Über 3000 Meter
Johanna Pulte läuft in der Klasse U20 zu DM-Gold

Das Zielfoto: Während ihre Verfolgerinnen mit letzter Kraft um die weiteren Medaillenplätze kämpfen (im Hintergrund) läuft Johanna Pulte (SG Wenden/Nr. 905) locker über die Ziellinie und damit zum U-20-Titel über 3000 Meter.
  • Das Zielfoto: Während ihre Verfolgerinnen mit letzter Kraft um die weiteren Medaillenplätze kämpfen (im Hintergrund) läuft Johanna Pulte (SG Wenden/Nr. 905) locker über die Ziellinie und damit zum U-20-Titel über 3000 Meter.
  • Foto: Foto: Wolfgang Birkenstock
  • hochgeladen von René Gerhardus (Redakteur)

rege Rostock. Welch eine Meisterleistung von Johanna Pulte, und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn die junge Mittelstreckenläuferin der SG Wenden darf sich seit Freitagabend einmal mehr Deutsche Meisterin nennen. Nach einem taktisch klugen Rennen eilte die Olperin ihren am Ende chancenlosen Konkurrentinnen bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften in Rostock auf und davon zum 3000-m-Titel in der Klasse U 20. Die Sauerländerin zündete knapp 300 Meter vor dem Ziel den „Turbo“ und war fortan nicht mehr zu bremsen. Es war beeindruckend, mit welcher Leichtigkeit die 18-Jährige, die noch dem jüngeren U-20-Jahrgang angehört, den Sieg in dem mit vier U-20-EM-Starterinnen hochkarätig besetzten Feld nach Hause brachte.

Johanna Pulte stets in Lauerstellung

Zuvor hatte Johanna Pulte sich lange Zeit ein Kopf-an-Kopf-Duell mit der im Ziel nur viertplatzierten Emma Heckel (LG Regensburg) geliefert. Pulte innen, Heckel minimal davor oder gleichauf außen als Tempomacherinnen einer siebenköpfigen Spitzengruppe – dieses Bild bot sich nach 200 Metern, nach 600 Metern, nach 1000 Metern, nach 1400 Metern und nach 1800 Metern. Danach übernahm Antje Füller (SSC Berlin) die Führungsarbeit, aber stets konzentriert und in Lauerstellung: Johanna Pulte. So ging es auch auf die letzte Runde, bis die SGW-Athletin den Schalter auf „Attacke“ umlegte.

Vorsprung bis ins Ziel verwaltet

Die EM-Fünfte löste sich 300 Meter vor der Ziellinie vom Feld, der Rest war Formsache: Johanna Pulte vergrößerte den Abstand zu ihren Verfolgerinnen auf der vorletzten Geraden von Meter zu Meter. Im Gefühl des sicheren Sieges konnte sie es sich auf den letzten 200 Metern erlauben, wieder etwas Tempo herauszunehmen und den herausgelaufenen Vorsprung bis zum Zieleinlauf zu verwalten. Auf ähnliche Art und Weise, also mit einer Tempoverschärfung auf der letzten Runde, hatte sie in diesem Jahr schon den 5000-m-Titel in der Klasse U 20 und im Vorjahr den 3000-m-Titel in der U 18 unter Dach und Fach gebracht. Während ihre erschöpften Rivalinnen im Rostocker Leichtathletikstadion erst einmal zu Boden sanken, hielt Pulte sich wacker auf zwei Beinen, ehe sie ihren Trainer erblickte, die Arme in die Höhe riss und applaudierend gen Egon Bröcher abdrehte.

"Das größte Stehvermögen auf der letzten Runde"

Der war einmal mehr voll des Lobes über sein derzeitiges Aushängeschild: „Das war ein super Rennen. Johanna war während des kompletten Laufs aufmerksam und dicht dran, wie man sie kennt: Sie setzt sich meist an die zweite Stelle, und sobald jemand anzieht, ist sie diejenige, die mitgeht. Auf der letzten Runde hatte sie heute das größte Stehvermögen und den besten Speed von allen. Sie hat es während der letzten Runde geschafft, ein paar Meter zwischen sich und ihrer Verfolgerinnen zu bringen. Auf den letzten 200 Metern wurde der Vorsprung nicht größer, aber auch nicht kleiner. Sie hat ihn souverän ins Ziel gebracht.“ 9:28,38 wurden für die frisch gebackene Deutsche Meisterin gestoppt, Antje Pfüller und Titelverteidigerin Anneke Vortmeier (ASV Duisburg) folgten in 9:29,97 Minuten zeitgleich auf den Plätzen 2 und 3.
Als Pultes Triumph perfekt war, sei eine Last von Athletin und Trainer gefallen, berichtet Bröcher. Denn auch der Coach war sich nicht ganz sicher, ob die junge Läuferin dem Kräfteverschleiß der vergangenen Wochen Tribut zollen muss. „Die Athletinnen haben schon viele Rennen gemacht dieses Jahr. Da geht es dann auch um die Frage, wer hat nach der gesamten Saison noch die besten Reserven. Wenn der Körper eine müde Phase hat, kann einen das auf den letzten 400 Metern einholen. Auf der letzten Runde kann so viel passieren.“
Das, was Freitagabend auf der letzten Runde passierte, hat Egon Bröcher sehr gefallen. Entsprechend gut gelaunt und entspannt tritt der Trainer der SG Wenden nun seinen Urlaub an der Ostsee an. Auch „Senkrechtstarterin“ Johanna Pulte hat sich ihre sportliche Auszeit im hohen Norden mehr als verdient. Besser, als mit einer Goldmedaille als zusätzlichem Reisegepäck, hätte ihr Urlaub nicht beginnen können …

Autor:

René Gerhardus (Redakteur) aus Siegen

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