Bernward Koch dreht Videos in Werkshallen
Zurück zu den eigenen Wurzeln

Der Brüner Musiker Bernward Koch nahm drei Videos in den ehemaligen Werkshallen der früheren Firma Apparatebau Rothemühle auf.
  • Der Brüner Musiker Bernward Koch nahm drei Videos in den ehemaligen Werkshallen der früheren Firma Apparatebau Rothemühle auf.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

mari Rothemühle. Bei den Kompositionen seiner Werke lässt sich der Brüner Musiker Bernward Koch stets inspirieren von Eindrücken, die er unterwegs sammelt. Oft sind es Emotionen, die in ihm bei Streifzügen durch die Natur erwachen.
Kürzlich hat er Videos an einem besonderen Ort aufgenommen. Als er mit Nicole Williams von der Gemeinde Wenden und der Medienfirma Enders & Arens aus Gerlingen die ehemaligen Hallen von Apparatebau Rothemühle besichtigte, war er begeistert von dem faszinierenden Charme, die die ehemaligen Werkshallen heute versprühen. „Allein der schon fast majestätisch anmutende Raum mit dem von der hohen Decke durch das Fenster eingewachsenen und bis auf den Boden reichenden Efeu hat schon was Besonderes und dokumentiert ein natürliches Zeitzeichen“, so der Profimusiker, der die Idee unterstützt, aus dem leerstehenden Apparatebau-Gebäude die „Kulturhalle 4“ werden zu lassen. Er suchte sich Musiktitel aus seinem Repertoire aus, die am besten zur Architektur und Geschichte des Industriedenkmals passen, um diese in Musik und Bildern festzuhalten.

Sehr positive Reaktionen aus Übersee

Aufgenommen wurden drei Live-Videos, die beim Internet-Videoportal Youtube anzusehen und zu hören sind. Das erste ist das Solostück „A magical dream“ vom Album „Becoming“. „Das Video dauert nur eine Minute, da es nur das Thema des Songs ist, aber das entspannt sogar mich selbst. Erste sehr positive Reaktionen kommen aus den USA, Singapur, Russland und Bayern“, so Bernward Koch.
Beim zweiten Song, „Short Story“ vom Album „Still Magic“, spielt Bernward Kochs Bruder Christoph an der zwölfsaitigen Gitarre mit. „Wir haben dabei etwas experimentiert und einen Filter über das Video gelegt. Dank dieses Effekts wirken die Musik und die Bilder der leeren Hallen, die tanzenden Tropfen auf dem Boden, die stehengebliebene verstaubte Uhr und vieles mehr sehr lebendig. Auch der vulkanartig aufgequollene Holzparkettboden aus dem ehemaligen Magazin am Ende des Videos ist nicht künstlich, sondern echt, er stammt vermutlich von einem unterirdischen Wasserlauf“, berichtet der Musiker, Komponist und Songschreiber.

Unterstützung von Bruder Christoph

Das dritte Video, „Rotation“ vom Album „Flowing“, ist sehr rhythmisch. „Es stellt für mich musikalisch das frühere Treiben in den Hallen, das Laufen der Maschinen und die allgemeine Betriebsamkeit dar. Es enthält auch eine sich steigernde musikalische Improvisation, die so nicht geplant war. Der Song wurde wieder unterstützt von meinem Bruder Christoph an exotischen Perkussioninstrumenten aus Indien, Burma und Amerika. Um die Dramaturgie zu steigern, haben wir Nebel eingesetzt, der die dynamische Stimmung in der Halle noch realistischer erscheinen lässt. Dieses Video hat, wie auch die beiden anderen, begeisterte Kommentare besonders bei Facebook erhalten, am meisten aus den USA“, berichtet Bernward Koch.

Es stellt für mich
musikalisch das frühere
Treiben in den Hallen,
das Laufen der Maschinen
und die allgemeine
Betriebsamkeit dar.
Bernward Koch
Musiker

Beim Apparatebau Ausbildung gemacht

Der Musiker hat eine besondere Verbindung zum Apparatebau Rothemühle: In den 1970er-Jahren absolvierte er dort eine Lehre zum Industriekaufmann. Eine Anekdote ist ihm heute noch lebendig: „Im letzten Lehrjahr war ich in einem Büro in der Nähe des Magazins. Freitagnachmittags war die Arbeit getan, und es kamen immer mehr Leute in den Raum. Die Stimmung war prächtig und wurde immer besser, man konnte vor lauter Zigarettenqualm kaum noch etwas sehen. Dann beauftragte mich jemand unter lautem Gelächter, aus dem Fenster zu klettern, über die Straße und heimlich am Pförtner vorbei im nahen Lebensmittelgeschäft eine Flasche Schnaps zu holen. Das führte ich aus, und die Stimmung war unglaublich, als ich wiederkam.“
Die Erinnerung an seine Lehrzeit ist für Bernward Koch durchweg positiv: „Irgendwie war es ja auch eine gewisse Aufbruchszeit, die Emanzipation der Jugend, die Mode und Musik.“ Umso dankbarer ist er, dass er zurück zu den alten Wurzeln konnte, um seine Musik in Bilder mit der einzigartigen Atmosphäre der früheren Werkshallen zu verpacken.

Autor:

Marianne Möller

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