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Abstieg des VSV ist hausgemacht
Keine Einstellung, keine Mentalität, kein Wille

Die pure Enttäuschung: Nach dem 0:2 in Bad Berleburg, das den endgültigen Abstieg in die Bezirksliga besiegelte, gingen die Blicke der VSV-Kicker ins Leere.
  • Die pure Enttäuschung: Nach dem 0:2 in Bad Berleburg, das den endgültigen Abstieg in die Bezirksliga besiegelte, gingen die Blicke der VSV-Kicker ins Leere.
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  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

sta Schönau. Wenn es vor oder während einer Saison auf den Fußballplätzen dieser Welt darum geht, die Abstiegskandidaten zu benennen, fällt häufig ein Satz, der sich am Sonntag wieder mal bewahrheitet hat: „Es trifft eine Mannschaft, die womöglich gar nicht damit rechnet.“ Nun ist es nicht so, dass der VSV Wenden in den drei vergangenen Spielzeiten nach dem Aufstieg in die Landesliga dort als Spitzenteam aufgetreten wäre. Zweimal Rang 11, zuletzt Platz 15 – das war dann doch unterer Durchschnitt. Trotzdem hätte vor dieser Spielzeit wohl kaum jemand gedacht, dass die Wendschen eine derart schlechte Saison hinlegen und am Ende den Weg in die Bezirksliga gehen müssen.

sta Schönau. Wenn es vor oder während einer Saison auf den Fußballplätzen dieser Welt darum geht, die Abstiegskandidaten zu benennen, fällt häufig ein Satz, der sich am Sonntag wieder mal bewahrheitet hat: „Es trifft eine Mannschaft, die womöglich gar nicht damit rechnet.“ Nun ist es nicht so, dass der VSV Wenden in den drei vergangenen Spielzeiten nach dem Aufstieg in die Landesliga dort als Spitzenteam aufgetreten wäre. Zweimal Rang 11, zuletzt Platz 15 – das war dann doch unterer Durchschnitt. Trotzdem hätte vor dieser Spielzeit wohl kaum jemand gedacht, dass die Wendschen eine derart schlechte Saison hinlegen und am Ende den Weg in die Bezirksliga gehen müssen.

Zu gut erschienen auch in diesem Jahr die wirtschaftlichen Möglichkeiten gegenüber vielen Ligakonkurrenten, eine ordentliche Elf auf die Beine zu stellen. Und beim Blick auf den Kader, gespickt mit einigen Akteuren, die in den vorherigen Jahren höherklassig unterwegs waren, konnten sich bis zuletzt die wenigsten vorstellen, dass es tatsächlich den VSV erwischt.

Schlusslicht reißt VSV Wenden in den Abgrund

Aber am „Nocken“ gab es in dieser Spielzeit zu viele Baustellen, die sich beispielhaft im sonntäglichen 0:2 in Bad Berleburg widerspiegeln. „Im Großen und Ganzen war das eine schwache Mannschaftsleistung. Uns haben die Körner gefehlt, viele trainieren nicht, spielen aber. Das muss sich nächste Saison definitiv ändern“, nahm Kapitän David Jäger kein Blatt vor den Mund und wies dabei auf eine ganz entscheidende Problematik hin: die mangelhafte Trainingsbeteiligung, die aber nicht allein auf die Verletzungen einzelner Akteure zurückzuführen ist.

"An zu vielen Ecken hat Einstellung, aber auch Qualität gefehlt."
Jörg Rokitte
Trainer VSV Wenden

„An zu vielen Ecken hat Einstellung, aber auch Qualität gefehlt“, monierte auch Coach Jörg Rokitte am Morgen nach dem „bitteren Abstieg“. Und genau das wurde auch in der Kurstadt am Wochenende mehr als deutlich: Natürlich fehlten dem Coach einige Stammspieler, aber an die Anzahl der Ausfälle der Berleburger kam das nicht heran. Die Wendener, die aufgrund ihrer Qualitäten hätten vorangehen sollen, enttäuschten allerdings zum wiederholten Male, während die Wittgensteiner Hobby-Fußballer – Geld gibt am „Stöppel“ für das kickende Personal nicht – allein durch ihre Präsenz in den Zweikämpfen und dem Willen, einen guten Saisonabschluss hinzulegen, den VSV düpierten. „Das ist eine Mentalitätssache, ganz klar. Es hat etwas mit fehlendem Willen zu tun. Es reicht nicht, wenn nur drei, vier Spieler Gas geben“, lassen die Worte von David Jäger ganz tief blicken, wie es um das Innenleben der Mannschaft bestellt sein muss, der weiß: „Das muss sich in der nächsten Saison ändern. Wir müssen neu starten. So geht das auch in der Bezirksliga nicht.“

Für Jörg Rokitte, der bekanntlich im Sommer aufhört, hätte die Spielzeit nicht schlimmer enden können. „Einen Abstieg braucht keiner, besonders nicht zum Abschied. Aber das gehört zum Wettkampf dazu, dazu muss man stehen“, so der Coach, der für den Verein hofft, dass in der Spielzeit 2022/23 alles besser wird: „Vielleicht ist es gar nicht verkehrt, dass man in einer anderen Liga-Umgebung einen Neuaufbau ohne den ständigen Druck anstrebt.“

Dass die Stresssituationen in der Bezirksliga weniger werden, erscheint derzeit aber alles andere als wahrscheinlich. Kemal Topal, der Sportliche Leiter, hatte in der vergangenen Woche im Interview mit der Siegener Zeitung erklärt, dass „der Anspruch von uns allen ist, dass der VSV in der Landesliga spielt. Und daher möchten wir am liebsten direkt wieder zurück.“

Insofern gilt es für die Verantwortlichen, ein Team zusammenzustellen, das als Einheit auf und neben dem Platz wieder Spaß am Fußball hat. Das gelang in dieser Spielzeit nicht, wie die „Abgänge“ der Scherbaum-Brüder und von Triantafilos Vlachos während der Spielzeit zeigen. Solche Nebenkriegsschauplätze, aber natürlich auch die Irritationen rund um das Derby gegen die SpVg Olpe, die den VSV über die Grenzen der Gemeinde Wenden hinaus viele Sympathien kosteten, haben sicherlich nicht dazu beigetragen, dass der Fokus auf das Wesentliche gelenkt wurde. Es muss sich demnach einiges ändern am „Nocken“ – da kann ein Neustart in der Bezirksliga wohl wirklich nicht schaden…

Autor:

Stefan Stark aus Wilnsdorf

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