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Kunstkreis Siegerland zu Gast in Galerie Camino in Flammersbach
„Polyphone“ Bildwelten

Nicht alle der ausstellenden Kunstkreis-Mitglieder konnten bei der Vorbesichtigung anwesend sein. Galerist Wilhelm Berner (4. v. l.) freut sich mit den Ausstellenden über die Chance, Kunst wieder öffentlich zu präsentieren.
  • Nicht alle der ausstellenden Kunstkreis-Mitglieder konnten bei der Vorbesichtigung anwesend sein. Galerist Wilhelm Berner (4. v. l.) freut sich mit den Ausstellenden über die Chance, Kunst wieder öffentlich zu präsentieren.
  • Foto: Peter Barden
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

pebe Flammersbach. Es ist ein opulentes Mahl für Augen und Geist, das Wilhelm Berner den ganzen November über in seiner Galerie Camino in Flammersbach seinen Besucherinnen und Besuchern bieten will. Mitglieder des Kunstkreises Siegerland, ein „externer“ Gast und Berner selbst bieten dann einen komplexen und interessanten Einblick in ihr Schaffen, ihre Themen und ihre Motivationen. Eröffnung ist am 1. November, es gibt Corona-bedingt keine Vernissage.
"Künstlerisch tätige Individualisten"Er sei auf den Kunstkreis aufmerksam geworden, berichtet Gastgeber Wilhelm Berner der Siegener Zeitung, und sei nun seit einem Jahr Mitglied in der Vereinigung, die sich laut Homepage als ein „Zusammenschluss von aktiv künstlerisch tätigen Individualisten“ versteht.

pebe Flammersbach. Es ist ein opulentes Mahl für Augen und Geist, das Wilhelm Berner den ganzen November über in seiner Galerie Camino in Flammersbach seinen Besucherinnen und Besuchern bieten will. Mitglieder des Kunstkreises Siegerland, ein „externer“ Gast und Berner selbst bieten dann einen komplexen und interessanten Einblick in ihr Schaffen, ihre Themen und ihre Motivationen. Eröffnung ist am 1. November, es gibt Corona-bedingt keine Vernissage.

"Künstlerisch tätige Individualisten"

Er sei auf den Kunstkreis aufmerksam geworden, berichtet Gastgeber Wilhelm Berner der Siegener Zeitung, und sei nun seit einem Jahr Mitglied in der Vereinigung, die sich laut Homepage als ein „Zusammenschluss von aktiv künstlerisch tätigen Individualisten“ versteht. Berner fragte dort, wer mitmachen wolle – die Ausstellenden hätten zugesagt. Mit dabei außerdem als Gast der Fotograf Kruno Schmidt. Mit ihm, so Berner, sei er befreundet und schätze dessen Arbeiten, die ein sehr malerisches Gespür verraten.

Fotograf Vollrath und die Serialität

Einige der Ausstellenden waren bei der Vorbesichtigung anwesend, so Dr. Wolfgang Vollrath, seit Langem engagierter und ambitionierter Fotograf. In den letzten Jahren habe er die künstlerische Fotografie für sich entdeckt, sagt er. In der Ausstellung fallen die großformatigen, seriell aufgebauten Fotos ins Auge. Serialität, bestätigt Vollrath, interessiere ihn sehr – ebenso wie die sorgfältige Nachbearbeitung der digitalen Vorlagen. Dabei gehe es ihm vor allem darum, Farben und Kontraste so herauszuarbeiten, dass sie seinem Erlebniseindruck entsprächen.

Marlies Jansen arbeitet mit Metall

Klare Linienführung und kompakte Körperkomposition im Raum zeichnen die Edelstahlarbeiten von Marlies Jansen aus. Sie bearbeite Fundstücke, die sie vom Schrottplatz bekomme, erklärt sie. Abstraktionen seien vorherrschend, aber sie versuche, „ein Grundschema von Figürlichkeit“ umzusetzen. Bei allem stehe die Arbeit mit dem Material im Vordergrund, fügt Jansen an, die von der Arbeit mit Ton und Speckstein herkommt und nun plastischer Substanz auch im Metall nachspürt. Die Schweißarbeiten übernehme oft Dr. Jochen Fend – ebenfalls in der Ausstellung vertreten.

