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Auch Salchendorf schaut in die Röhre
Aufstiegsfluch des SV Ottfingen hält an

Von Corona gestoppt: Uwe Kipping und der SV Ottfingen haben den ersehnten Aufstieg in die Landesliga nicht geschafft.
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  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

ubau Ottfingen. Während der TSV Weißtal als Herbstmeister und der SV Attendorn als aktueller Tabellenerster der Fußball-Bezirksliga 5 vom corona-bedingten Abbruch der Saison profitierten, gab es im Lager der beiden heimischen Vertreter SV Ottfingen und Germania Salchendorf lange Gesichter. Das Duo lag, ebenso wie der Kiersper SC, aussichtsreich im Titelrennen, schaut aber nun – vorbehaltlich der Zustimmung zu den Auf- und Abstiegsregelungen beim Verbandstag des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) am 9. Juni – in die Röhre. Im Klartext heißt das: Ottfingen, Salchendorf und Kierspe spielen auch in der Saison 2020/21 in der Bezirksliga.

ubau Ottfingen. Während der TSV Weißtal als Herbstmeister und der SV Attendorn als aktueller Tabellenerster der Fußball-Bezirksliga 5 vom corona-bedingten Abbruch der Saison profitierten, gab es im Lager der beiden heimischen Vertreter SV Ottfingen und Germania Salchendorf lange Gesichter. Das Duo lag, ebenso wie der Kiersper SC, aussichtsreich im Titelrennen, schaut aber nun – vorbehaltlich der Zustimmung zu den Auf- und Abstiegsregelungen beim Verbandstag des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) am 9. Juni – in die Röhre. Im Klartext heißt das: Ottfingen, Salchendorf und Kierspe spielen auch in der Saison 2020/21 in der Bezirksliga.

SVO zum vierten Mal in den vergangenen sechs Spielzeiten nur Vizemeister

Besonders bitter ist das für den SV Ottfingen, der den ersehnten Aufstieg in die Landesliga ein weiteres Mal nur knapp verpasste. Für den traditionsreichen Verein vom „Siepen“ war es die vierte Vizemeisterschaft (!) in den vergangenen sechs Spielzeiten. In der Saison 2014/15 scheiterten die Ottfinger am Lokalrivalen FC Altenhof. Ein Jahr später musste der SVO dem aufstrebenden RSV Meinerzhagen den Vortritt lassen. In der Spielzeit 2018/19 hatte dann der SC Drolshagen die Nase vor den Wendschen – und diesmal waren es „höhere Mächte“, die dem SVO einen Strich durch die Rechnung machten.

Dabei hatten die Verantwortlichen auch vor dieser Saison keine Kosten und Mühen gescheut, um eine schlagkräftige Mannschaft zusammen zu stellen, die die Rückkehr in die Landesliga schaffen sollte. Dorthin zurück, wo der SV Ottfingen bis 2014 war. Wo Rot-Weiß Hünsborn und der VSV Wenden, die beiden großen Rivalen aus der Nachbarschaft, sowie die SpVg Olpe und der SC Drolshagen aktuell sind. In eine Liga also, die für den SVO gerade aufgrund der vielen Lokalduelle höchst interessant ist.

Kipping: "Ärgerlich, dass wir den Weg nicht zu Ende gehen konnten“

Und tatsächlich war der SV Ottfingen auf einem guten Weg dorthin – doch dann kam Corona und stoppte die Gelb-Schwarzen. „Wir hätten sicherlich gute Chancen gehabt, den Aufstieg zu schaffen. Daher ist es natürlich ärgerlich, dass wir den Weg nicht zu Ende gehen konnten“, sagt Uwe Kipping, der Trainer und Sportliche Leiter des SVO. „In der Hinrunde hatten wir großes Verletzungspech. Da sind uns zeitweise sechs, sieben Stammspieler ausgefallen. Doch bis zur Winterpause hatten wir uns wieder herangekämpft. Und in den ausstehenden Spielen hätten wir mit Ausnahme von Attendorn noch alle Top-Teams zuhause gehabt“, trauert der Niederschelderhütter der Chance hinterher, die Saison zu einem positiven Ende führen zu können.

"Das musste ich erst mal ein paar Tage sacken lassen“

„Ganz ehrlich: Die Entscheidung, dass die Saison abgebrochen wird und wir dadurch keine Chance mehr auf den Aufstieg haben, hat mich in einen Schockzustand versetzt. Das musste ich erst mal ein paar Tage sacken lassen“, gibt Kipping einen Einblick in sein Seelenleben. Er sagt aber auch klipp und klar: „Es ist zwar bitter für uns, aber die Gesundheit steht an erster Stelle. Es gibt Sachen, die wichtiger sind als Fußball.“ Und weiter: „Eine faire Lösung zu finden, war extrem schwierig. Daher müssen wir die Regelung, die jetzt gefunden wurde, akzeptieren – und das tun wir natürlich auch. Dass Attendorn als Tabellenerster zum Zeitpunkt des Abbruchs aufsteigen darf, finde ich in Ordnung. Aber ob Weißtal im weiteren Saisonverlauf nochmal herangekommen wäre?“, stellt Kipping zumindest in Frage. Er betont aber auch, dass er seinem Ex-Verein den Aufstieg gönne.

