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Gymnasium Wilnsdorf setzt auf Solarenergie
115.000-Euro-Idee der Schüler wird umgesetzt

Die Schülersprecher Lukas von der Heide (18, l.) und Dawar Amin-Manan (18), Massi genannt, haben sich gemeinsam mit anderen Schülern dafür eingesetzt, dass eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Wilnsdorfer Gymnasiums errichtet wird. Die Installation soll in Kürze beginnen und Ende März abgeschlossen sein.
  • Die Schülersprecher Lukas von der Heide (18, l.) und Dawar Amin-Manan (18), Massi genannt, haben sich gemeinsam mit anderen Schülern dafür eingesetzt, dass eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Wilnsdorfer Gymnasiums errichtet wird. Die Installation soll in Kürze beginnen und Ende März abgeschlossen sein.
  • Foto: Sarah Panthel
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

sp Wilnsdorf. Sie hatten gehofft, dass ihre Idee irgendwann einmal realisiert wird, aber nicht erwartet, dass es so schnell gehen würde. Lukas von der Heide (18) und Dawar Amin-Manan (18), von allen Massi genannt, gehören zu einer Gruppe von Schülern des Gymnasiums Wilnsdorf, die die Initiative „GyWi goes Green“ ins Leben gerufen haben. Das größte von den Jugendlichen angestoßene Projekt – eine Photovoltaikanlage für das Dach des Gymnasiums – wird zurzeit umgesetzt und könnte nach Angaben der Gemeinde Wilnsdorf Ende März fertiggestellt sein.
Schüler des Gymnasiums "wollten ein Zeichen setzen"
Doch zurück zum Anfang: Alles begann am 31. März 2019 beim jährlichen Schülervertretungstag. „Fridays for Future“ war in aller Munde.

sp Wilnsdorf. Sie hatten gehofft, dass ihre Idee irgendwann einmal realisiert wird, aber nicht erwartet, dass es so schnell gehen würde. Lukas von der Heide (18) und Dawar Amin-Manan (18), von allen Massi genannt, gehören zu einer Gruppe von Schülern des Gymnasiums Wilnsdorf, die die Initiative „GyWi goes Green“ ins Leben gerufen haben. Das größte von den Jugendlichen angestoßene Projekt – eine Photovoltaikanlage für das Dach des Gymnasiums – wird zurzeit umgesetzt und könnte nach Angaben der Gemeinde Wilnsdorf Ende März fertiggestellt sein.

Schüler des Gymnasiums "wollten ein Zeichen setzen"

Doch zurück zum Anfang: Alles begann am 31. März 2019 beim jährlichen Schülervertretungstag. „Fridays for Future“ war in aller Munde. Die Schüler waren auf den Straßen, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. „Der Klimaschutz wurde bei den Kindern oft erwähnt“, erinnert sich Lukas. Die Frage kam auf, ob man sich bei den Demonstrationen beteiligen will. „Wir haben nichts dagegen gesagt, aber wir wollten lieber ein lokales Zeichen setzen, ein Aushängeschild bei uns an der Schule“, erklärt Lukas. Zahlreiche Vorschläge zum Klimaschutz wurden über mehrere Monate von der Schülervertretung des Gymnasiums zusammengetragen. Daran beteiligt waren auch Max-Lorenz Bub (ehemaliger Schülersprecher), Sophia Hartmann, Linda Kalcher und Hovhannes Shahnazaryan. „Was bedeutet eigentlich klimaneutral, wo wollen wir hin?“, diese Fragen stellte sich die SV. Im Herbst 2019 stand dann ein Ideenkatalog. Der beinhaltet Lösungsansätze für den Müll am Kiosk oder Mülltrennungsvorschläge, die relativ einfach und ohne großen Aufwand und hohe Kosten umgesetzt werden konnten. Die Realisierung zweier kleinerer Projekte steht derweil noch aus.

Gemeinde Wilnsdorf unterstützte die Schüler

Doch das reichte den Schülern nicht: Sie wollten mehr erreichen und setzten auf erneuerbare Energien. Nach Eigenrecherche rechneten sie aus, wie viel Strom die Schule mit einer Photovoltaikanlage gewinnen, und wie das Projekt finanziert werden könnte. Die Gemeinde Wilnsdorf habe sich sehr offen gezeigt, sagt Lukas. Massi bestätigt, dass die Unterstützung groß gewesen sei. Mitglieder der Verwaltung waren in der Schule und hörten sich die Vorschläge an, machten schnell deutlich, was möglich ist und was nicht. Die Dächer des Gymnasiums wurden auf ihre Tragfähigkeit hin untersucht. Es stellte sich heraus: Das Dach des B-Gebäudes ist für eine Photovoltaik-Anlage geeignet. Der Rat stimmte dafür, sie zu errichten. Im Dezember 2020 wurden die Solarmodule geliefert. Die Installation der Anlage soll, wenn die Witterung es zulässt, in Kürze beginnen.

Das Projekt kostet 115.000 Euro - und wird umgesetzt

„Wir haben nie erwartet, dass das etwas wird, wenn wir noch auf dieser Schule sind“, sagt Massi. „Da wurden wirklich alle Erwartungen übertroffen“, freut sich Lukas mit. „Das ist ein Verdienst der gesamten Schülerschaft.“ Es sei ein gutes Gefühl, dass man zeigen könne, dass man was erreichen, andere inspirieren und ermutigen kann, sagt Massi. Etwas traurig finden die beiden Schülersprecher, dass die Abläufe, wie Abstimmungen oder Ausschreibungen für solche Projekte, sich oft in die Länge ziehen. „Wenn man nicht am Ball bleibt, bleibt es ergebnislos“, so Lukas. Dennoch: Die beiden sind zufrieden. „Wir haben Rückhalt von allen bekommen.“
Skeptisch seien manche Mitschüler gewesen. Dass eine Idee, bei der eine so hohe Geldsumme im Raum steht – die Gesamtkosten für die Anlage belaufen sich auf ca. 115.000 Euro –, am Ende umgesetzt wird, hatten sie nicht geglaubt. Aber es kam anders. „Das ist ein schöner Abschluss“, sagen die beiden Abiturienten, die dieses Jahr von der Schule abgehen.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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