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Köstliche Idee fürs Zuhausebleiben
Das perfekte Familiendinner

Zehn Punkte für diese Idee: Familie Klotz aus Rudersdorf hat in der ungewöhnlichen Frühlingsisolation einen köstlichen Wettbewerb veranstaltet. Sie nahm sich die Fernsehsendung „Das perfekte Dinner“ zum Vorbild und schwang den Kochlöffel .
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  • Zehn Punkte für diese Idee: Familie Klotz aus Rudersdorf hat in der ungewöhnlichen Frühlingsisolation einen köstlichen Wettbewerb veranstaltet. Sie nahm sich die Fernsehsendung „Das perfekte Dinner“ zum Vorbild und schwang den Kochlöffel .
  • Foto: Jan Schäfer
  • hochgeladen von Jan Schäfer (Redakteur)

js Rudersdorf. Corona hat uns eingeengt, dem Alltag entrissen und noch lange nicht ausgestandene Sorgen gebracht. Doch nicht nur das: Die Zwangspause in den eigenen vier Wänden hat uns aber zudem unverhofft Zeit geschenkt – und zu Kreativität verdonnert. Auch Familie Klotz aus Rudersdorf ist in den vergangenen Wochen weitaus öfter komplett als in den Zeiten vor dem Shutdown. Die Laune lassen sich Mama Melanie, Papa Tobias und ihre beiden Söhne Aaron (15) und Josua (11) davon noch lange nicht vermiesen – im Gegenteil: Die Situation hat sie auf eine wahrhaft köstliche Idee gebracht. Sie haben „Das perfekte Dinner“ aus der gleichnamigen TV-Show bei sich zu Hause angerichtet.

js Rudersdorf. Corona hat uns eingeengt, dem Alltag entrissen und noch lange nicht ausgestandene Sorgen gebracht. Doch nicht nur das: Die Zwangspause in den eigenen vier Wänden hat uns aber zudem unverhofft Zeit geschenkt – und zu Kreativität verdonnert. Auch Familie Klotz aus Rudersdorf ist in den vergangenen Wochen weitaus öfter komplett als in den Zeiten vor dem Shutdown. Die Laune lassen sich Mama Melanie, Papa Tobias und ihre beiden Söhne Aaron (15) und Josua (11) davon noch lange nicht vermiesen – im Gegenteil: Die Situation hat sie auf eine wahrhaft köstliche Idee gebracht. Sie haben „Das perfekte Dinner“ aus der gleichnamigen TV-Show bei sich zu Hause angerichtet.

Der Geistesblitz kam dem Jüngsten: Josua kannte die Sendung, bei der sich seine Mutter hin und wieder das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. „Das könnten wir doch auch mal machen“, schlug der Sechstklässler in den schulfreien Tagen vor – und fand im Rest der Familie willige Kontrahenten. Denn darum geht es ja in der Sendung: Eine kleine Gruppe von Menschen diniert ein paar Tage lang gemeinsam. Jedes Mal ist ein anderer Teilnehmer dran, ein besonderes Drei-Gänge-Menü zuzubereiten, seine Gäste zu bewirten und am Ende des Abends Punkte fürs gastronomische Gesamtpaket einzuheimsen. Jeder darf jeden bewerten, nach dem Finale steht der Sieger fest – eine einfache Idee, deren Umsetzung jedoch eine Menge Vorbereitung fordert. Und einen gewissen Sportsgeist, gewissermaßen als Würze.

Eine Woche Vorbereitung haben sich die vier gegeben, dann stand fest, wer an welchem Tag an die Reihe kommen und welches kulinarische Feuerwerk zünden würde. Nicht Alltagskost sollte es sein, das war Ehrensache. Entsprechend exklusiv fielen ausnahmsweise die Einkaufslisten aus, entsprechend appetitlich liest sich der Menüplan dieser besonderen vier Tage.

Dinner 1: Josua

Der Elfjährige, der sich zuvor noch nicht ans Kochen begeben hatte, ging gleich in die Vollen. Nach einem Begrüßungscocktail servierte er vorab einen Salat mit Honig-Senf-Dressing. Als Hauptgang folgte ein Wiener Schnitzel mit Herzoginkartoffeln, abschließend servierte er ein Kinder-Bueno-Schoko-Dessert.

Dinner 2: Melanie

Die Teilnehmerin mit der größten Küchenerfahrung in der Runde kredenzte zunächst eine Rinderkraftbrühe mit Eistich und Markklößchen. Hauptspeise war Putengeschnetzeltes mit Reis, zum Nachtisch Yoguretteneis mit Mandelhaube und frischen Erdbeeren.

