Eine Stimme mehr für die Bauplätze „Vorm Brand“
Debatte um Abriss der Grundschule Wilnsdorf

Im Bau- und Umweltausschuss gab es eine Debatte darüber, ob die Grundschule Wilnsdorf nach dem Umzug der Schüler abgerissen werden soll.
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sp Wilnsdorf. Einfach, schnell und unkompliziert wollten die CDU-Fraktion und die Verwaltung der Gemeinde Wilnsdorf vorgehen, um neue Bauplätze zu schaffen: Die Christdemokraten hatten beantragt, dass nach dem Abriss der Grundschule Wilnsdorf die Fläche „Vorm Brand“ für Bauplätze zur Verfügung gestellt und ein entsprechender Bebauungsplan vorbereitet wird (die SZ berichtete). Die Verwaltung hatte in ihrer Stellungnahme erklärt, dass das mit wenig Aufwand möglich sei, da die Fläche zum städtebaulichen Innenbereich zähle. Zwölf Baugrundstücke könnten entstehen.

Die SPD-Fraktion, die BfW/FDP, die Grünen und die WPU konnten dem Antrag jedoch nicht zustimmen. Im Gegenteil, sie wunderten sich im Bau- und Umweltausschuss am Dienstagabend über die Eile, die für den Abriss und die Schaffung eines neuen kleinen Baugebietes an den Tag gelegt wurde. Sie machten aber deutlich, dass es mehr Bauplätze geben müsse.

Entscheidung laut SPD zu früh

Auf dem neuen Gelände der Grundschule Wilnsdorf am Höhwäldchen „ist noch nichts passiert, da stehen noch Bäume drauf“, merkte Hannes Gieseler (SPD) an. Der Neubau nehme Zeit in Anspruch. Jetzt schon über einen Abriss nachzudenken, sei viel zu verfrüht. Es sei nicht bekannt, in welcher „Grundsituation“ sich die Gemeinde befinde, wenn der Umzug der Schüler stattgefunden habe und es Fortschritte bei anderen Baugebieten gebe. Als 2015 Unterkünfte für Flüchtllinge gesucht wurden, sei die Kommune froh gewesen, dass sie leerstehende Grundschulen gehabt habe. Bürgermeisterin Christa Schuppler entgegnete hier, dass der Beschluss im Notfall zurückgenommen werden könne.

Gieseler führte weiter aus, dass es vielleicht eine alternative Nutzung für das leere Gebäude geben könne, zum Beispiel für Kirchen oder Vereine. „Wir haben Zeit.“ Gabriele Wagener (CDU) kritisierte die Einstellung der Sozialdemokraten, dass sie die Umsetzung neuer Bauplätze „auf die lange Bank schieben“ wollen.

Bauplatz könnte ca. 160 Euro pro Quadratmeter kosten

Diskutiert wurde auch darüber, wie teuer die Gemeinde die Bauplätze verkaufen müsste, um die Kosten des Abrisses eines noch nicht abbezahlten Gebäudes wieder „raus“ zu haben. Auf Nachfrage der Grünen gab der zuständige Fachbereichsleiter Martin Klöckner an, dass die Kosten für den Abriss der Schule bei etwa 486 000 Euro lägen – Hinweise auf Altlasten gebe es nicht. Etwa 280 000 Euro Erschließungskosten kämen für die Gemeinde als Eigentümerin hinzu.

Auf Nachfrage der SZ hatte Klöckner kürzlich gesagt, dass keine Angaben zu den Verkaufspreisen gemacht werden könnten. In der Sitzung nannte er dann doch Zahlen: Etwa 150 bis 160 Euro seien pro Quadratmeter erzielbar, „vielleicht noch mehr“, gab Klöckner an. Er gehe daher von einem Erlös von 950 000 Euro aus, nach Abzug der Ausgaben von einem Überschuss in Höhe von etwa 170 000 Euro. Für Karsten Helmes (WPU) ging die Rechnung nicht auf, schließlich sei noch ein Abtrag des Gebäudes in Höhe von 1,5 Mill. Euro zu zahlen. Klöckner ergänzte, dass das die Zahlen seien, die im Buch ständen. Nicht mit eingerechnet sei die Wertschöpfung von etwa 5 Mill. Euro. Beispielsweise durch den Bau der Häuser (die Beschäftigung von Handwerkern) oder die Einkommenssteuer erziele die Gemeinde Einnahmen.

Für Diskussionen sorgte auch, dass die CDU-Fraktion mit der Formulierung „nach Abriss der alten Grundschule“ diesen bereits als beschlossen ansehe. Auf Anregung des Ausschussvorsitzenden Klaus Dieter Schneider wurde der entsprechende Halbsatz aus dem Beschlussvorschlag gestrichen. Neun Ausschussmitglieder empfahlen dem Rat, die Verwaltung mit der Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens zu beauftragen, acht stimmten dagegen. Der Rat wird heute über den Vorschlag abstimmen.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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