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Onlineaktion mit DKMS gestartet
Blutkrebs-Patient sucht seinen genetischen Zwilling

Nikolai Schäfer hofft, seinen genetischen Zwilling über eine Onlineaktion zu finden.

sp Niederdielfen. Mit dunkelblauen, handflächengroßen Hämatomen am Körper ging Nikolai Schäfer ins Krankenhaus. „Es sah aus, als wäre er stark gefallen“, erzählt sein Sohn Richard. „Aber er ist erst einmal wieder nach Hause geschickt worden und sollte zum Hausarzt gehen.“ Dort wurde der Niederdielfener gründlich untersucht. Mit sehr schlechten Blutwerten kam er wieder ins Krankenhaus. „Die Ärzte waren verwundert, dass er überhaupt noch stehen konnte“, sagt sein Sohn.
Nikolai Schäfer hat BlutkrebsAnfang September erhielt die Familie dann die schlimme Verdachtsdiagnose: Blutkrebs. Zehn Tage später – die Zeit kam der Familie ewig vor – wurde der anfängliche Verdacht bestätigt. Seit etwa drei Wochen liegt der 58-Jährige jetzt im Krankenhaus.

sp Niederdielfen. Mit dunkelblauen, handflächengroßen Hämatomen am Körper ging Nikolai Schäfer ins Krankenhaus. „Es sah aus, als wäre er stark gefallen“, erzählt sein Sohn Richard. „Aber er ist erst einmal wieder nach Hause geschickt worden und sollte zum Hausarzt gehen.“ Dort wurde der Niederdielfener gründlich untersucht. Mit sehr schlechten Blutwerten kam er wieder ins Krankenhaus. „Die Ärzte waren verwundert, dass er überhaupt noch stehen konnte“, sagt sein Sohn.

Nikolai Schäfer hat Blutkrebs

Anfang September erhielt die Familie dann die schlimme Verdachtsdiagnose: Blutkrebs. Zehn Tage später – die Zeit kam der Familie ewig vor – wurde der anfängliche Verdacht bestätigt. Seit etwa drei Wochen liegt der 58-Jährige jetzt im Krankenhaus. Seine erste Chemobehandlung hat er bereits hinter sich. „Es geht ihm sehr, sehr gut“, berichtet Richard Schäfer dankbar über den aktuellen Zustand seines Vaters. Um zu überleben, ist er aber auf eine Stammzellspende angewiesen. Dafür braucht Nikolai Schäfer einen Spender, der nahezu die gleichen Gewebemerkmale aufweist wie er, quasi einen genetischen Zwilling.

Gemeinsame Onlineaktion mit der DKMS

Die Familie kämpft um ihren Ehemann, ihren Vater, ihren Opa. Richard Schäfer, der in Olpe lebt, startete gemeinsam mit der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) die Aktion „Nikolai braucht dich!“, mit der darum geworben wird, dass sich potenzielle Stammzellspender registrieren lassen.
Auch Verwandte haben ihre Abstriche bereits ins Labor geschickt. Die Ergebnisse stehen allerdings noch aus, und die Familie will keine Zeit verlieren. Richard Schäfer ist es außerdem ein Anliegen, dass sich Menschen bei der DKMS registrieren lassen: „Die Datenbank muss wachsen. Man muss anderen Menschen helfen.“ Man wisse nie, ob man nicht selbst einmal betroffen sei und Hilfe brauche. Das Ziel der Familie: auf das Thema und die Online-Registrierung aufmerksam machen.

Online registrieren Wer helfen möchte, gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann sich über www.dkms.de/nikolai ein Registrierungsset nach Hause bestellen. Mithilfe von drei medizinischen Wattestäbchen und einer genauen Anleitung sowie einer Einverständniserklärung kann jeder nach Erhalt dieses Sets selbst einen Abstrich der Wangenschleimhaut vornehmen und anschließend per Post zurücksenden, damit die Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können.

Meistens reicht Blutspende aus

Andrea Autenrieth, Aktionsbetreuerin von der DKMS, teilt auf Nachfrage mit, dass mittlerweile für neun von zehn Patienten ein passender Spender gefunden werde, aber man für den einen fehlenden auch noch jemanden finden wolle. Wer sich registrieren lässt, sollte sowohl für eine sogenannte periphere Stammzellentnahme (Stammzellen werden aus der Blutbahn entnommen) als auch für eine Knochenmarkentnahme offen sein, sagt Autenrieth. In 80 Prozent der Fälle reiche die Entnahme über das Blut aus. Dabei wird dem Spender ein Medikament verabreicht, damit die Anzahl der Stammzellen im Blut steigt. Mit einer Art Blutwäsche werden die Stammzellen dann herausgefiltert. In 20 Prozent der Fälle sei eine Knochenmarkentnahme, die unter Vollnarkose erfolgt, notwendig, ergänzt Autenrieth. Welches Verfahren für den Patienten infrage kommt, entscheidet der Arzt.

Familie Schäfer ist optimistisch

Im Fall seines Vaters, so erklärt es Richard Schäfer, genüge eine Blutspende. „Wir gehen von einem guten Ende aus“, ist er optimistisch. Die ganze Familie sei positiv eingestellt. Nikolai Schäfer wird jeden Tag von seiner Frau im Krankenhaus besucht – nur für eine Stunde. Mehr ist aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich. Diese ist eine zusätzliche Belastung in der aktuellen Situation. „Es ist eine Katastrophe“, fasst der 26-jährige Sohn zusammen. Alles, was in Verbindung mit dem Virus stehe, habe zurzeit Priorität, sagt er.
Die Corona-Pandemie verhindert übrigens auch, dass die DKMS eine Registrierungsaktion an einem zentralen Veranstaltungsort durchführen kann, deshalb finden Onlineaktionen statt.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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