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Vom Heavy Metal zur Malerei: Markus Arnold
Wolfgang Beltracchi ist sein Fan

Der aus Wilgersdorf stammende Künstler Markus Arnold lebt heute in Haltern am See, wo er sein Atelier unterhält. Der 44-jährige Rockmusikfan hat sich zuletzt in die Fläche vorgewagt, arbeitet mit beunruhigenden Symbolen.
  • Der aus Wilgersdorf stammende Künstler Markus Arnold lebt heute in Haltern am See, wo er sein Atelier unterhält. Der 44-jährige Rockmusikfan hat sich zuletzt in die Fläche vorgewagt, arbeitet mit beunruhigenden Symbolen.
  • Foto: axe
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

axe Wilgersdorf/Haltern am See. Es gibt Künstler, die sich mit einer speziellen Idee durchsetzen – und wie beispielsweise der Rubenspreisträger Niele Toroni dann mittels zigmaligen Pinselaufsetzens in mannigfaltiger Farbform zu Ehren gelangen. Oder wie der französische Künstler Yves Klein, der sich den Farbton „International Klein Blue (I.K.B.)“ sogar patentieren ließ. Das ist Kunst. Runtergebrochen, auf das Wesentliche reduziert, dennoch großartig im Ergebnis. Allerdings ist dies nicht die Art, mit der sich der aus Wilgersdorf stammende Künstler Markus Arnold auf seinen Leinwänden präsentiert. Arnolds Kunst ist oftmals plakativ, mit provokanten Themen und beunruhigendem Symbolspiel.

axe Wilgersdorf/Haltern am See. Es gibt Künstler, die sich mit einer speziellen Idee durchsetzen – und wie beispielsweise der Rubenspreisträger Niele Toroni dann mittels zigmaligen Pinselaufsetzens in mannigfaltiger Farbform zu Ehren gelangen. Oder wie der französische Künstler Yves Klein, der sich den Farbton „International Klein Blue (I.K.B.)“ sogar patentieren ließ. Das ist Kunst. Runtergebrochen, auf das Wesentliche reduziert, dennoch großartig im Ergebnis. Allerdings ist dies nicht die Art, mit der sich der aus Wilgersdorf stammende Künstler Markus Arnold auf seinen Leinwänden präsentiert. Arnolds Kunst ist oftmals plakativ, mit provokanten Themen und beunruhigendem Symbolspiel. Eines seiner neuesten Werke zeigt unterteilt zwei Maschinengewehre auf blutrotem Grund samt einem Blitzgewitter, die übergehen in einen angedeuteten Rock mit zwei rosenumkränzten Frauenbeinen – und daneben freistehend ganz im Toroni-Stil angelegte Farbquadrate.

Logo von Iron Maiden nachgezeichnet

Allein für das Rot experimentierte der Autodidakt Markus Arnold in seinem Atelier in Haltern am See stark und freute sich, als er diesen speziellen Farbton dann endlich genau so hinbekam. Zwar nicht patentiert, dennoch war dieses besonders angemischte Rot für das Gemälde ausschlaggebend.
Viele seiner Bilder – er hat in den letzten zehn Jahren rund 3000 Werke gemalt – erinnern an die Covermotive von Rock- und Heavy-Metal-Bands. Und genau damit begann Markus Arnolds Weg zum Maler. Schon in seiner Kindheit hatte er die Cover und Bandlogos von Gruppen wie Iron Maiden nachgezeichnet, dann auch die ersten eigenen Entwürfe getätigt.

Früher Drummer, heute Maler

Doch seine künstlerisch-malerische Begabung musste viele Jahre schlummern, da er sich bereits in jungen Jahren als Drummer betätigte und sein Schlagzeugspiel derart perfektionierte, dass die ersten bekannteren Bands bei ihm anklopften, wie die ungarische Gruppe Ektomorf. Doch eine Nervenverletzung im rechten Arm bedeutete das plötzliche Aus als Musiker. Danach erinnerte sich der heute 44-Jährige wieder seiner zweiten Kunstliebe, der Malerei, mit der er sich seit 2009 ernsthaft beschäftigt. Seine Frau Nancy hatte Unterricht bei einem Kunstprofessor, mit ihrem Wissen und den eigenen Fertigkeiten entwickelte der Autodidakt Markus Arnold letztendlich seinen ganz eigenen Stil.

