Hoffnungsvoller Song von Kopfermann und Hunzinger
Siegerländer musizieren mit

Arne Kopfermann (Bild) und Yasmina Hunzinger haben den Song „Wir stehn auf“ geschrieben, der Ostermontag auf YouTube online gegangen ist. Das Stück, das innerhalb kürzester Zeit realisiert wurde, gibt Hoffnung in Zeiten der Corona-Krise. Fast 30 Musikerinnen und Musiker, darunter auch Siegerländer, haben überwiegend zu Hause Aufnahmen gemacht und zu dem Lied beigetragen.
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  • Arne Kopfermann (Bild) und Yasmina Hunzinger haben den Song „Wir stehn auf“ geschrieben, der Ostermontag auf YouTube online gegangen ist. Das Stück, das innerhalb kürzester Zeit realisiert wurde, gibt Hoffnung in Zeiten der Corona-Krise. Fast 30 Musikerinnen und Musiker, darunter auch Siegerländer, haben überwiegend zu Hause Aufnahmen gemacht und zu dem Lied beigetragen.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

aww – Die Kulturredaktion sprach mit den Musikern Matthias Gräb (Andrea Berg Band) und Arne Kopfermann über den Song „Wir stehn auf“.

aww Oberdielfen. Ostern ist eine Zeit der Hoffnung und der Zuversicht. Beides wird gerade jetzt, in Zeiten der Corona-Krise, bitter nötig gebraucht. „Ein Zeichen gegen Hoffnungslosigkeit und für gelebte Barmherzigkeit“ haben folgerichtig die bekannten christlichen Popmusiker Arne Kopfermann (Friedrichsdorf) und Yasmina Hunzinger (Köln) am Ostermontag-Vormittag in die Welt gesendet – mit dem Song-Video „Wir stehn auf“, das seither auf YouTube zu hören und zu sehen ist. Bei dem ehrgeizigen Projekt, das sie innerhalb kürzester Zeit förmlich aus dem Boden stampften, wurden die beiden von vielen namhaften Kolleginnen und Kollegen unterstützt, darunter auch solche aus dem Siegerland oder mit Wurzeln in der Region: Timo Böcking (Piano), Leslie Jost, Katrin Lauer und auch Anni Gräb (alle Gesang) und Matthias Gräb (Bass).
Insgesamt sind fast 30 Musikerinnen und Musiker dabei, die ihre einzelnen Beiträge – neben dem „Tönenden“ auch entsprechende Videoaufnahmen – jede/r für sich und überwiegend zu Hause aufgenommen haben. Die vielen Beteiligten hätten sich zu den Aufnahmen nicht getroffen, sagt Bassist Matthias Gräb (u. a. Mitglied der Band von Schlagersängerin Andrea Berg). Mit dem Oberdielfener Profimusiker sprach die Kulturredaktion am Dienstag im Nachgang zur Veröffentlichung des inhaltlich Mut machenden wie auch musikalisch Freude bereitenden Popsongs ebenso wie mit dem Mitinitiator des Projekts, Arne Kopfermann.

Matthias Gräb: „Das ging ganz kurzfristig“

„Das ging ganz kurzfristig“, erinnert sich Matthias Gräb. „Arne rief an und fragte: ,Hast du Lust, da drauf zu spielen?‘“ Keine Frage, die hatte er – und war auch schon gleich als zweiter Akteur am Zuge, direkt nach Schlagzeuger Daniel Jakobi. „Es gab ein Demo, das hat Arne uns geschickt. Das ging dann ganz schnell. Abends kam das Demo, am nächsten Tag habe ich dann den Bass eingespielt. Da habe ich zwei Stunden für gebraucht, zwei-, dreimal drübergespielt, ein bisschen editiert, und das war’s.“
Gute Vorbereitung ist alles, insbesondere freilich angesichts der ständig wechselnden Gesangsbeiträge der zahlreichen Sängerinnen und Sänger. Yasmina Hunzinger habe auf der Demoaufnahme die Gesänge schon recht gut „vorgedeutet“, so Matthias Gräb. „Die hatten vorher ganz genau eingeteilt, wer was singt.“ So wusste Ehefrau Anni Gräb auf Anhieb, wo sie zum Einsatz kommt – neben einzelnen Lead-Vocal-Passagen auch im fulminanten Backing-Chor.

