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Flammender Appell von Pferdehalterinnen
Betrunkene wollen Cowboy spielen

Damit das verbotene Betreten der Koppel bzw. des Stalls erschwert wird, haben Katrin Bernshausen (r.) und ihre Tochter Clara den Zaun verstärkt und ein Schloss am Gatter befestigt.
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  • Damit das verbotene Betreten der Koppel bzw. des Stalls erschwert wird, haben Katrin Bernshausen (r.) und ihre Tochter Clara den Zaun verstärkt und ein Schloss am Gatter befestigt.
  • Foto: Sarah Panthel
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

sp Wilnsdorf/Oberdielfen. Ein altes Stück Brot, ein paar Äpfel oder das saftige, frische Gras von der Weide nebenan. Was als kleiner Snack für Pferde gut gemeint ist, kann zu großen Problemen führen – und das auf verschiedene Weise. Claudia Schepp und Katrin Bernshausen sind zwei Pferdehalterinnen, die darauf aufmerksam machen wollen. Ihre Tiere stehen auf Koppeln in Oberdielfen bzw. Wilnsdorf und sind das ganze Jahr über im Freien.
Verhalten den Tieren gegenüber seit Corona respektloser
Katrin Bernshausen hat seit über 35 Jahren Pferde....

sp Wilnsdorf/Oberdielfen. Ein altes Stück Brot, ein paar Äpfel oder das saftige, frische Gras von der Weide nebenan. Was als kleiner Snack für Pferde gut gemeint ist, kann zu großen Problemen führen – und das auf verschiedene Weise. Claudia Schepp und Katrin Bernshausen sind zwei Pferdehalterinnen, die darauf aufmerksam machen wollen. Ihre Tiere stehen auf Koppeln in Oberdielfen bzw. Wilnsdorf und sind das ganze Jahr über im Freien.

Verhalten den Tieren gegenüber seit Corona respektloser

Katrin Bernshausen hat seit über 35 Jahren Pferde. Falsches Verhalten den Vierbeinern gegenüber sei schon immer ein Thema gewesen, „aber es ist mehr geworden, deutlich übergriffiger, deutlich respektloser den Tieren gegenüber“, sagt Bernshausen, die sich regelmäßig mit Claudia Schepp über die Probleme austauscht. Beide Frauen haben festgestellt, dass es seit der Corona-Pandemie mehr Vorfälle gegeben hat. Die Leute seien halt mehr draußen unterwegs.

Bernshausen betont, dass sie kein Problem damit habe, wenn Kinder (und Erwachsene), sich die Pferde anschauen oder sie streicheln, auf eigene Gefahr. Aber besonders das Füttern könne zu ernsthaften Schwierigkeiten führen und sogar lebensbedrohlich sein. „Viele Pferde leiden unter Stoffwechselerkrankungen.“

Beim Füttern von Pferden bestehen Gefahren für Kinder

Auch Spirit, eines ihrer Pferde, hat mit einer Krankheit zu kämpfen. Sein Futter ist ein spezielles und wird genau abgewogen. Es gebe sicherlich viele Pferde, bei denen es keine Auswirkungen habe, wenn sie mal mit Äpfeln oder etwas mehr Gras gefüttert würden, so die Pferdebesitzerin. Aber: „Man sieht den Pferden nicht an, ob sie eine Stoffwechselerkrankung haben“ – der eine Apfel könne dann eben doch zu viel sein.

Schon seit die Pferde in dem Stall stehen, weist das Schild auf die Verbote hin. Gelesen werden sie bestimmt, daran gehalten wird sich aber nicht immer.
  • Schon seit die Pferde in dem Stall stehen, weist das Schild auf die Verbote hin. Gelesen werden sie bestimmt, daran gehalten wird sich aber nicht immer.
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Außerdem besteht beim Füttern eine Gefahr für die Kinder selbst: Sie können gebissen werden. Wenn dann noch Futterneid bei den Tieren hinzukommt, können Menschen verletzt werden. Die Pferde attackieren sich, treten und beißen und achten dabei nicht darauf, wer zwischen ihnen steht.

Besonders gefährlich ist das, wenn verbotenerweise die Koppel betreten wird. Auch das beobachten die beiden Pferdehalterinnen immer wieder bzw. es wird ihnen mitgeteilt. Bernhausen erlebte schon, wie zwei betrunkene Männer an einem Vatertag sich Zugang zur Koppel verschafften „und meinten sich auf die Pferde setzen müssen“.

"Tiere sind kein Allgemeingut"

Dass nichts Schlimmeres passiert ist: nicht selbstverständlich. Zum Schutz haben Katrin Bernshausen und ihre Tochter Clara den Zaun verstärkt und ein großes Schloss am Gatter befestigt.
Außerdem haben sie einen weiteren Elektrozaun installiert, der allerdings für freilaufende Hunde gedacht ist. Mehrere Gefahren gingen auch von ihnen aus, sagt Bernhausen, die selbst Hunde besitzt. Sie könnten beispielsweise die Pferde jagen und verletzten und dabei selbst verletzt werden.
Bernshausen und Schepp wollen niemanden anklagen, aber darauf aufmerksam machen: „Tiere sind kein Allgemeingut.“ Wer den Pferden gerne etwas zu Fressen geben möchte, der solle das vorher mit dem Besitzer absprechen, so ihr Appell. Immer alles mitbekommen können die Frauen nicht, aber „wir werden sehr oft angerufen, wenn irgendwas nicht stimmt“, sagt Bernhausen.

Damit das verbotene Betreten der Koppel bzw. des Stalls erschwert wird, haben Katrin Bernshausen (r.) und ihre Tochter Clara den Zaun verstärkt und ein Schloss am Gatter befestigt.
Schon seit die Pferde in dem Stall stehen, weist das Schild auf die Verbote hin. Gelesen werden sie bestimmt, daran gehalten wird sich aber nicht immer.
Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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