SZ

„Kulturwerkstatt“ in Ottfingen
Westflügel der ehemaligen Grundschule erwacht zum Leben

Der Westflügel der ehemaligen Grundschule Ottfingen wird in eine „Kulturwerkstatt“ umgewandelt. Dafür hat haben sich Projektgruppen der Zukunfts-Werkstatt Ottfingen (ZWO) stark gemacht.
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  • Der Westflügel der ehemaligen Grundschule Ottfingen wird in eine „Kulturwerkstatt“ umgewandelt. Dafür hat haben sich Projektgruppen der Zukunfts-Werkstatt Ottfingen (ZWO) stark gemacht.
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yve Ottfingen. Peter Solbach schließt die Tür zum Westflügel der ehemaligen Grundschule in Ottfingen auf. Lange ist hier kein Schulbuch mehr aufgeschlagen worden, seit 2016 ist die Bildungseinrichtung geschlossen. Nach erfolglosem Ringen um den Erhalt resignierten die Ottfinger seinerzeit nicht. Sie wurden tätig. Engagierte Personen gründeten die Zukunftswerkstatt Ottfingen (ZWO).

Die erste große Aufgabe: Nach Ideen und Möglichkeiten zu suchen, die Immobilie einer nachhaltigen Folgenutzung zuzuführen. Das Vorhaben gelingt. Eine Projektgruppe von ZWO gründete einen Elternverein, der Altbau wurde in Absprache mit der Gemeinde zur Kindertagesstätte „Ottfinger Dorfnest“ umgebaut. Und bald erwacht der Westflügel zum Leben.

yve Ottfingen. Peter Solbach schließt die Tür zum Westflügel der ehemaligen Grundschule in Ottfingen auf. Lange ist hier kein Schulbuch mehr aufgeschlagen worden, seit 2016 ist die Bildungseinrichtung geschlossen. Nach erfolglosem Ringen um den Erhalt resignierten die Ottfinger seinerzeit nicht. Sie wurden tätig. Engagierte Personen gründeten die Zukunftswerkstatt Ottfingen (ZWO).

Die erste große Aufgabe: Nach Ideen und Möglichkeiten zu suchen, die Immobilie einer nachhaltigen Folgenutzung zuzuführen. Das Vorhaben gelingt. Eine Projektgruppe von ZWO gründete einen Elternverein, der Altbau wurde in Absprache mit der Gemeinde zur Kindertagesstätte „Ottfinger Dorfnest“ umgebaut. Und bald erwacht der Westflügel zum Leben. Das Vorhaben „Kulturwerkstatt“ zeugt von kreativen Ideen, nicht zuletzt von unzähligen, freiwillig geleisteten Arbeitsstunden.
Peter Solbach vom ZWO-Kernteam zeigt der SZ am Freitagmorgen vor Ort, welche Synergien in Zukunft alle Generationen zusammenführen sollen. Bereits am Abend zuvor hatte er die Pläne in der Bürgerversammlung in Ottfingen vorgestellt.

„Kulturwerkstatt“ in Ottfingen: Kleinkunstbühne und Projektkino

Im langen Korridor mit großer Fensterfront zeigt Peter Solbach auf die Decke – „die machen wir neu“. Ansonsten bleibe der Flur in seinem Ursprung erhalten. Nur wenige Schritte weiter im Verbindungsareal zu früheren Schulräumen klopft er auf den Putz, „hier legen wir die alten Ziegel frei“. Sein Blick geht wieder zur Decke, in der ein Loch klafft. Zu sehen ist gewölbter Beton, „der wird sichtbar gemacht und schwarz gestrichen“. In das Industriecharme-Ambiente zieht das Projekt-Café ein. Der Boden erhält eine geschliffene Betonoptik, erhöhte Tische und Bänke ergänzen die ungezwungenen Ausstattung.