Dinner 3: Aaron

Der 15-Jährige stand nicht zum ersten Mal in der Küche, gerne kocht und backt er bereits seit einigen Jahren, selbst Experimentelles – ein Drei-Gänge-Menü war aber auch für ihn eine neue Erfahrung. Als Vorspeise hatte er ein Spargel-Panacotta mit Käse-Schinken-Crackern in petto, dazu reichte er einen gemischen Salat. Als Hauptspeise hatte er Salzkrustenbraten mit Kartoffelecken zubereitet. Zum Dessert gab es einen Frappuccino.

Dinner 3: Tobias

Siegesgewiss hatte der Herr des Hauses den Finaltag übernommen. Bei ihm gab es einen gemischen Salat mit Scampi-Spießchen. Hauptspeise war gegrilltes Schweinenackensteak mit Paprika-Mais-Salat und geröstetem Olivenbrot. Für den süßen Abgang sorgte Raffaelo-Crème mit frischen Himbeeren.

Stundenlang standen die Wettstreiter an „ihren“ Tagen in der Küche, damit zur verabredeten Zeit alles servierfähig war. „Alle haben sich richtig ins Zeug gelegt“, freut sich Mama Melanie. Um Punkt 19 Uhr versammelten sich die drei Gäste an der Tür, drückten die Klingel. Ganz wie in der Fernsehsendung. Auch der Ablauf der vier Wettkampftage und -abende orientierte sich stets nah am Original. Schon in der Zubereitungsphase wurde fotografiert und gefilmt, Interviews mit dem jeweiligen Koch wurden gedreht. Am Abend wurden die Gäste – außerhalb der Hörweite des Kandidaten – vor der Kamera befragt und um eine Bewertung mit bis zu zehn Punkten gebeten, die eine oder andere augenzwinkernde Spitze zwischen all dem angebrachten Lob durfte dabei natürlich nicht fehlen. Schließlich ist „Das perfekte Dinner“ eine Unterhaltungsshow.

Knappe Entscheidung

Ausgesprochen knapp fiel die Entscheidung am Ende des Finalabends aus. Zu seiner großen Überraschung war offenbar nicht Vater Tobias der Perfektion am nächsten gekommen, sondern Sohn Aaron. Mit 29 von 30 Punkten hatte er die Nase vorn, die Silbermedaille teilten sich Josua und Melanie mit 28 Punkten. Mit nur 26 Punkten musste sich Tobias zufrieden oder zumindest geschlagen geben, was nicht zuletzt an einem Schönheitsfehler gelegen haben dürfte. Statt des von den Kinden so gelieben Salt-and-Pepper-Brotes der örtlichen Handwerksbäckerei hatte er besten Glaubens ein Olivenbrot bestellt: ein Fauxpas, der ihm noch lange aufs Brot geschmiert werden dürfte. Nicht einmal sein Notfallplan – Tobias hatte zwischen die Wertungszahlen ganz „unauffällig“ einen ganzen Stapel von 10-Punkte-Blättern gemischt – konnte da noch greifen.

"Eine großartige Erfahrung"

Aaron also hat den offiziellen Sieg errungen – gewonnen aber hat die ganze Familie. Na klar, die Spiesekarte der vier Wettkampftage hat im Alltag keine Schnitte. „In den folgenden Tagen gab es erst einmal Pfannkuchen und natürlich Nudeln“, verrät Melanie Klotz. Viel wertvoller als die leckeren Menüs war den Rudersdorfern die gemeinsame Zeit in der Familie. „Das war eine großartige Erfahrung, die noch lange nachhalten wird“, schwärmt Tobias Klotz. Die Jungs stimmen ihm zu, auch für sie waren die Dinner-Tage nicht nur ein tolles Geschmacks-, sondern vor allem ein grandioses Gemeinschaftserlebnis. Eine zweite Runde, da sind sich die vier einig, soll es auf jeden Fall geben. Möglicherweise mit veränderten Regeln, wie Tobias vorschlägt – dann könnten die Küchenkombattanten sich zum Beispiel auf das konzentrieren, was Vorratskammer und Kühlschrank hergeben.

Melanie Klotz hat das perfekte Familiendinner ganz nebenbei besonders wertvolle Erkenntnisse geliefert. Sie hat gesehen, welche versteckten Talente in den drei Männern des Hauses schlummern. „Das war ein bisschen fahrlässig“, lacht ihr Mann Tobias in nicht ganz ernst gemeinter Sorge. Melanie drückt’s positiver aus: „Das Schöne ist, dass wir jetzt öfter gemeinsam kochen wollen.“ Einer mache die Vorspeise, ein anderer den Salat... „Das ist wertvolle Familienzeit.“ Das Rezept ist bekannt, Nachkochen erlaubt.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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