»Zug Erdwall« bald abgefahren

Hünsborner CDU-Mitglieder bemängeln fehlende Unterstützung für Lärmschutz an A45

rudi Hünsborn. Man habe sogar mehr Projekte durchgesetzt, als bei der zurückliegenden Wahl versprochen worden waren, zog die Ortsunionsvorsitzende der Hünsborner CDU, Simone Kinkel, am Mittwochabend positive Bilanz. Sie tat dies, als sich die Mitglieder zu einer »lockeren Diskussionsrunde« im örtlichen Gasthof »Zu den Dreikönigen« eingefunden hatten. Lediglich das »Sorgenkind Erdwall« beschert Vorstand und Mitgliedern weiterhin »schlaflose Nächte«. »Dieses Thema wird uns noch länger beschäftigen«, teilte Simone Kinkel den Anwesenden mit.

Begründung eher eine Ausrede

Seit mehr als zehn Jahren steht der Weiterbau des Lärmschutzwalls entlang der Sauerlandlinie auf der Tagesordnung der Ortsunion. Trotz intensiver Bemühungen scheint jedoch im wahrsten Sinne des Wortes, weiterhin »kein Land in Sicht« zu sein. Die Umleitung des Baches sowie eine entsprechende Befestigung des Gebietes werde von den zuständigen Behörden immer wieder als Problem angeführt, berichtete Michael Halbe. Angesichts der Tatsache, dass gerade in den vergangenen Jahren im Bereich der Baumaterialien und –mittel jedoch große Verbesserungen gegeben habe, sei diese Begründung eher eine Ausrede.

Auch Bürgermeister Peter Brüser habe diesbezüglich nicht immer Wort gehalten, so der Vorwurf aus Hünsborn. So habe er noch vor Beginn der Bauarbeiten des neuen Teilstücks der A4 zugesichert, dass anfallender Erdaushub eher zur Errichtung des Hünsborner Lärmwalls verwendet werde, als diesen im Wendener Steinbruch aufzuschütten. Das Gegenteil sei allerdings der Fall. »Ich habe den Eindruck, dass der Erdwall Hünsborn nicht ganz oben auf der Prioritätenliste in Wenden steht«, bemängelte auch Kreistagsmitglied Bernd Arns. In den vergangenen Jahren sei keine Entwicklung sichtbar gewesen, so Arns: »Da muss ich davon ausgehen, dass die politische Gewichtung eine andere ist.« Hinsichtlich des Erdwalls sei aus seiner Sicht keine logische Argumentation zu erkennen. Trotzdem schiebe er keinem Einzelnen die Schuld zu, betonte Arns, vielmehr seien vielerlei Faktoren für diesen »Stillstand« verantwortlich.

Einig waren sich alle Mitglieder, dass der »Zug Erdwall« bald abgefahren sei. »Wenn das mit der Erdmasse der A4 nicht klappt, sieht es für die nächsten Jahre düster aus«, prognostizierte Jürgen Greis diesbezüglich. Um die Bemühungen noch einmal zu verstärken, setzte man deshalb auf CDU-MdB Hartmut Schauerte sowie MdL Theo Kruse auf das Thema an. Denn – so habe man feststellen müssen – die Probleme könnten nicht von Wenden oder Olpe alleine gelöst werden. Kruse habe erst kürzlich einen Termin mit dem zuständigen Ministerium ausgehandelt, um die Gespräche erneut aufzunehmen. Aber: Um diese Sache anzugehen, sei auch eine überparteiliche Zusammenarbeit nötig, appellierte auch Michael Halbe an die Mitglieder. »An dieses Thema muss man mit vereinten Kräften rangehen«.

Mit vereinten Kräften möchte sich die Ortsunion auch für eine zweite Fördergruppe behinderter Kinder im Wendener Schulzentrum stark machen. »Gerade wir als CDU müssen uns da enorm einsetzen«, betonte Simone Kinkel, die sich eindeutig für eine zweite integrative Fördergruppe aussprach. Die bisherigen Erfahrungen mit dem Projekt seien durchweg positiv gewesen. Unabhängig von der Frage, ob eine zweite Klasse an der Haupt- oder Realschule gebildet werden soll, stehe für sie fest, dass dieses Thema vor allem die Wertvorstellungen der CDU betreffe.

Möglichkeit zur Integration

Angesichts der Tatsache, dass die Partei einerseits gegen Abtreibung sei, müsse sie auch andererseits denjenigen Eltern, die ein behindertes Kind großziehen, entsprechenden Rückhalt und die Möglichkeit zur Integration geben. »Es ist ein Schritt zurück, wenn die Kinder zuerst normal zur Grundschule gehen, dann aus ihrem Freundeskreis herausgerissen werden und zur Pestalozzi-Schule fahren müssen«, so Kinkel. Trotz einiger abweichender Haltungen sprach sich auch das Gros der Mitglieder dafür aus, dass die Ortsunion sich für eine zweite Fördergruppe einsetzen sollte.

Erfolgreich war bereits der Einsatz bezüglich des Weiterbaus des örtlichen Radweges zur Dörnschlade. Neben weiteren Baumaßnahmen im Straßenbreich soll voraussichtlich noch in diesem Jahr ein provisorischer Weg mit Fräsgut aus dem Landesstraßenbau errichtet werden.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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