„Das gab es so noch nie“

Die eigentliche Vorgehensweise des einsamen Einspielens im Homestudio ist für Matthias Gräb beileibe nichts Neues. „Ich mache das ganz oft, das ist nichts Besonderes.“ Wohl aber das Projekt „Wir stehn auf“ als solches: Dass die vielen Mitwirkenden alle zusammen auf der Aufnahme zu hören seien, „das gab es so noch nie“. Was freilich Resultat der außergewöhnlichen Umstände ist, denn vermutlich hätte es diese gewaltige Gemeinschaftsleistung ohne „Corona“ gar nicht gegeben. „Es ist schon echt eine verrückte Zeit, eine ungewisse Zeit“, sagt Matthias Gräb. „Sonst wärst du als Musiker jetzt eigentlich auf Tour. Und ohne Konzerte als Musiker zu leben, das geht natürlich nicht.“ Der Bassist denkt, dass er bis in den Herbst hinein keine Konzerte spielen wird (auch einige Auftritte mit Andrea Berg gingen ihm infolge der Krise durch die Lappen, es gibt aber bereits Ersatztermine im nächsten Jahr). Bis Ende April habe es mehr als 20 Konzertabsagen gegeben. „Das tut schon weh.“
Immerhin kann Gräb gegenwärtig mehrere Songs pro Woche zu Hause einspielen, Unterricht läuft online, und ab Mai seien wieder Bandsessions im Tonstudio geplant, von denen er hofft, dass sie stattfinden können. Für die Behörden hat er übrigens lobende Worte übrig: Die Soforthilfe des Landes habe ihn zügig erreicht. „Genörgel“ ist auch angesichts der brisanten Lage nicht sein Ding, vielmehr sei die Stimmung unter den Musikern „eigentlich ganz gut“.

Mit Freude und Leidenschaft

Das spiegelt sich im Video „Wir stehn auf“ durchaus wider – die Musikerinnen und Musiker sind hör- und sichtbar mit Freude und Leidenschaft dabei. Unterm Strich herausgekommen ist ein griffiger, packender Song auf tontechnischem High-End-Niveau. Satte 132 Tonspuren galt es dafür in den Griff zu bekommen. „Eine sehr, sehr aufwendige Geschichte“, wie Arne Kopfermann erklärt. Gewiss der schieren Masse wegen, aber auch aufgrund des „Nebeneinander-Arbeitens“. Und wegen des (qualitativ) unterschiedlichen Equipments, das den Einzelnen zu Hause zur Verfügung steht. Das alles so zusammenzubekommen, dass sich ein harmonisches Ganzes ergibt, sei ein erheblicher Aufwand.
Ambitioniert – auch was den zeitlichen Rahmen betrifft! Vom Schreiben des Songs (Kopfermann steuerte den Text bei, Yasmina Hunzinger die Musik) bis zur Fertigstellung habe es 14 Tage gebraucht. Knapp drei Wochen ist es erst her, man schrieb den 26. März 2020, dass sich Hunzinger und Kopfermann via FaceTime an ihr Gemeinschaftswerk machten. „Das hat wunderbar geklappt“, sagt Arne Kopfermann. Text und Melodie zusammenzubringen, „war eine Sache von 20 Minuten“. Nur zwei Tage später seien bereits die Musiker angeschrieben worden. Deadline für die Abgabe inbegriffen: Bis 8. April sollte alles da sein. Der straffe Zeitplan bis Ostern konnte ganz offenkundig eingehalten werden, auch wenn freigeistige Künstler schon mal „Chaoten“ seien.

„Weil uns die Not der Welt bewegt“

„Ausdruck des Glaubens ist immer, dass Liebe und Hoffnung sich Bahn brechen“, sagt Kopfermann auf die Intention des Stücks angesprochen. Dem trägt der Text Rechnung: „Wir stehn auf, weil uns die Not der Welt bewegt. Wir stehn auf, weil Gottes Liebe Furcht besiegt“, heißt es im Refrain. Der Song ist laut Presseinfo „Ausdruck für unser Anliegen, angesichts der weltweit empfundenen Überforderung, Mutlosigkeit und Verunsicherung den Kopf nicht in den Sand zu stecken. Stattdessen wollen wir die Hoffnung aktivieren, die in unserem Glauben begründet liegt.“ Kopfermann zur SZ: „Man kann dem Leid die Stirn bieten.“

Erlöse gehen an „Sara-Projekt“

Die Musikerinnen und Musiker haben übrigens auf Honorare verzichtet. Die Erlöse, so Kopfermann, kämen dem von ihm und seiner Frau ins Leben gerufenen „Sara-Projekt“ für Flüchtlingskinder in Not (unter dem Schirm der christlichen Hilfsorganisation World Vision) zugute.
„Wir stehn auf“ von Arne Kopfermann und Yasmina Hunzinger feat. All Star Friends ist bis dato bei YouTube auf dem Kanal von Gerth Medien zu finden. Ab kommenden Freitag, so Kopfermann, solle es auf den gängigen Streaming-Portalen erscheinen und im Sommer als Bonustrack auf seinem neuen Album „Auf zu neuen Ufern“.

Im Sommer 2017 porträtierte die SZ-Kulturredaktion das Musiker-Ehepaar Anni und Matthias Gräb. Zu dem Artikel geht es hier: 50 sind so wichtig wie 10.000

Autor:

Alexander W. Weiß (Redakteur) aus Siegen

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