CDU fordert Lärmschutz für Obersdorf und Wilden
Bund, Land und Gemeinde in der Verantwortung

Auch auf Obersdorfer Seite solle eine Lärmschutzwand errichtet werden, finden die Wilnsdorfer Christdemokraten.
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  • Auch auf Obersdorfer Seite solle eine Lärmschutzwand errichtet werden, finden die Wilnsdorfer Christdemokraten.
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sz Wilnsdorf. Zum Lärmschutz an der A 45 für Obersdorf und Wilden meldet sich jetzt die CDU-Fraktion Wilnsdorf zu Wort und fordert die Umsetzung entsprechender Maßnahmen für die beiden Ortsteile. Der sechsspurige Ausbau der Autobahn sei die einmalige Chance, eine Lärmschutzwand auch auf der Obersdorfer Seite der Talbrücke Eisern und auf der Wildener Seite der Autobahn zu bauen, so die Christdemokraten einem entsprechenden Antrag.

Grenzwerte noch nicht überschritten

In der Begründung heißt es, dass es bereits seit vielen Jahren Beschwerden über den Lärm von der Autobahn in den nächstgelegenen Ortsteilen Wilnsdorf, Rinsdorf, Obersdorf und Wilden gebe. Bisher sei jedoch in keinem der Ortsteile eine Überschreitung der Grenzwerte für die Lärmsanierung in der Verantwortung des Bundes gegeben. Aus diesem Grund sei kein Lärmschutz an der Autobahn im Bereich der Gemeinde Wilnsdorf umgesetzt worden. Die Fraktion weist diesbezüglich auch auf die Informationsveranstaltung vom Landesbetrieb Straßen NRW hin (die SZ berichtete).

Maßnahmen reichen nicht weit genug

„Wir halten generell Lärmschutzmaßnahmen an der A 45 für die vom Autobahnlärm betroffenen Ortsteile Wilnsdorf, Rinsdorf, Obersdorf und Wilden für dringend erforderlich. Wir begrüßen daher ausdrücklich die für die Ortsteile Obersdorf, Rinsdorf und Wilnsdorf bereits eingeplanten Lärmschutzmaßnahmen. Doch die bisher geplanten Maßnahmen reichen nicht weit genug“, so die CDU. Die Fraktion betont, dass es unzureichend sei, wenn auf der Talbrücke Eisern nur eine Lärmschutzwand auf der Eiserner Seite errichtet würde.

Reflexion des Schalls befürchtet

Der Schall von der Autobahn breite sich durch das Tal des Obersdorfbaches bis hinauf in die Ortslage Obersdorf aus und führe dort zu erheblichen Lärmbelästigungen. Wenn nur einseitiger Lärmschutz auf der Talbrücke errichtet werde, könne durch Reflexion des Schalls der Schallpegel in Obersdorf sogar steigen, schreiben die Christdemokraten. Beim Landesbetrieb Straßenbau hatte man sich in der Informationsveranstaltung darauf berufen, dass dadurch der Grenzwert für Lärmschutzmaßnahmen in Obersdorf nicht erreicht werde und deswegen auch eine Erhöhung des Schallpegels akzeptiert werden müsste. „Das sehen wir völlig anders. Es kann nicht sein, dass der Bund einem Ort zusätzlichen Schallschutz komplett finanziert, weil ohne wesentliche Änderung der Verkehrssituation aus rein rechtlichen Gründen dort ein Anspruch auf Schallschutz besteht, und der Nachbarort muss sogar dauerhaft mit einer höheren bzw. in Zukunft noch weiter steigenden Lärmbelastung leben.“

Ungleiche Lebensverhältnisse

Deswegen sollten alle Anstrengungen unternommen werden, um im Zuge der Erneuerung der Talbrücke Eisern sowie in den Anschlussbereichen auch auf der Obersdorfer Seite eine Lärmschutzwand zu errichten, fasst die Fraktion zusammen. Nicht akzeptabel sei außerdem, dass für den Ortsteil Wilden überhaupt keine Lärmschutzmaßnahmen ergriffen werden sollen. Die Belastungssituation dort sei vergleichbar mit den in den meisten Gebäuden in den Ortsteilen Wilnsdorf, Rinsdorf und Obersdorf, die vom bisher geplanten Lärmschutz profitieren würden. Hier entstünden durch die geplanten Maßnahmen ungleiche Lebensverhältnisse.

Anstrengungen dürfen nicht enden

Auch wenn die bestehenden rechtlichen Bestimmungen die geplanten Lärmschutzmaßnahmen erfordern und eine Finanzverantwortung des Bundes ausschließlich für diese Maßnahmen begründen, dürften damit die Anstrengungen für aktiven Lärmschutz in den betroffenen Ortsteilen nicht enden.
„Die Autobahn liegt zwischen der Anschlussstelle Wilnsdorf und der Talbrücke Landeskroner Weiher höher als die Wohnbebauung in Wilden. Auf diesem gesamten Abschnitt der Autobahn entsteht eine starke Lärmbelastung, die sich auf die gesamte Ortslage Wilden auswirkt. Es ist ein ständiger Geräuschpegel festzustellen. Viele Situationen sind mit der Berechnungsmethodik, die von der Straßenbauverwaltung angewendet wird, nicht zu erfassen“, schreibt die CDU.

Nicht nur Lärm von der A 45

Unberücksichtigt bei der Beurteilung der Lärmsituation in Wilden bleibe außerdem die Gesamtbelastung durch Verkehrslärm, der nicht nur direkt von der A 45, sondern auch von der L 722, der L 722 a und der L 723 verursacht werde. „Das Land NRW hat aufgrund der starken Verkehrs- und Lärmbelastungen der Ortslage Wilden durch die L 722 den Bedarf für den Bau einer Ortsumgehung in Stufe 2 anerkannt. Dies ist im Gesetz über den Landesstraßenbedarfsplan festgeschrieben. Wenn man heute damit beginnen würde, die Planung konkret voranzutreiben, wäre vermutlich innerhalb der nächsten zwei Generationen nicht mit einer Realisierung zu rechnen.“

Gemeinschaftliche Verantwortung

Und weiter: „Wir sehen eine gemeinschaftliche Verantwortung des Bundes als Betreiber der Autobahn und Verursacher des Autobahnlärms, des Landes NRW als Betreiber der Landstraßen und Verursacher von Lärmbelastungen durch die Landstraßen in Wilden mit erheblichem Ziel- und Quellverkehr zu/von der A 45 und der Gemeinde Wilnsdorf, die für die Daseinsvorsorge ihrer Bürger und speziell auch die Lärmminderungsplanung zuständig ist.“
Eine Steigerung des Wohnwertes in Obersdorf und Wilden sei nicht nur für die bereits ansässige Bevölkerung wichtig, sondern auch für die weitere Entwicklung der Orte. Die Minderung der Belastungen durch den Straßenverkehr, besonders der Lärmbelastungen, sei dabei eine Maßnahme von großer Bedeutung.
„Aufgrund der in der Informationsveranstaltung dargestellten Zeitplanung halten wir es für dringend erforderlich, diese Forderung schnellstmöglich an den Landesbetrieb Straßenbau heranzutragen und auf Umsetzung zu drängen“, so die CDU.

Auch auf Obersdorfer Seite solle eine Lärmschutzwand errichtet werden, finden die Wilnsdorfer Christdemokraten.
Ohne Schutzwand befürchten die Kommunalpolitiker wegen einer möglichen Reflexion des Schalls noch mehr Lärm.
Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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