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Petra Georg-Achenbach will auf Flüchtlingskrise aufmerksam machen
"Jeder Mensch ist eine Perle"

Ganz unterschiedliche Perlen-Post hat Petra Georg-Achenbach schon bekommen. Für ihr Kunstwerk sucht sie weiterhin Gleichgesinnte, die sich durch eine Perlenspende beteiligen, um dem Flüchtlingsdrama weitere Aufmerksamkeit zu verschaffen.
  • Ganz unterschiedliche Perlen-Post hat Petra Georg-Achenbach schon bekommen. Für ihr Kunstwerk sucht sie weiterhin Gleichgesinnte, die sich durch eine Perlenspende beteiligen, um dem Flüchtlingsdrama weitere Aufmerksamkeit zu verschaffen.
  • Foto: Regine Wenzel
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

zel Obersdorf. 2019 war in ihr eine Diskrepanz aufgetaucht: Die Menschen holen mit viel Mühe, Zeit und Geld Perlen aus dem Meer. Die Designerin Petra Georg-Achenbach verarbeitet sie mit Akribie und Aufwand zu schönstem Schmuck. „Das ist meine Perle“, sagt man über Menschen, die man schätzt. Und in diesem Meer ertrinken Tausende von Menschen auf der Flucht. Das empfand Georg-Achenbach als beschämend und empörend. Da wollte sie dran an das Thema, künstlerisch. Aber nicht allein. „Nicht-Handeln ist keine Option“, sagt die Goldschmiedin aus Obersdorf. Von ihr sollte der Schmetterlingsflügelschlag ausgehen, der etwas in Bewegung setzen kann.

zel Obersdorf. 2019 war in ihr eine Diskrepanz aufgetaucht: Die Menschen holen mit viel Mühe, Zeit und Geld Perlen aus dem Meer. Die Designerin Petra Georg-Achenbach verarbeitet sie mit Akribie und Aufwand zu schönstem Schmuck. „Das ist meine Perle“, sagt man über Menschen, die man schätzt. Und in diesem Meer ertrinken Tausende von Menschen auf der Flucht. Das empfand Georg-Achenbach als beschämend und empörend. Da wollte sie dran an das Thema, künstlerisch. Aber nicht allein. „Nicht-Handeln ist keine Option“, sagt die Goldschmiedin aus Obersdorf. Von ihr sollte der Schmetterlingsflügelschlag ausgehen, der etwas in Bewegung setzen kann.

Vielschichtige Perlen, vielschichtige Menschen

„Ich kommuniziere mit Schmuck“, erklärt Georg-Achenbach, also verfestigte sich der Gedanke an ein Objekt, das öffentlichkeitswirksam und für viele sichtbar auf das Flüchtlings-Drama im Mittelmeer aufmerksam macht – und gleichzeitig Menschen mit gleicher Haltung beteiligt. So wie sich Perlen aus vielen Schichten zusammensetzten, so sei es auch bei den Menschen. Das Projekt „Jeder Mensch ist eine Perle“ war in der Welt.

Das Land NRW unterstützt

Die Flüchtlingskrise wurde alsbald von der Coronakrise überlagert. Petra Georg-Achenbach blieb dran. Sie konkretisierte und formulierte ihre Gedanken und bewarb sich um ein Künstlerstipendium des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Corona-Hilfen, das sie auch erhielt und das sie ermutigte: „Eine tolle Wertschätzung.“ Flyer wurden gedruckt, Lieferanten und Kunden angesprochen, im Netzwerk, etwa das Forum für Schmuck und Design und das Goldschmiedehaus Hanau, wurde gestreut: „Schenken Sie mir eine Perle!“ Gesucht werden alle Formen und Materialien, große und kleine, echte und unechte, aus Metall, Holz, Kunststoff …

Holzperlen, Rosenkränze - alles geht

Es ist schon viel Perlen-Post im Atelier in Obersdorf angekommen. Ein Kindergarten-Kind hat dicke Holzperlen gestaltet und der Designerin über die Großmutter zukommen lassen. Aus dem Kloster Münsterschwarzach, wo Petra Georg-Achenbach zur Fortbildung war (sie ist auch Coach), kamen Rosenkränze! Eine Frau habe ihr viele kleine Perlchen geschickt, erzählt die Goldschmiedin, um an die vielen Kinder zu erinnern, die im Mittelmeer auf der Flucht ums Leben kamen. Eine andere schenkte eine ganz verschrubbelte Perle her, die sie in einer Kirche gefunden hatte und seit Jahren im Portemonnaie mit sich herumträgt.
Manche Zuträger schreiben ihre Gedanken zum Thema auf, das rührt und berührt die Künstlerin. Auf ihrer Website petra-georg-achenbach.de hat sie ein „Perlentagebuch“ eingerichtet, auf dem der Fortgang des Projekts dokumentiert wird.

Perlen schicken bis Ende Oktober

Bis Ende Oktober freut sich Petra Georg-Achenbach über Perlensendungen. Ganz wichtig: Gut und dick verpacken! Eine Perle sei nämlich schon verschwunden aus dem Briefumschlag.
Wie sie die Perlen verarbeiten wird und wo das noch zu schaffende (möglichst transportable) Werk ab Anfang Dezember ausgestellt werden könnte, dazu hat sie schon erste Ideen, aber konkret möchte sie noch nicht werden. Wichtig ist der Schmuckgestalterin: Es geht nicht um die Menge oder Masse. Jede einzelne Perle soll zu sehen sein – genau wie jedes einzelne Schicksal.

Autor:

Regine Wenzel (Redakteurin) aus Siegen

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