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Erlasse des Landes sorgen für Blockade
Apotheken können keine Corona-Schnelltests anbieten

Eigentlich ist alles bereit: Cornelia Braach, Inhaberin der Brücken-Apotheke in Niederdielfen, will dort ab Montag kostenlose Corona-Schnelltests anbieten. Doch die Genehmigung lässt noch auf sich warten.
  • Eigentlich ist alles bereit: Cornelia Braach, Inhaberin der Brücken-Apotheke in Niederdielfen, will dort ab Montag kostenlose Corona-Schnelltests anbieten. Doch die Genehmigung lässt noch auf sich warten.
  • Foto: Pascal Mlyniec
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

pm Niederdielfen. Cornelia Braach und ihr Team stehen in den Startlöchern. Schon vor der finalen Bekanntgabe der politischen Beschlüsse am späten Mittwochabend hat die Inhaberin der Brücken-Apotheke in Niederdielfen mit der Planung und Umsetzung eines Konzepts begonnen, um ab Montag kostenlose Corona-Antigentests für jedermann anbieten zu können. Am Freitag ist alles fertig, die Website zur Terminvergabe ist schon online, erste Kunden haben sich ihre Wunschzeit reserviert. Doch all die Mühe unter Zeitdruck ist vergebens – denn bis zum Montag wird der erforderliche Testauftrag des Kreisgesundheitsamtes nicht vorliegen. „Das ist schon alles ziemlich ärgerlich“, gesteht Braach, „aber es läuft eben nicht immer alles wie geplant.

pm Niederdielfen. Cornelia Braach und ihr Team stehen in den Startlöchern. Schon vor der finalen Bekanntgabe der politischen Beschlüsse am späten Mittwochabend hat die Inhaberin der Brücken-Apotheke in Niederdielfen mit der Planung und Umsetzung eines Konzepts begonnen, um ab Montag kostenlose Corona-Antigentests für jedermann anbieten zu können. Am Freitag ist alles fertig, die Website zur Terminvergabe ist schon online, erste Kunden haben sich ihre Wunschzeit reserviert. Doch all die Mühe unter Zeitdruck ist vergebens – denn bis zum Montag wird der erforderliche Testauftrag des Kreisgesundheitsamtes nicht vorliegen. „Das ist schon alles ziemlich ärgerlich“, gesteht Braach, „aber es läuft eben nicht immer alles wie geplant.“

Erlasse des Landes lassen auf sich warten

Noch am Donnerstag habe beim Gesundheitsamt Optimismus geherrscht. Sollten alle Unterlagen zum von ihr erarbeiteten Konzept bis 12 Uhr vorliegen, sei eine Genehmigung bis Freitagnachmittag sicherlich kein Problem, hieß es. Gut 24 Stunden später sind diese Auskünfte allerdings Schall und Rauch – doch die Schuldigen sitzen nicht im Kreishaus.
„Wir haben die Information bekommen, dass wir als Kreis die Teststandorte zulassen sollen. Allerdings muss das Land dafür erst die Kriterien veröffentlichen, die erfüllt werden müssen. Auf die entsprechenden Erlasse warten wir noch“, so Pressesprecher Torsten Manges am Freitagnachmittag auf SZ-Anfrage.
Erst wenn diese veröffentlicht wurden, können Konzepte wie das von Cornelia Braach geprüft werden. Die Inhaberin der Brücken-Apotheke rechnet sich jedoch gute Chancen aus. Online sollen Kunden einen festen, zehnminütigen Termin vereinbaren. Nötig ist dafür zunächst nur eine gültige E-Mail-Adresse, an die im Anschluss weitere Informationen gesendet werden. Darunter ist ein Fragebogen, auf dem Kunden u. a. bestätigen müssen, keine Grippesymptome zu spüren. „Denn bei wem das der Fall ist, der gehört in ärztliche Hände“, erklärt Braach.

In Apotheken müssen Verkaufs- und Testräumlichkeiten getrennt werden

Wer getestet wird, sollte zudem eine halbe Stunde vorher nichts essen oder trinken. „Es besteht der Verdacht, dass säurehaltige Getränke wie Cola das Ergebnis verfälschen können“, so Braach. Zum eigentlichen Test muss neben dem ausgefüllten Fragebogen der Personalausweis mitgebracht werden. Vor Ort betreten Kunden nicht die Apotheke, sondern werden an ein seitliches Fenster geleitet, vor dem der eigentliche Test stattfindet. Geld muss nicht mitgebracht werden, denn in Vorkasse tritt die Apotheke, die im Anschluss 18 Euro pro Test über die Kassenärztliche Vereinigung abrechnen kann. Nach dem Test vor Ort warten muss niemand, denn das Ergebnis, das 24 Stunden Gültigkeit hat, kommt spätestens nach einer halben Stunde abermals per Mail.
Gerade die beschriebene Trennung zwischen Verkaufs- und Testräumlichkeiten dürfte ein Knackpunkt bei der Zulassung als beauftragter Teststandort werden. „Es sind insgesamt nur einzelne Apotheken, die das machen wollen. Nicht jede Apotheke hat diese Möglichkeit, die beiden Bereiche voneinander zu trennen“, sagt Kreisvertrauensapotheker Gero von Fircks, der außerdem den Personalaufwand als Problem sieht: „Wer testet, kann nicht Sekunden später hinter der Theke stehen und Medikamente verkaufen.“

Fehlende Infrastruktur blockiert Corona-Schnelltests

Die zurzeit noch fehlende Infrastruktur schätzt auch NRW-Gesundheitsminister Josef Laumann (CDU) als Hinderungsgrund eines flächendeckenden Schnellteststarts ab Montag ein. Die Tests an sich seien in ausreichender Zahl vorhanden, so Laumann am Freitag in der Bundespressekonferenz in Berlin.
„Wir sind gut gewappnet“, sagt indes Cornelia Braach. Auch älteren Menschen ohne E-Mail-Adresse werde selbstverständlich geholfen. Auch mit den örtlichen Hausärzten gebe es Absprachen, damit es nicht zu viele Anlaufstellen für die Schnelltests gebe. „Die Ärzte sind ganz glücklich, wenn sie entlastet werden, denn sie werden bald mit dem Impfen genug zu tun haben“, so Zimmermann, die wirbt: „Das Testen ist unkompliziert und dauert für den Kunden vielleicht fünf Minuten.“ Es fehlt also nur die Genehmigung, damit bald in Niederdielfen und anderen Apotheken kostenlos getestet werden kann.

Positive Selbsttests meldepflichtig Neben den professionell durchgeführten kostenlosen Corona-Schnelltests sind auch die Selbsttests in aller Munde. Discounter wie Aldi verkaufen diese zu günstigen Preisen, von der Meldepflicht positiver Testergebnisse entbindet das Fehlen eines Kontrollorgans dabei aber nicht. „Positive Ergebnisse sind nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig und müssen dem Kreisgesundheitsamt mitgeteilt werden“, hieß es am Freitag in einer Pressemitteilung des Kreises. Personen, die Siegen-Wittgenstein leben, können die Meldung entweder online über portal.siegen-wittgenstein.de/formsolutionsservice/call/51, auf der Webseite des Kreises (www.siegen-wittgenstein.de/corona) oder über die Corona-Hotline (02 71) 3 33 11 20 vornehmen.
Autor:

Pascal Mlyniec (Redakteur) aus Siegen

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