"Kleines Wunder" am Höhwäldchen
Das Provisorium hat jetzt ausgedient

Im April 2001 wurde das Kreisel-Provisorium am Höhwäldchen in Betrieb genommen. Lange hatten Bürger, Politiker und Verwaltung um die Entschärfung des einstigen Unfallschwerpunktes gekämpft. Nun soll ein fester Kreisverkehrsplatz eingerichtet werden. Foto: tile
  • Im April 2001 wurde das Kreisel-Provisorium am Höhwäldchen in Betrieb genommen. Lange hatten Bürger, Politiker und Verwaltung um die Entschärfung des einstigen Unfallschwerpunktes gekämpft. Nun soll ein fester Kreisverkehrsplatz eingerichtet werden. Foto: tile
  • hochgeladen von Tim Lehmann (Redakteur)

tile Wilnsdorf. Nichts hält länger als ein Provisorium. Im Falle des Kreisels an der Kreuzung Höhwäldchen in Wilnsdorf dauert die behelfsmäßige Einrichtung nun schon 18 Jahre. Jetzt soll ein fester Kreisverkehrsplatz die möblierte Lösung ersetzen. Bereits am kommenden Montag, 22. Juli, sollen die fünfwöchigen Bauarbeiten beginnen, teilte der Landesbetrieb Straßen NRW am Donnerstag mit: „Bis zum Beginn des neuen Schuljahres wird der Kreisverkehrsplatz neu hergestellt sein“, heißt es.

Erster provisorischer Kreisel im Siegerland

Politisch heiß diskutiert und lange gefordert, wurde das „kleine Wunder“ am Höhwäldchen, wie der ehemalige Bürgermeister Karl Schmidt das Provisorium im März 2001 nannte, im April desselben Jahres in Betrieb genommen. Der Kreuzungsbereich wurde seinerzeit vor allem durch die Mitarbeiter der Wilnsdorfer Straßenmeisterei in Eigenleistung hergerichtet. Es sei einer der ersten provisorischen Kreisel in Südwestfalen und der erste im Siegerland gewesen, erinnert sich Eberhard Zimmerschied vom Landesbetrieb. Damals standen keine finanziellen Mittel für eine „große Lösung“ zur Verfügung. Dank der portablen Lüft-Elemente habe die Maßnahme nur rund 100 000 Euro gekostet, die aus „Erhaltungsmitteln“ bezahlt worden seien.

Entschärfung eines Unfallschwerpunktes

Die Wielandgemeinde hatte lange für die Entschärfung des einstigen Unfallschwerpunktes gekämpft. Im Mai 1995 war dort der Hausmeister des Gymnasiums bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückt. In der Folge gab es immer wieder Versuche, an der Kreuzung L 722 (Richtung Rudersdorf) und L 723 (Richtung Oberdielfen) einen Kreisel einzurichten. Im Mai 2000 hatte der Verkehrsausschuss einen entsprechenden CDU-Antrag nach einem weiteren schweren Unfall einstimmig beschlossen. Am Gymnasium Wilnsdorf wurden 1200 Unterschriften von Eltern, Schülern und Lehrern gesammelt und der Verwaltung im November 2000 übergeben. Parallel erhielt die Kommune die Ergebnisse einer in Auftrag gegebenen Ingenieur-Studie für einen Kreisverkehr. Vier Monate später titelte die Siegener Zeitung „Am ,Höhwäldchen’ geht’s jetzt rund“ (SZ, 5. April 2001). Kein Jahr später hatte sich die Situation am einstigen Unfallschwerpunkt spürbar entschärft. „Seit der Kreisel am Höhwäldchen in Betrieb ist, hat es nur einen Bagatellunfall gegeben“, hatte Polizeihauptkommissar Volker Schmidt vom Verkehrsdezernat im Januar 2002 der SZ bestätigt.

1,3 Mill. Euro für echten Kreisel

Nun wird das Provisorium aufgelöst, künftig soll ein „echter“ Kreisverkehrsplatz für 1,3 Mill. Euro dafür sorgen, dass es an diesem Knotenpunkt auch weiterhin rund läuft. „Aufgrund der Kürze der Zeit wird es erforderlich sein, die Landstraße 723 nach Wilnsdorf/Oberdielfen und den Abzweig zum Schulzentrum voll zu sperren. Die Fahrverbindung von Wilnsdorf nach Wilnsdorf/Rudersdorf wird mittels einer Lichtsignalanlage einspurig geregelt“, informiert Straßen NRW über das Vorgehen.

Somit sind die Sportanlage Höhwäldchen, der Freizeitpark, das Alten- und Pflegeheim „Haus Höhwäldchen“ sowie der DRK-Kindergarten nicht mehr direkt über diesen Weg erreichbar. Der Landesbetrieb empfiehlt entweder die Parkplätze rund um das Gymnasium zu nutzen und weiter über die Fußgängerbrücke über die L 722 hinweg zu gehen oder der Umleitung über Nieder- und Oberdielfen zu folgen. Das Schulzentrum und das Gebiet Hoheroth sind innerorts über die Rudersdorfer Straße zu erreichen.

Überfahren nicht möglich

Die Pläne des Landesbetriebs sehen für den Kreisverkehrsplatz eine Fahrbahnbreite von 7,50 Metern vor. An den vier Ein-/Ausfahrten teilt jeweils eine dreieckige, sich in Straßenrichtung hin verjüngende Inseln die Fahrbahnen voneinander, ehe sie durch die normalen Markierungsstreifen getrennt werden. Die Bepflanzung und Gestaltung der runden Mittelinsel im Zentrum des Kreisels werde von der Gemeinde übernommen, erklärt Karl-Josef Fischer von Straßen NRW auf Nachfrage. Man werde nicht über den Kreisverkehrsplatz hinwegschauen, geschweige denn ihn überfahren können.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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