"Schmunzelbücher" von Dr. Jochen Fend

 So „handfest“ und räumlich Jansens Exponate sind, so raumsparend sind Fends Werke: Sie finden sich vor allem zwischen den Deckeln kleiner „Schmunzelbücher“. Sein Metier sind hintergründig karikierende Zeichnungen, Tiere sind deren Protagonisten, Tuschefeder und Fineliner kommen bei Fend zum Einsatz. „Es ist mir sehr wichtig, sehr exakt zu arbeiten“, sagt er – so entpuppen sich die scheinbar flott zu Papier gebrachten Zeichnungen und Texte als durchdachte und sorgsam durchgearbeitete Bildwelten mit einem ganz eigenem Reiz, der Comic und Realismus zu „komischem Realismus“ vereint.

"Schnelle" Farbe: Acryl

Größere Flächen nutzt Gisela Rauch für ihre Acryl-Gemälde. „Acryl ist gut zu verarbeiten, aber man muss auch schnell arbeiten“, sagt Rauch, die nach eigenen Angaben schon lange künstlerisch tätig ist. Sie experimentiere mit den Farben, gehe deren Wirkung nach – und zuweilen mit dem Einsatz von Spachtelmaterial auch über die Zweidimensionalität der Leinwand hinaus. „Manchmal habe ich ein Thema im Kopf, aber meist wird es ganz anders.“ Die Umsetzung bis zu dem Punkt, an dem es „stimmt“, dauere oft lange: Und diesen Punkt bestimme sie selbst.
Auch Monika Römer arbeitet mit Acryl auf Leinwand. Ihr Ansatz ist konsequent subjektiv, „ich male nach Stimmung“, erklärt sie. Dabei komme auf der Leinwand ein Technik-Mix zum Einsatz, oft nutzt sie die Fließeigenschaften stark verdünnter Farben. Viele Farbschichten ergeben eine eigentümliche Transparenz, deren Homogenität Monika Römer durchbricht, indem sie z. B. Kratzspuren hineinsetzt, die diese Homogenität stören, aber zugleich rätselhafte Tiefenschichten freilegen – „wie eine Schrift, die man nicht lesen kann“, sagt sie.

Inspiration durch die Natur

„Ich lasse mich von der Natur inspirieren“, überlegt Brigitte Rehage vor ihren Bildern. Die ausgestellten Arbeiten zeigen, dass Rehage „vom Zeichnen herkommt“, wie sie selbst erläutert. So wird ein grafisches Ausloten von Flächen und Spannungsfeldern, dazu Gegenständlichkeit mit verblüffenden Sujets sichtbar. Und: Sie führt alte Arbeiten durch Übermalen oder segmentales Aussparen von Bildelementen in den Schaffensprozess zurück.
Nicht vor Ort waren Barbara Philipp, die mit ihren Patchwork-Arbeiten und transparenten Übermalungen bereits in der Galerie vertreten war, ihr Mann Jürgen Philipp, der mit intensiv durchgearbeiteten „Farbverteilungen“ vertreten ist, sowie Rosa-Maria Süßmann, die sehr emotionale und mit starker Dynamik ausgeführte Acrylarbeiten beisteuert.

"Camino"-Mann Berner ist selbst vertreten

Wilhelm Berner selbst ist mit verschiedenen Arbeiten vertreten, von Bildern über Collagen und eine Assemblage bis zu figuralen Arbeiten aus vorgefundenen Holzstücken, die einen unterschwellig humorvollen Kontrapunkt darstellen. Die Ausstellung macht deutlich: Künstlerische Arbeit eröffnet viele freie, unverzweckte Räume des Personseins, macht sie allgemein erfahrbar und setzt so ein kostbares Gegengewicht zu den vielen Entfremdungsräumen der Alltagswelt.

Mitglieder des Kunstkreises Siegerland:
Zeichnungen, Gemälde, Skulpturen, Objekte.
Galerie Camino, Flammersbach, Kaan-Marienborner Str. 17.
1. bis 30. November, jeweils Sa. und So. von 11 bis 17 Uhr oder nach
telefonischer Vereinbarung (01 51/72 42 02 09).
Es gelten die aktuellen Corona-Bestimmungen.

Autor:

Peter Barden (Redakteur) aus Siegen

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