Aus einem früheren Klassenzimmer wird ein Raum für Kino, Kleinkunstbühne, Workshops, Konferenzen und Tagungen.
  • Aus einem früheren Klassenzimmer wird ein Raum für Kino, Kleinkunstbühne, Workshops, Konferenzen und Tagungen.
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Peter Solbach öffnet eine Tür, zu sehen sind leere Tische und Stühle. Kaum vorstellbar, dass es in diesem Zimmer bald heißt – Vorhang auf! Eine barrierefreie Kleinkunstbühne und ein Projektkino finden hier ihren Platz. Die Technik, die verbaut werde – samt Akustikdecke –, gehöre dem neuesten Stand an. „Es können Filme in bester Kinoqualität gezeigt werden.“ Das Equipment biete die Möglichkeit, in diesem Multifunktionsraum Tagungen, Workshops und Konferenzen abzuhalten. Die Nutzung sei natürlich nicht nur den Ottfingern vorbehalten, hält Solbach fest. Die gesamte „Kulturwerkstatt“ stehe allen offen – „das ist ein überregionales Projekt“. Im Kino könne zum Beispiel erst ein Film über die Esskultur in der Mongolei geschaut und im Anschluss Speisen aus dem östlichen Zentralasien gekocht werden.

„Kulturwerkstatt“ in Ottfingen: Voll ausgestattete Küche

Apropos Kochen, selbst das ist in der „Kulturwerkstatt“ nicht nur möglich, sondern gehört bewusst zum Konzept. Eine voll ausgestattete Küche wird in den Westflügel integriert, in der Mitte eine Kochinsel für bis zu zwölf Personen, an der schnippeln, schälen und schneiden erwünscht ist. Mit Freunden, in Kleingruppen oder kulturübergreifend über den Töpfen zu stehen, sei ein kommunikativer Akt, ebenso wie das Zusammensein am Tisch. Das habe etwas Ursprüngliches, erinnere an frühere Zeiten.

Die Menschen werden begeistert sein.
Peter Solbach
Zukunftswerkstatt Ottfingen

Solbach schreitet in den nächsten Raum – „dort hat damals der Rektor gesessen“. Einzug hält nun diverses Material in Form von Fotos, Dias, historischen Dokumenten, die im neuen Dorfarchiv digitalisiert werden können, „damit wertvolle Dinge nicht verloren gehen“. Christian Arns von der Projektgruppe „Dorfarchiv“ habe für den Betrieb viele junge Leute um sich geschart, „die sind auf Zack“.

„Kulturwerkstatt“ in Ottfingen: Baubeginn im nächsten Jahr geplant

Im Obergeschoss des Westflügels ist ein Raum bereits einer anderweitigen Nutzung zugeführt worden. Der „JuKids“-Förderverein für Kinder und Jugendliche aus Ottfingen hat sich dort in Eigenregie eingerichtet. Rechts vom Eingang proben seit vielen Jahren die Chöre, im Untergeschoss übt der Musikverein. Die anliegende Sport- und Eventhalle wird seit geraumer Zeit für Veranstaltungen genutzt.

Das Areal, das den Korridor mit weiteren Gebäudeteilen verbindet, wird zu einem Projektcafé in Industriecharme-Ambiente ausgebaut.
  • Das Areal, das den Korridor mit weiteren Gebäudeteilen verbindet, wird zu einem Projektcafé in Industriecharme-Ambiente ausgebaut.
  • Foto: Yvonne Clemens
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Die Verwandlung des übrigen Teils des Westflügels in eine „Kulturwerkstatt“ finanziert sich aus Fördermitteln des „Leader“-Programms und Zuschüssen von der Gemeinde, die Eigentümerin der Immobilie bleibt. „Einige Arbeiten erledigen wir selbst.“ Ehrenamtliche dafür zu finden dürfte in Ottfingen kein Problem sein. „Wir arbeiten in Projektteams, das hat nicht die Bindung wie in einem Vorstand“, erklärt Solbach die enorme Einsatzbereitschaft im Dorf. Mit dem Baubeginn rechne er im nächsten Jahr, mit der Fertigstellung, die zum Nutzungs-Dreiklang „Dorfnest“, Sport- und Eventhalle sowie „Kulturwerkstatt“ führe, ebenfalls. Eines wisse er jetzt schon – „die Menschen werden begeistert sein“.

Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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