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HYROX-WM in Leipzig
Tobias Lautwein gelingt die Sensation

Bärenstark: Tobias Lautwein sorgte bei der HYROX-WM in Leipzig für Furore.
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  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

fst Leipzig. Um 13.45 Uhr am Samstagnachmittag konnte er sein Glück kaum fassen. Schreiend und jubelnd, von vielen Zuschauern frenetisch gefeiert, überquerte Tobias Lautwein nach exakt einer Stunde Wettkampfzeit als Sieger die Ziellinie in der Messehalle in Leipzig. Der in Herkersdorf aufgewachsene Multisportler, der jetzt mit Familie in Altenhof lebt, hatte bei der HYROX-Weltmeisterschaft nicht nur die übermächtige Konkurrenz aus den USA, sondern auch sich selbst total überrascht: Nach 60 kräftezehrenden Minuten hatte sich Lautwein den Titel „World Champion of Fitness 2021“ und die Siegprämie von 10 000 US-Dollar erkämpft.

„Ich bin im Ziel total ausgerastet, ich kann das noch gar nicht fassen. Damit hätte ich nie gerechnet. Ich bin HYROX-Weltmeister, das ist der Wahnsinn!

fst Leipzig. Um 13.45 Uhr am Samstagnachmittag konnte er sein Glück kaum fassen. Schreiend und jubelnd, von vielen Zuschauern frenetisch gefeiert, überquerte Tobias Lautwein nach exakt einer Stunde Wettkampfzeit als Sieger die Ziellinie in der Messehalle in Leipzig. Der in Herkersdorf aufgewachsene Multisportler, der jetzt mit Familie in Altenhof lebt, hatte bei der HYROX-Weltmeisterschaft nicht nur die übermächtige Konkurrenz aus den USA, sondern auch sich selbst total überrascht: Nach 60 kräftezehrenden Minuten hatte sich Lautwein den Titel „World Champion of Fitness 2021“ und die Siegprämie von 10 000 US-Dollar erkämpft.

„Ich bin im Ziel total ausgerastet, ich kann das noch gar nicht fassen. Damit hätte ich nie gerechnet. Ich bin HYROX-Weltmeister, das ist der Wahnsinn!“ Wenn alles gut läuft, dann hatte er mit einem Platz unter den besten Sechs gerechnet, mit einem Podestplatz geliebäugelt, aber von einem Sieg hat er nicht mal zu träumen gewagt. „Alle hatten auf den starken Hunter gesetzt, ich auch“, erklärte Lautwein im SZ-Gespräch.

Der 32-jährige Amerikaner Hunter McIntyre, amtierender Weltmeister, Weltrekordhalter in der noch jungen Kraft-Ausdauer-Sportart, Sport-Model, HYROX-Vollprofi, vom US-Magazin Sports Illustrated unter die 50 fittesten Sportler gewählt, ist in den USA ein großer Star und galt bei der WM in Leipzig als unschlagbarer Titelfavorit. Der blonde Hüne, der mit dem Sheriff-Stern-Tattoo auf der Brust seinen Kontrahenten signalisiert, wer eigentlich der Chef im Ring ist, hatte lange überlegt, ob er zu den World Championships Germany überhaupt anreisen sollte, war dem Muskelpaket aus Malibu der Sport zuletzt nach seinen vielen Siegen etwas langweilig geworden. Doch für den Usain Bolt der HYROX-Szene sollte der Wettkampf in Leipzig eine besondere Überraschung werden. Tobias Lautwein, der vergleichsweise schmalbrüstige Junge aus dem Sauerland, stieß den Hunter, den Jäger, vom Thron und klaute dem „Sheriff“ seinen Stern.

Am Vortag der WM hatte Tobias Lautwein schon gespürt, dass er in Topform ist. „Ich bin zur Vorbelastung zusammen mit Petra Henkel 30 Minuten bei Gluthitze durch die Straßen von Leipzig gerannt. Da fühlte ich mich schon mega und die Beine waren top.“ Kurz vor dem Start am Samstag schoss dann doch die Nervosität und eine Menge Adrenalin in seine Knochen, „aber das muss so sein vor einem großen Wettkampf“, weiß der ehemalige A-Klasse-Radfahrer, erfolgreiche OCR-Hindernisläufer und erfahrene Langstreckenläufer.

Der Schock kam dann aber schon nach 300 Metern. „Da hat mich die erste Frau überholt. Da hab ich kurz gedacht, Scheiße, das fängt ja hier gut an.“ Doch danach lief für den 35-Jährigen alles genau nach Plan: 1000 Meter Laufen, dann der Ski-Ergometer, danach wieder die 1000 Meter, dann das Schlittenschieben mit 205 Kilo Gewicht. „Nach dem Schlittenziehen bin ich dann zusammen mit Hunter raus. Auf den nächsten 1000 Meter Laufen hab ich mich dann mal umgedreht und mich gewundert, wo er bleibt.“
Beim sechsten von insgesamt acht Workouts, kommentierte der Moderator im Youtube-Livestream: „Tobias is in the first and he looks very fresh“ – „Lautwein ist immer noch in Führung und er sieht sehr frisch aus“. Als Lautwein dann bei den „Wall Balls“, bei dem ein 9-Kilo-Ball an ein Kontaktbrett geworfen werden muss – hier hatte ihm Hunter McIntyre im letzten Wettkampf über eine Minute abgenommen –, fünf Mal nicht getroffen hatte, musste er nochmal kurz um den Sieg zittern. Doch der Hunter hatte die Jagd längst aufgegeben und wurde nur WM-Vierter – Tobias Lautwein stürmte aber als gefeierter Sieger ins Ziel.

Was folgte war eine lange Siegerparty in Leipzig mit der ganzen „HYROX-Familie“ bis weit nach Mitternacht. Die 3-Liter-Pulle Bier vom Sponsor schenkte Lautwein („…ich trinke ja gar keinen Alkohol“) Hunter McIntyre, der immer noch sein großes Vorbild ist. Der Amerikaner, der immer schon von Lautweins „Pferdelunge“ begeistert war, revanchierte sich mit einer Einladung in sein Haus nach Malibu und einer kleinen Pferdefigur von Schleich mit den Worten: „I love you! You are the fastest Horse in the world!“ – Blick in die Siegerliste:

Elite Männer: 1. Tobias Lautwein (Deutschland) 1:00:00 Std.; 2. Alexander Roncevic (Österreich) 1:01:04; 3. Tiago Lousa (Polen) 1:01:28.

Elite Frauen: …11. Petra Henkel (Deutschland/Niederschelden) 1:18:43.

Frauen AK W35-39:
…2. Daniela Esch (Deutschland/Siegen) 1:14:03.

Autor:

Frank Steinseifer (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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