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Firma Wolf aus Wilnsdorf
140 Tonnen schwerer Koloss rollt über die Straße

140 Tonnen schwer und 44 Meter lang: Der Koloss wurde von der Firma Robert Josef Wolf GmbH & Co. KG Behälter und Apparatebau in Wilnsdorf hergestellt.
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sp Wilnsdorf. 140 Tonnen schwer und 44 Meter lang ist der Behälter aus Edelstahl, der seit Dienstagabend von Wilnsdorf nach Gelsenkirchen transportiert wird. Zwei schwere Fahrzeuge sind dafür notwendig, das eine schiebt, das andere zieht. Die Gesamtlänge des Transports: über 70 Meter. Ein imposanter Anblick. Ein Begleitfahrzeug, ein Werkstatt- und ein Hubsteigwagen begleiten die Lkw, um den Weg frei zu machen – falls nötig. Mit Schrittgeschwindigkeit, oder wenn die Gegebenheiten es zulassen, mit maximal 30 Kilometer pro Stunden setzt sich die Kolonne fort.
Der zu transportierende Behälter, ein sogenannter CO2-Washer, wurde von der Firma Robert Josef Wolf GmbH & Co. KG Behälter und Apparatebau in Wilnsdorf hergestellt.

sp Wilnsdorf. 140 Tonnen schwer und 44 Meter lang ist der Behälter aus Edelstahl, der seit Dienstagabend von Wilnsdorf nach Gelsenkirchen transportiert wird. Zwei schwere Fahrzeuge sind dafür notwendig, das eine schiebt, das andere zieht. Die Gesamtlänge des Transports: über 70 Meter. Ein imposanter Anblick. Ein Begleitfahrzeug, ein Werkstatt- und ein Hubsteigwagen begleiten die Lkw, um den Weg frei zu machen – falls nötig. Mit Schrittgeschwindigkeit, oder wenn die Gegebenheiten es zulassen, mit maximal 30 Kilometer pro Stunden setzt sich die Kolonne fort.
Der zu transportierende Behälter, ein sogenannter CO2-Washer, wurde von der Firma Robert Josef Wolf GmbH & Co. KG Behälter und Apparatebau in Wilnsdorf hergestellt. Ein Transport mit zwei Lkw, „das haben wir vielleicht einmal pro Jahr“, sagt Geschäftsführer Klaus-Dieter Wolf zu dem besonderen Ereignis.

Koloss ist drei Nächte lang unterwegs

Die erste Nachtfahrt von Dienstagabend auf Mittwochmorgen endete in der Nähe des Siegerlandflughafens in Lippe. Erst ab 22 Uhr dürfen die Fahrzeuge ihre Reise fortsetzen. Insgesamt drei Nächte ist der Behälter unterwegs, bis er nach Andernach kommt, wo er auf ein Schiff verladen wird. In Dorsten soll dieses am 3. Mai eintreffen, und der CO2-Washer erneut auf die zwei Lkw geladen werden, um einen Tag später in einer Raffinerie in Gelesenkirchen am Zielort anzukommen.

Der CO2-Washer

„In einer Wasserstoffanlage dient der CO2-Washer dazu, CO2-Teile herauszufiltern“, fasst Klaus-Dieter Wolf zusammen. Dieser Prozess findet mit bestimmten Filtereinheiten, hohem Druck und starker Hitze von bis zu 400 Grad statt – diese Belastung muss der Behälter aushalten.
Die Grundwerkstoffe für den CO2-Washer wurden aus Schweden geliefert. Die Firma Wolf beauftragte eine Firma aus Netphen damit, die Böden zu fertigen. Im Herdorfer Wolf-Werk wurde der Behälter in drei Teilen vorgefertigt, im Wilnsdorfer Werk zusammengefügt und fertiggestellt. Das „Innenleben“ zum Filtern wird von anderen Firmen geliefert und in der Raffinerie eingebaut.

Die Vorbereitungen

Die große Halle der Firma Wolf war der Länge nach vollständig mit dem CO2-Washer blockiert. Um 6 Uhr am Montagmorgen begann die Firma Dornseiff Autokrane und Schwertransporte mit dem Verladen des Behälters auf die Transportfahrzeuge. Hochkonzentriert arbeiteten rund zehn Männer daran, dass alles wie geplant abläuft. Ein Hubgerüst, das bis zu 200 Tonnen heben kann, kam zum Einsatz. Am späten Nachmittag verließen die beladenen Lkw die Halle. Die Dortmunder Straße wurde für etwa drei Stunden, so lange dauerte die „Fahrt“ aus dem Gebäude auf die Straße, gesperrt. Ab 22 Uhr wurde dann gezogen – wie die Mitwirkenden es nennen.

Für den Transport ist Bernd Segbers von der Firma Kahl Schwerlast (Moers) zuständig. „Ich habe da sechs Monate Arbeit reingesteckt“, sagt er zur Vorbereitung. Er plante die Route und simulierte die Fahrt. Dabei stellte er beispielsweise fest, dass fünf Laternen und zwei Ampeln weichen müssen. „Die erste große Herausforderung ist, aus der Halle zu fahren“, sagte er am Montag.

Die Herausforderung

„Im Siegerland liegen wir topografisch nicht optimal“, betont Wolf. Und: „Wir haben ein Dimensionsproblem.“ Brücken müssten die Last aushalten, kleine Kreisverkehre seien so gut wie unmöglich zu befahren. „Jemand müsste die Interessen der Schwerlasttransporte vertreten“, sagt Wolf. Das geschehe beim Bau neuer Straßen und Kreisverkehre nicht immer. Die Industrie- und Handelskammer Siegen habe zwar einen Arbeitskreis für dieses Interesse gegründet, aber der Erfolg in der Politik sei begrenzt, so Wolf. Es seien die vielen Nebenkosten, wie das Entfernen von Ampeln, die die Transporte so teuer machten. Die Firma habe schon Aufträge abgeben müssen, weil die Transportkosten zu hoch gewesen wären. Der Auftragswert für den CO2-Washer sei 10 Prozent eines Jahresumsatzes. Die Transportkosten liegen bei 10 Prozent des Auftragswertes.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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