»Wir müssen Türen offen halten«

Treffpunkt »Motion« für alle Jugendliche / Stärkung und große Orientierungshilfe

sz Ottfingen. Seit Oktober 2002 gibt es das »Motion« nun als Treffpunkt für Jugendliche in Ottfingen. Mehr als ein Jahr vorher kamen Jugendliche und fragten, ob es möglich wäre, einen Raum zum Austausch zu schaffen. Darauf hin machten sich der Sachausschuss Jugend des Pastoralverbundes Biggetal Gedanken zur Umsetzung. An der Eröffnungsfeier Ende September 2002 sagte der leider schon verstorbene Paul Luke: »Die Genehmigung dieses Raums stellte sich zwar als äußerst kniffelig dar, aber wir haben es geschafft.« Mittlerweile steht den Jugendlichen ein eigener Raum mit 37 Quadratmetern zur Verfügung.

Die Treffpunktarbeit wird ausschließlich von ehrenamtliche Jugendlichen und Erwachsenen geleitet, gehört aber zur offenen Jugendarbeit, die in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnt. Vom kirchlich-pastoralen Auftrag her, wie es in den Grundlagen und Eckpunkte katholischer Jugendarbeit im Erzbistum Paderborn heißt, lässt sich Jugendarbeit verstehen »…als Wirken der Kirche mit und an jungen Menschen und durch sie selbst. Unter jungen Menschen möchte die Kirche dabei ihren Grundauftrag verwirklichen, nämlich Sakrament, also Zeichen der Herrschaft Gottes, des Heiles und der Befreiung in dieser Welt zu sein. Dabei steht nicht die Rekrutierung von Kindern und Jugendlichen im Vordergrund, sondern sie zu einem Leben am Weg Jesu orientiert zu motivieren und zu befähigen«. Kirchliche Jugendarbeit erfüllt darin ebenso einen gesellschaftlichen Auftrag den das Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) im Einzelnen ausformuliert. Es stützt sich dabei auf das Recht eines jeden jungen Menschen auf Förderung seiner Entwicklung und Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit und schafft für sie damit positive Lebensbedingungen.

Das »Motion« in Ottfingen gehört im Pastoralverbund Biggetal wie auch das »Zickzack« in Hünsborn zur dezentralen kirchlichen offenen Jugendarbeit, das ausgebaut werden soll. Ein weiteres Kennzeichen der Treffpunktarbeit ist die Freiwilligkeit: Es ist ein offenes Angebot. Das impliziert jedoch auch, dass grundsätzlich alle Kinder und Jugendlichen kommen können, ohne das es spezielle Zugangsvoraussetzungen gibt wie eine Mitgliedschaft oder Beiträge. Hier werden im Gegensatz zur regelmäßigen Gruppenarbeit primär unverbindliche, niederschwellige Angebote für Jugendliche gesetzt.

Ziel ist es, Raum für soziale Kontakte zu schaffen, geschützten Entfaltungsfreiraum zum Experimentieren für Selbsterfahrung, Verantwortung, Talente und Fähigkeiten zu bieten sowie die Stärkung des Selbstwertgefühls und Prävention von Ideologien voran zu bringen. Durch das personale Angebot von Ehrenamtlichen sowie der Mitwirkung der Seelsorger wird den Besuchern deutlich, dass sie ernst genommen werden und das alle (in Ottfingen gibt es etwa 340 Kinder und Jugendliche zwischen neun und 18 Jahren; 269 sind katholisch) willkommen sind.

»Durch das mannigfaltige Angebot unserer Gesellschaft wird es für unsere Kinder immer schwieriger sich zu orientieren. Außerdem wird durch die Individualisierung die Verbindlichkeit und Zuordnung weniger. Hier sind wir als Kirche und Gesellschaft gefragt, unsere Nachkommen auf die veränderten Anforderungen und Gesellschaftsprozesse hin zu fördern, stärken und ihnen Orientierungshilfen zu geben.

Wir müssen die Türen offen halten und einladen, damit die Jugendlichen durch diese Tür gehen können. Ob sie gehen oder lieber vor der Tür stehen bleiben, ist eine Entscheidung, die wir den Kindern und Jugendlichen nicht abnehmen können«, so Diakon Hermann J.Klement.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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