Seibert beerbt Kipping

Dem SVO bleibt indes nichts anderes übrig, als in der nächsten Saison einen neuen Anlauf zu starten. Dann mit einem neuen Coach. Thorsten Seibert beerbt Kipping, der dann „nur“ noch als Sportlicher Leiter Verantwortung trägt. Mit Julian Scheppe (SG Finnentrop/Bamenohl), Daniel Schnittchen (Fortuna Freudenberg) und Patrick Diehl (will kürzer treten, hat sich abgemeldet) verliert der SVO zweifellos sportliche Qualität, hinter Julian Bender steht zudem noch ein Fragezeichen.

"Tormaschine" aus dem "AK"-Land wechselt an den "Siepen"

Als Neuzugang ist bisher nur Janosch Schmallenbach, die „Tormaschine“ des „AK“-A-Kreisligisten DJK Friesenhagen, fix. „Wir müssen sehen, dass wir die Abgänge kompensiert bekommen, aber wir haben auch so noch viel Potenzial im Team. Wir wollen natürlich so lange wie möglich oben mitspielen – zumal mit Weißtal und Attendorn zwei gute Mannschaften die Klasse verlassen werden“, gibt sich Kipping zuversichtlich, dass die „Siepen“-Kicker auch in der kommenden Saison „Höhenluft“ schnuppern werden.

Auch Germania Salchendorf ein "Verlierer" der Aufstiegsregelung

Das tat in der abgebrochenen Saison auch Germania Salchendorf. Drei Punkte lagen die Johannländer zum Zeitpunkt des Abbruchs hinter dem SV Attendorn, der wie alle anderen Top-Teams ein Spiel weniger ausgetragen hatte als die „Germanen“.

Scherzer: "Ich hätte bevorzugt, dass die Saison annulliert wird"

Deren Trainer Thomas Scherzer respektiert zwar die getroffene Entscheidung, so richtig anfreunden kann er sich damit aber bis heute nicht. „Die optimale Lösung in einer solchen Situation zu finden, ist wahnsinnig schwer, denn man wird nie allen Vereinen gerecht werden können. Daher waren die Verantwortlichen nicht zu beneiden“, schickt Scherzer voraus und schiebt seine Kritik an der Aufstiegsregelung gleich hinterher: „Ich finde es fragwürdig, den Herbstmeister und den aktuellen Tabellenführer aufsteigen zu lassen – ganz unabhängig von den Vereinen. Ich hätte bevorzugt, dass die Saison annulliert wird – also so zu tun, als hätte sie nicht stattgefunden. Alles auf Null und Ende!“, sagt der Wilgersdorfer. Und überhaupt: Wenn es schon Aufsteiger geben soll, dann doch bitte nur den Spitzenreiter zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs unter Einbeziehung der Quotientenregel. „Das hätte ich als fairer empfunden“, so Scherzer.

"Dann will man sich natürlich auch belohnen"

Dass von der Herbstmeister-Aufstiegsregelung ausgerechnet der Salchendorfer Erzrivale TSV Weißtal profitiert, entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie. „Es ist natürlich schade, dass die Derbys jetzt wegfallen. Andererseits ist es schön, dass wieder ein Siegerländer Verein in der Landesliga spielt. Ich wünsche den Weißtalern jedenfalls viel Glück für die kommende Saison“, sagt Scherzer, der selbst einige Jahre als Spielertrainer am „Henneberg“ aktiv war und den Klub seinerzeit von der Bezirks- in die Verbandsliga führte.

Die „Germanen“ verpassten indes zum dritten Mal nach den Spielzeiten 2012/13 und 2017/18 knapp den Aufstieg, als man jeweils nach Platz 2 in der „regulären“ Saison in der Aufstiegsrunde scheiterte. Dass die Salchendorfer den Sprung in die „LL“ gern geschafft hätten, verhehlt Scherzer nicht. „Vor der Saison war das zwar nicht unser Hauptziel, aber wenn man neun Spiele vor Schluss in Schlagdistanz zum Spitzenreiter ist, will man sich natürlich auch belohnen.“

Doch dazu ist es nicht gekommen. Stattdessen gehen die „Germanen“ auch in der Saison 2020/21 in der Bezirksliga 5 auf Tore- und Punktejagd – wieder mit der Ambition, oben mitzuspielen. Dieses Unterfangen müssen die Salchendorfer aber ohne einige gestandene Spieler angehen. Tim Schilk, Marius Jung, Torben Claudi und Andreas Schäfer bleiben dem Verein zwar treu, wollen aber allesamt kürzer treten. Torwart Alexander Bülow (Athletiktrainer TuS Erndtebrück) verlässt hingegen die Germania. Als Neuzugänge verpflichteten die Salchendorfer bislang Jan Vitt, Dennis Neuser, Keeper Jonas Dignaß (alle TuS Deuz) sowie Bayram Basyigit(1. FC Türk Geisweid). 20 Feldspieler und zwei Torhüter soll der künftige Kader umfassen – und stark genug sein, um auf dem neuen Kunstrasen am „Wüstefeld“ an alte Stärken anzuknüpfen.

Von Corona gestoppt: Uwe Kipping und der SV Ottfingen haben den ersehnten Aufstieg in die Landesliga nicht geschafft.
Kritisiert die Aufstiegsregelung: Thomas Scherzer, der Trainer von Germania Salchendorf.
Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

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