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Exotisches Tier in Hünsborn entdeckt
Woher kommt das Stachelschwein?

Wie fängt man ein Stachelschwein? Einfach ist es jedenfalls nicht, haben die Sauerländer festgestellt.
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  • Wie fängt man ein Stachelschwein? Einfach ist es jedenfalls nicht, haben die Sauerländer festgestellt.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

hobö Hünsborn. Für den gemeinen Sauerländer ist die Begegnung mit einem wildlebenden Tier durchaus nichts Ungewöhnliches. Auch für Martin Fenske aus Hünsborn nicht. Am vergangenen Freitag rieb sich der 20-Jährige aber dann doch verwundert die Augen. Als er ein Garagentor öffnete, stand plötzlich ein Stachelschwein in voller Pracht in der Einfahrt. Noch verwunderter schaute Fenske drein, als sich das Tier auf ihn zubewegte und gar an seiner Hose schnupperte. Die Verwunderung ist das eine, die Frage, was nun zu tun ist, das andere. Streicheln schied aus nachvollziehbaren Gründen jedenfalls aus.
Stachelschwein lässt sich nicht einfangenDie ungewöhnliche Begegnung von Martin Fenske fand am vergangenen Freitag gegen 19.

hobö Hünsborn. Für den gemeinen Sauerländer ist die Begegnung mit einem wildlebenden Tier durchaus nichts Ungewöhnliches. Auch für Martin Fenske aus Hünsborn nicht. Am vergangenen Freitag rieb sich der 20-Jährige aber dann doch verwundert die Augen. Als er ein Garagentor öffnete, stand plötzlich ein Stachelschwein in voller Pracht in der Einfahrt. Noch verwunderter schaute Fenske drein, als sich das Tier auf ihn zubewegte und gar an seiner Hose schnupperte. Die Verwunderung ist das eine, die Frage, was nun zu tun ist, das andere. Streicheln schied aus nachvollziehbaren Gründen jedenfalls aus.

Stachelschwein lässt sich nicht einfangen

Die ungewöhnliche Begegnung von Martin Fenske fand am vergangenen Freitag gegen 19.30 Uhr auf dem Gelände des elterlichen Betriebs, der Firma Fest-Span im Industriegebiet „Hünsborn-Südwest“, statt. Mutter Ulrike Fenske nahm umgehend Kontakt zu einem Jäger auf, der sich spontan einfand, um beim Einfangen des Stachelschweins zu helfen. Einfacher gesagt, als getan. Denn das Tier wusste nichts von den guten Absichten der interessierten Menschen und gab deutlich zu verstehen, dass eine Annäherung schmerzhaft enden könnte.

Zwei Stachelschweine aus Zoo in Osnabrück entwischt

Bei der Online-Recherche fand Ulrike Fenske heraus, dass zwei Stachelschweine am 18. November aus dem Osnabrücker Zoo verschwunden sind. Während das Männchen inzwischen eingefangen werden konnte, wird weiterhin fieberhaft nach dem Weibchen gesucht. Auf den Hinweis der Familie Fenske hin, entsandte der Zoo bereits am Montag ein vierköpfiges Team nach Hünsborn, um beim Einfangen des Stachelschweins zu helfen. Immer wieder sah man das possierliche Nagetier, hatte es zwischenzeitlich sogar mit einem Käscher dingfest gemacht, aber letztlich gelang dem stacheligen Vierbeiner die erneute Flucht.
Doch ein derartiges Tier ist bei den derzeitigen Temperaturen um den Gefrierpunkt nicht wirklich gut im Südsauerland aufgehoben. Weißschwanz-Stachelschweine leben eigentlich in der Türkei, im östlichen Mittelmeerraum, in Zentralasien, Indien, Nepal und China. Sie gehören zu den größten Nagetieren und ernähren sich von Pflanzenknollen, Wurzeln, Baumrinde und Früchten. Sie erreichen eine Körperlänge von rund 60 bis 90 Zentimetern und ein Gewicht von etwa 13 bis 23 Kilogramm. „Das ist so beeindruckend, dass man es nicht anfassen möchte“, umschreibt Ulrike Fenske ihren Eindruck.

Köder in Hünsborn ausgelegt

In dem vielköpfigen Helferteam in Hünsborn keimte der Gedanke auf, das Tier anzuködern. Mehmed Besic, der in direkter Nachbrschaft zur Firma Fest-Span einen metallverarbeitenden Betrieb führt, stellte dort eine Gartenhütte bereit. Hier legte man Stroh und Futter aus. Und siehe da, das Stachelschwein eilte herbei und konnte in der Hütte eingeschlossen werden. Damit war es aber noch nicht gefangen. Es benötigte letztlich den Einsatz von vier Helfern, um das Stachelschwein zu „überwältigen“ und für den Transport nach Osnabrück „einzupacken“. Am Mittwoch ging es dann Richtung Niedersachsen.
Inzwischen steht fest, dass es sich bei dem Hünsborner Exemplar nicht um das entlaufene Weibchen aus dem Osnabrücker Zoo handelt. Niemand aber weiß, woher es stammt. Anrufe bei den Veterinärämtern der Kreises Olpe sowie Siegen-Wittgenstein halfen nicht weiter. Das Schwein stammt auch nicht aus dem Tierpark Niederfischbach oder dem Affen- und Vogelpark Eckenhagen.

Herkunft des Stachelschweins unklar

Lisa Simon, Pressesprecherin im Zoo Osnabrück, erläuterte auf Anfrage der SZ, dass man Stand jetzt noch nicht wisse, woher das im Südsauerland gefundene Stachelschwein stammt. Da das Tier gechipt sei, hoffe man aber noch, die gespeicherten Daten auslesen zu können. Sobald man mehr wisse, werde der Zoo die Öffentlichkeit informieren. Stachelschweine gehörten im Übrigen nicht zu den geschützten Tierarten, man dürfe es auch unter gewissen Voraussetzungen privat halten, so Lisa Simon
Die Familie Fenske aus Hünsborn sowie alle an der Suche und dem Fang beteiligten Personen freuen sich jedenfalls, dass das Tier nun an einen warmen und sicheren Ort gelangt ist – Schwein gehabt.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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