezu sprunghaft angestiegen. Im Jahr 2015 lebten 80 Männer und Frauen dieser Altersgruppe zu Hause. Heute sind es 138. Hinzu kommen noch die Bewohner in den beiden großen Senioreneinrichtungen. Im St.-Josefsheim in Wenden sind es 20 und im „Haus Elisabeth“ in Rothemühle derer 14. Die Heime sucht Bernd Clemens eigentlich selbst auf, um im Rahmen einer kleinen Feierstunde Präsente zu überreichen und mit den Bewohnern Weihnachtslieder zu singen. Die Corona-Pandemie veranlasste aber dazu, diese Heimbesuche auch in diesem Jahr fallen zu lassen. Mit der schönen Geste sollte schließlich kein zusätzliches Infektionsgeschehen einhergehen. Auch die Hausbesuche fielen in diesem Jahr Pandemie-bedingt kürzer aus, gleichwohl wurden unter Einhaltung der Regeln viele Seniorinnen und Senioren besucht.

Dieser Besuch ist sehr wertvoll. Die Leute spüren, dass ihre Gemeinde an ältere Bürger und an sie persönlich denkt.
Ludger Wurm
1. stellv. Bürgermeister

Besondere Wertschätzung im ,,Wendschen''

Bernd Clemens stattete selbst 80 über 90-Jährigen einen Besuch ab. Ludger Wurm besuchte 50 Mitbürger und die 2. stellv. Bürgermeisterin, Jutta Hecken-Defeld, knapp 40. Sie wurde bekanntlich im vergangenen Jahr in dieses Amt gewählt und „drehte“ diesmal ihre zweite „schöne, schöne Runde“. Dabei entwickelten sich bemerkenswerte Gespräche, erzählt sie. „Und ich bin überrascht, wie fit die meisten sind.“ Es sei deutlich erkennbar, dass die Besuchten und deren Angehörige den Besuch des Bürgermeisters oder seiner Stellvertreter als besondere Wertschätzung empfänden.

Zuhören macht glücklich

Dem pflichtet Ludger Wurm bei. „In dieser Altersgruppe gibt es eine ganz andere Wertschätzung für das Amt des Bürgermeisters, die haben eine völlig andere Wahrnehmung für einen solchen Besuch.“ Und wenn man den so lebenserfahrenen Menschen dann noch ein Gespräch anbiete, wirke das nachhaltig. Die Corona-Situation habe bei vielen das Bedürfnis nach Kommunikation verstärkt. „Man braucht einfach nur zuhören, das macht glücklich“, betont Wurm. „Da bekommt man fast ein schlechtes Gewissen, wenn man wieder gehen muss und diese Besuchsrunde nur einmal im Jahr stattfinden kann.“ Denn, so ergänzt der 1. stellv. Bürgermeister, „dieser Besuch ist sehr wertvoll. Die Leute spüren, dass ihre Gemeinde an ältere Bürger und an sie persönlich denkt.“

Älteste Bürgerin ist stolze 104 Jahre alt

Und so wird es zuweilen gesellig. „Die Rüstigen stellen sofort eine Flasche auf den Tisch“, weiß Jutta Hecken-Defeld zu berichten. Und dabei werde gerne von der Vergangenheit erzählt: von der Familie, von Kriegserlebnissen, von der Entwicklung im Dorf und durchaus gerne Anekdoten. Zuweilen landen Fotos auf dem Tisch, beispielsweise vom Jahr als Schützenkönig respektive -königin.

Offenbar gibt es auch besondere Räume im „Wendschen“, wo gute Bedingungen fürs Altwerden herrschen. So besuchte Bürgermeister Clemens an der Hünsborner Straße in Wenden, in der sogenannten „Rummel“, auf etwa 150 Metern Wegstrecke gleich fünf Bürger im Alter über 90 Jahren bis hin zu 102 Jahren. Der älteste Bürger der Gemeinde ist eine Einwohnerin in Schönau, die am 20. Dezember stolze 104 Jahre alt wurde.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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