110 Kilo abgespeckt
Einmal den Klitschko verloren

In diese Hose passte Sylvia Eckert (r.) bei ihrem Höchstgewicht von 182,6 Kilogramm kaum rein. Dank der Hilfe von WW-Coach Tamara Schmidt ist Platz für die beiden in je einem Hosenbein.
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  • In diese Hose passte Sylvia Eckert (r.) bei ihrem Höchstgewicht von 182,6 Kilogramm kaum rein. Dank der Hilfe von WW-Coach Tamara Schmidt ist Platz für die beiden in je einem Hosenbein.
  • Foto: kalle
  • hochgeladen von Karl-Hermann Schlabach (Redakteur)

kalle Wilnsdorf/Dillenburg. Als im April vor zwei Jahren der vielfache Boxweltmeister im Superschwergewicht, Wladimir Klitschko, in London in den Ring stieg, um gegen Anthony Joshua zu kämpfen, brachte „Dr. Steelhammer“ beim obligatorischen Wiegen exakt 109,1 Kilogramm auf die Waage. Klitschko, ein Mann wie ein Baum. Beinahe exakt dessen Gewicht hat Sylvia Eckert bei ihrem Abnehmmarathon verloren. Hut ab. Eine unglaubliche Leistung der Frau.

13 Treppenstufen wurden zum Problem

Sylvia Eckert aus Oberscheld bei Dillenburg war noch keine 50 Jahre alt, als ihr im Wohnhaus das Treppengehen nicht nur schwerer und schwerer fiel, sondern zum großen Problem wurde. „Bei den 13 Treppenstufen hinauf in unsere Wohnung musste ich unterwegs dreimal stehenbleiben und erst einmal Luft holen. Als es dann nur noch funktionierte, wenn ich vier Pausen einlegte, war mir klar, dass es nicht so weitergehen konnte“, so die Hausfrau und Mutter. „Wenn ich morgens aus dem Bett aufstand, habe ich mich in die Küche auf einen Stuhl gesetzt und gewartet, dass mir mein Sohn oder mein Mann etwas zu trinken an den Tisch brachten. Ich war am Ende“, so die Hessin.

Bei 150 Kilo war bei der Waage Schluss

Zu dieser Zeit, das war vor fünf Jahren, konnte die Waage im Badzimmer ihr Gewicht nicht mehr anzeigen. „Bei 150 Kilogramm war Schluss“, erinnert sich Sylvia Eckert. „Als ich mich dann beim Arzt habe wiegen lassen, konnte ich es selbst kaum glauben. Der Zeiger der Waage stoppte bei 182,6 Kilogramm!“ Sylvia Eckert weiter: „In diesem Moment war mir klar, dass etwas passieren musste. Es machte Klick in meinem Kopf. Ich war zu vielem bereit, aber unters Messer legen wollte ich mich nicht.“
Bis zum Zeitpunkt der Besinnung hatte sich ihr Lebensstil eingependelt. Nicht zum Guten. Einmal die Woche wurde eingekauft. Im Einkaufskorb sammelten sich Fertigprodukte. Beliebt waren Chicken, Pommes, Sahne, Chips – eben alles was dem Körper in diesen Massen nicht gut tut, wie sie heute weiß. „Ich passte in keinen Flugzeugsitz, musste immer eine Zusatzteil an den Sicherheitsgurt anbauen. Und wenn unser Sohn, der so gerne Achterbahn fährt, seine Runden in irgendeinem Freizeitpark drehte, blieb ich im Auto sitzen und wartete über Stunden. Ich passte nicht mehr hinter die Sicherheitsstange.“

OP war keine Option

Der erste Plan sah vor, einen Magenbypass zu legen. Doch mit diesem Gedanken konnte sich Sylvia Eckert nicht anfreunden. „Ich wollte versuchen, über eine Ernährungsumstellung das Unmögliche zu schaffen.“ Sie suchte Hilfe bei den „Weight Watchers“. Die Atmosphäre, die Kommunikation mit Gleichgesinnten und die Vermittlung von Wissen bei den WW-Terminen gab Sylvia Eckert den Drive, Kilo für Kilo purzeln zu lassen. Aktuell sind es in der Summe fast 110 Kilogramm – man kann auch sagen, 440 Stück Halbe-Pfund-Butterpäckchen schmolzen wie in der Sommersonne davon. Alles mit Betreuung von Tamara Schmidt, Fachfrau für Ernährungs- und Gewichtsmanagement bei WW. Sylvia Eckert: „Jeder, der gesagt bekommt, dass geht nur mit einer Operation, schaut mich an, es geht auch ohne!“

Neue Lebensqualität

„Mein Leben hat wieder eine neue Qualität bekommen. Ich kann mit meinem Mann auf Berge klettern, wir machen am Strand von Fuerteventura kilometerlange Wanderungen. Ich habe mein persönliches Glück gefunden“, so das lebendig gewordene Abnehmwunder. Rückblickend kann die 52-Jährige nicht verstehen, wie es überhaupt zu ihrem massiven Übergewicht kommen konnte.

Männer nehmen heimlich ab

Tamara Schmidt ist seit zehn Jahren als Coach unterwegs. Aus eigenem Erleben ist sie zur einer Ernährungsspezialistin geworden und gibt heute ihre Motivation an die Menschen weiter, die sich von ihrem Übergewicht trennen wollen.
„Meist sind es Frauen, die in unsere Workshops kommen. Die Herren scheinen sich nicht so überwinden zu können, aber die Anzahl an ,heimlich abnehmenden Männern’ ist sehr hoch und der Anteil in den Workshops steigt stetig an. Die Herren scheinen bei Übergewicht eine höhere Schmerzgrenze zu haben“, sagt
Tamara Schmidt aus ihrer Erfahrung. Interessant dabei: „In unsere Treffen kommen immer mehr jüngere Frauen. Denn Übergewicht ist ein ,Schwangerschaftskiller’, das weiß die Medizin schon länger.“

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