Lena Meyer-Landrut ist Kundin

Und das mit wachsendem Erfolg. Lena Meyer-Landrut zählt zu seinen Kunden, ebenso besitzt der berühmte deutsche Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi ein Gemälde Arnolds – und lobte dessen ganz eigenen Malstil. Das sei ein „Ritterschlag“, wurde Arnold von einem Bekannten aufmerksam gemacht. Zu Beltracchi hält Arnold via E-Mail losen Kontakt, zu viel Nähe zu dem von Kunstgalerien geächteten Fälscher sei nicht gerade eine Eintrittskarte in Kunsthäuser, so Markus Arnold im Gespräch mit der SZ.

Coverartwork für Emil Bulls

Von der harten Rockmusik hat Markus Arnold aber nie lassen können, sie war und ist seine Passion. Und durch seine Bilder, die er auch im Internet präsentiert, wurden namhafte US-Rockmusiker auf den ehemaligen Wilgersdorfer aufmerksam. Aber auch die angesagte Alternative-Metal-Band Emil Bulls aus München. Für die gestaltete Arnold nicht nur das Coverartwork für das Album „Kill Your Demons“, er kreierte deren Bandschriftzug neu und gestaltete das 45 Meter lange Bühnenbanner (ein sogenanntes „Backdrop“).

100 Entwürfe hergestellt

„Ein Albumcover ist etwas anderes als ein Gemälde, bei den Emil Bulls war das sogar ein Prozess von über einem Jahr. Da brachten die Musiker, das Management und die Plattenfirmen ihre eigenen Vorstellungen ein, was bedeutete, dass ich über hundert Entwürfe vom Schriftzug bis zum Cover herstellen musste. Ich habe jeden einzelnen Songtitel mit dem Malspachtel gemacht, da habe ich ein ganz neues Gefühl für diesen Arbeitsgerät erhalten“, erinnert sich Markus Arnold grinsend, der diesen Job nicht missen wollte. „Für das 25-jährige Bandbestehen der Emil Bulls sollte ich eigentlich ein neues Cover entwerfen, doch dann kam Corona und machte mir einen Strich durch die Rechnung.“

Geld kommt durch Online-Store rein

Von der Kunst allein könne er nicht leben mit seiner Frau und den beiden Kindern. „Als kleiner Künstler wirst du auch nicht gefördert. Das kannst du vergessen, da bist du weit unter Sozialhilfeniveau.“ Weshalb er zusammen mit seiner Frau seit 15 Jahren einen Online-Store unter ww.blackcherrysstore.de betreibt und dort handgemachte Kleidung und Accessoires vertreibt, der speziell in den USA interessierte Kunden gefunden hat.

"Manchmal ein regelrechter Kampf"

Neben eher kleinformatigen Bildern hat sich Markus Arnold jedoch auch in die Fläche vorgewagt. Zwei seiner jüngsten Werke haben Galerie-Format mit rund fünf Quadratmetern. „Jedes dieser Bilder hat rund ein halbes Jahr in Anspruch genommen“, so der Künstler, „und sie zeigen den ,Arnold-Style’ in vollem Format!“ Anfangs habe er noch vor der leeren Leinwand gestanden, mit einer Idee im Kopf: „Ich hatte das drin, aber als ich vor der weißen Wand stand, war es, als ob ich das Malen neu erlernen müsste, jeder einzelne Schritt war etwas Neues, das war manchmal ein regelrechter Kampf“, so Arnold. Und er hat diesen Kampf gewonnen. Einen anderen führt er gegen Galerien, die seine mit Kreide, Öl- und Acrylfarben hergestellten Werke bislang nicht ausstellen. So hat er sich mit seinen Arbeiten, unter anderem dem Bild „Schmerzverstärker“, bei mehreren internationalen Kunstwettbewerben vorgestellt, ist jedoch abgelehnt worden. „Die Finalisten hatten ein nur blaues Bild und ein schwarzes mit orangefarbenen Rechtecken“, so Arnold, der konstatiert: „In solche Kreise zu kommen, ist wie ein Lottogewinn.“ Axel Williams

Autor:

Redaktion Kultur

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