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Gemeinde Wilnsdorf: Vier problematische Bereiche
Die Absurditäten des Regionalplans

In Niederdielfen würde der komplette Bereich „Augraben” mit Schulzentrum und Sportplatz (Bild) zu einem besonderen Schutzbereich.
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  • In Niederdielfen würde der komplette Bereich „Augraben” mit Schulzentrum und Sportplatz (Bild) zu einem besonderen Schutzbereich.
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tip Wilnsdorf. Wenn sich ein eigentlich immer recht besonnener Geselle wie Martin Klöckner in Rage redet, dann muss es schon ein besonderes Thema sein. Am Montag war es so weit: Die Gemeinde Wilnsdorf hatte zur Pressekonferenz zum Regionalplan geladen. Und der Dezernent für Bauen, Wohnen und Umwelt legte im Parforceritt über knapp zwei Stunden dar, was nach Meinung der Gemeinde schief gelaufen ist in Arnsberg. Kurz gesagt: so ziemlich alles.

Auch Bürgermeister Hannes Gieseler sparte nicht mit markanten Worten: „Man hat uns diese Planung einfach so vor den Latz geknallt.” Die eigentlich durch die kommunale Selbstverwaltung verbriefte Gestaltungs- und Planungshoheit der Gemeinde werde in weiten Teilen beschnitten.

tip Wilnsdorf. Wenn sich ein eigentlich immer recht besonnener Geselle wie Martin Klöckner in Rage redet, dann muss es schon ein besonderes Thema sein. Am Montag war es so weit: Die Gemeinde Wilnsdorf hatte zur Pressekonferenz zum Regionalplan geladen. Und der Dezernent für Bauen, Wohnen und Umwelt legte im Parforceritt über knapp zwei Stunden dar, was nach Meinung der Gemeinde schief gelaufen ist in Arnsberg. Kurz gesagt: so ziemlich alles.

Auch Bürgermeister Hannes Gieseler sparte nicht mit markanten Worten: „Man hat uns diese Planung einfach so vor den Latz geknallt.” Die eigentlich durch die kommunale Selbstverwaltung verbriefte Gestaltungs- und Planungshoheit der Gemeinde werde in weiten Teilen beschnitten. Denn die von Außen definierten Ziele und Vorgaben seien keine Diskussionsgrundlagen. Eine Abwägung sei schlichtweg nicht mehr vorgesehen.

Setzen, 6!

Im Detail hat die Wilnsdorfer Verwaltung vier problematische Bereiche ausgemacht:

Wohn- und Siedlungsbau

Gerade einmal 12 Hektar möchte Arnsberg laut Regionalplan der Gemeinde an neuen Bauplätzen bis ins Jahr 2040 zur Verfügung stellen. Das entspräche in etwa dem ohnehin geplanten Baugebiet „Hofacker II” in Wilgersdorf – und das war es auch schon. 50 Bauplätze wären das in etwa. „Wir haben aber, Stand heute, schon das Fünffache an Nachfrage”, so Klöckner. 51 Hektar, die der aktuell gültige Flächennutzungsplan der Gemeinde als so genannte „Baulanderwartung” ausgewiesen hat, müssten wieder in landwirtschaftliche Fläche umgewandelt werden. Grundstückseigentümer und Bauherren schauten dann in die Röhre.

Gewerbeflächen

Zwar sieht der Regionalplan 20 zusätzliche Hektar an Fläche vor, doch die befinden sich laut Verwaltung am völlig falschen Ort. Kurios: Fünf potentielle Flächen hatte man nach Arnsberg gemeldet. Eine, nämlich das Gebiet „Auf´m Esel” zwischen Rinsdorf und Wilden mit rund 18 Hektar, nicht. Denn genau diese hatte der Rat Anfang 2019 mit großer Mehrheit abgelehnt.

In Rinsdorf sind Gewerbeflächen aus Arnsberg vorgesehen, die der 2019 Rat eigentlich abgelehnt hat. Dagegen haben die Rinsdorfer auch schon einen ihrem Unmut Luft gemacht.
  • In Rinsdorf sind Gewerbeflächen aus Arnsberg vorgesehen, die der 2019 Rat eigentlich abgelehnt hat. Dagegen haben die Rinsdorfer auch schon einen ihrem Unmut Luft gemacht.
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Und genau dieses Areal soll laut Regionalplan nun Gewerbefläche werden. „Man fragt sich: Wissen die in Arnsberg eigentlich, was wir hier planen oder wie die Gegebenheiten vor Ort sind?”, poltert Klöckner.

Naturschutz

Zu den bereits bestehenden Flächen kämen sieben komplett neue so genannte „Bereiche zum Schutz der Natur” hinzu – und damit potentielle Naturschutzgebiete. Kurios: In Niederdielfen würde der komplette Bereich „Augraben” mit Schulzentrum und Sportplatz zu einem solch besonderen Schutzbereich. „Damit stünde ein Kunstrasen unter Naturschutz”. Ein Scherz, der Bürgermeister Gieseler im Halse stecken blieb.

Windenergie

Zwei neue Vorranggebiete möchte Arnsberg der Gemeinde Wilnsdorf aufdrücken: bei Anzhausen/Salchendorf und bei Oberdielfen/Rudersdorf. „Die jahrelange Diskussion darüber, Windkraft sinnvoll zu konzentrieren, wäre umsonst gewesen”, teilt Gieseler mit. „Wesentliche Anregungen wurden nicht berücksichtigt”, „wichtige Fragen wurden nicht beantwortet”, „Mangelhafte Transparenz”: Das Wilnsdorfer Urteil über den Regionalplan fällt vernichtend aus. „Wir werden unser Recht deutlich wahrnehmen”, kündigt Gieseler an. Arnsberg kann mit einer gesalzenen Stellungnahme rechnen.

In Niederdielfen würde der komplette Bereich „Augraben” mit Schulzentrum und Sportplatz (Bild) zu einem besonderen Schutzbereich.
In Rinsdorf sind Gewerbeflächen aus Arnsberg vorgesehen, die der 2019 Rat eigentlich abgelehnt hat. Dagegen haben die Rinsdorfer auch schon einen ihrem Unmut Luft gemacht.
Autor:

Tim Plachner

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