Wilgersdorfer Weiher soll erhalten bleiben und attraktiver werden
Badespaß in freier Natur

Der Weiher von oben aus betrachtet. Dass der Bürgerverein mit dem niedrigen Wasserstand zu kämpfen hat, ist besonders im linken Nichtschwimmerbereich zu sehen.
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  • Der Weiher von oben aus betrachtet. Dass der Bürgerverein mit dem niedrigen Wasserstand zu kämpfen hat, ist besonders im linken Nichtschwimmerbereich zu sehen.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

sp Wilgersdorf. Die Temperaturen steigen wieder, diese Woche soll das Thermometer auf über 30 Grad klettern. Mensch wie Tier sind dann auf der Suche nach einer Erfrischung, Wasser wird zum beliebten Sammelpunkt – so wie der Badeweiher in Wilgersdorf, der am Rande von Wald und Wiesen liegt und vor allem bei den Bewohnern des Ortes bekannt ist.

Zeitweise über 100 Gäste

„Als das richtige Wetter jetzt da war, waren vielleicht 50, 60 Leute hier. Es können aber auch mal über 100 werden“, sagt Günter Richter, Ortsvorsteher und Vorsitzender des Bürgervereins Wilgersdorf, der sich für die Pflege und Instandhaltung des Badeweihers einsetzt. Einmal im Jahr wird das Becken gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr gereinigt, das Wasser wird abgelassen, der Boden vom Schlamm befreit.

Keine Angst vor Schlamm und Fischen

Nicht alle mögen diese Naturnähe, weiß Richter, andere aber kämen extra dafür. Er weiß von Besuchern, die aus Geisweid oder von noch weiter weg kämen. Sie fürchten sich nicht vor Schlamm, Algen, Kaulquappen und Fischen im Becken und kommen ohne Sanitäranlagen und Umkleiden aus. Die Wasserqualität werde regelmäßig überprüft und als gut befunden, so der Ortsvorsteher.

Ikek-Projekt: Attraktivierung des Weihers

Der Bürgerverein hat sich als Ziel gesetzt, den Platz noch attraktiver zu machen – ein Beachvolleyballfeld wurde bereits 2005 errichtet – und den Weiher zu erhalten. Deshalb ist dieser jetzt mit in das Integrierte kommunale Entwicklungskonzept (Ikek) der Gemeinde Wilnsdorf aufgenommen worden. Mit Fördermitteln sollen u. a. die Abdichtung des Beckens sowie ein neuer Anstrich durchgeführt werden. Die genauen Kosten müssen noch ermittelt werden; Richter geht bislang von ca. 8000 Euro aus.

Ebbe im Becken

Immer wieder hatte der Verein mit Wasserverlust im Becken zu kämpfen. Besonders extrem war es im vergangenen Jahr bei der starken Trockenheit. Das Nichtschwimmerbecken war völlig leer, der größere Bereich verlor mehrere Meter Wassertiefe. Auf sozialen Medien äußerten Wilgersdorfer ihren Unmut über die Ebbe im Becken. Dass ausreichend Wasser vorhanden ist, ist nicht nur für die Lebewesen im Weiher von größter Bedeutung, das Gewässer ist auch als Feuerlöschentnahmestelle ausgewiesen.

Undichte Stellen

Nach einer Reinigung des Beckens fand der Bürgerverein eine große Anzahl undichter Stellen. Eine große Ritze, durch die viel Wasser verloren ging, wurde in diesem Jahr gesichtet und abgedichtet. „Damit haben wir ein Hauptleck erwischt“, so Günter Richter. Seitdem sei der Weiher wieder voll. Aber auch wenn die vollständige Abdichtung und Sanierung erfolgt sei – „dann haben wir für ein paar Jahre Ruhe“ –, müsse mit der Zeit wieder ausgebessert werden.

Spielgeräte und eine Hütte

Im Ikek aufgelistet ist auch die Errichtung von einfachen, möglichst wartungsfreien Spielgeräten und Sitzgelegenheiten sowie eine Hütte aus Holz, in der auch gegrillt werden kann. Die Kosten dafür schätzt Richter auf etwa 5000 Euro. Die Hütte soll weitestgehend vor Vandalismus gesichert sein, denn Ärger mit Randalierern hatte der Bürgerverein bereits.

Randalierer am Werk

Der Ablauf des Weihers musste beispielsweise schon gesichert werden. Richter vermutet, dass dieser unrechtmäßig bedient worden sei. „Wir waren stolz, dass der Weiher voll war, und am nächsten Morgen war ein halber Meter weg“, sieht der Ortsvorsteher seine Vermutung bestätigt. Zudem würden immer wieder große Steine ins Becken geworfen – die gehörten eigentlich zu einer Feuerstelle, die auf der umliegenden Fläche errichtet worden war.

Viel Eigenleistung

Der Badeweiher besteht schon seit den 30er-Jahren, ausgebaut wurde er rund 30 Jahre später in Eigenleistung von den Wilgersdorfern, die mit viel ehrenamtlichem Engagement den Badespaß samt Sprungbrettern und zeitweise auch mit Rutschen ermöglichten. Zurückgebaut wurde die Anlage nach der kommunalen Neugliederung, als die Fläche Eigentum der Gemeinde Wilnsdorf wurde. Der Grund für die Reduzierung: Kosten- und Haftungsgründe. Der Badeweiher ist frei zugänglich, jeder schwimmt auf eigene Gefahr – Schilder weisen daraufhin –, es gibt keine Aufsicht. Bei einer Begehung bemängelte eine Versicherung jedoch das offene Gewässer, so Richter. Deshalb sei 2016 ein Zaun um das Gelände errichtet worden.

Hunde nur am Beckenrand

„Hier ist noch nie was passiert“, sagt der Vorsitzende und hofft, dass das auch weiterhin so bleiben wird. Und er appelliert an die Gäste: Wenn sich Schwimmer im Wasser befinden, „dann haben Hunde dort nichts verloren“. Außerhalb des Badebetriebs sehe er dahingehend allerdings kein Problem.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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