Archäologen fanden Emailleschüsseln
Felsloch gähnt am Straßenrand

Bauhofmitarbeitern war das Loch im Juni aufgefallen.

dima Wilnsdorf. Autofahrer, die am Mittwoch über die Mainzer Straße Richtung Wilden fuhren, dürften sich gewundert haben. In der Straßenböschung hatte sich ein Loch aufgetan, das erst einmal Rätsel aufgab. Schon im Juni sei den Mitarbeitern des Bauhofs bei Mäharbeiten ein Hohlraum aufgefallen, erklärte am Mittwoch die Pressestelle der Wilnsdorfer Verwaltung auf Nachfrage der Siegener Zeitung. Man habe daraufhin die Archäologen vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) informiert.

Keine Anzeichen für Bergbau

Die Experten seien am Dienstag vor Ort gewesen, um das relativ kleine Loch mit dem Bagger zu erweitern. Man habe keine Anhaltspunkte zur Deutung der Struktur im Kartenmaterial gefunden. Es fänden sich auch keine Anzeichen für Bergbau, so die Verwaltung am Mittwoch. Der Hohlraum setze sich noch 5 Meter weit fort und falle dabei mindestens 4 Meter ab. Die Breite betrage 1,5 bis 0,4 Meter, so die Archäologen in ihrem Bericht an die Verwaltung. Bei dem umgebenden Gestein handele es sich um devonischen Schiefer.

Hohlraum mit Schutt verfüllt

Der Hohlraum sei mit Schutt, Schrott und Bauschutt verfüllt. Die Verfüllung könne anhand von ochsenblutfarbenen Emailleschüsseln, Konservendosen und Weckgläsern in den Zeitraum 1930 bis 1950 datiert werden. Es sei wahrscheinlich, dass der Hohlraum bei der Erweiterung der Mainzer Straße nach dem Ersten Weltkrieg angetroffen und verfüllt worden sei. Die heutige Tagesöffnung sei dann durch Setzung der Einfüllung entstanden, so die Archäologen weiter. Risse in der Straße könnten darauf hindeuten, dass sich der Hohlraum in Richtung Straße fortsetze und auch dort verfüllt wurde. Jetzt sei der Landesbetrieb Straßenbau NRW am Zuge. Es solle geprüft werden, ob eine einfache Sicherung genüge oder weitere Ausgrabungen nötig seien. Inzwischen wurde der Bereich mit einem Bauzaunelement abgedeckt.

Anwohner gehen von Luftschutzstollen aus

Die Siegener Zeitung sprach am Mittwoch mit Anwohner Dietmar Winkel. Der Wilnsdorfer berichtete spontan, dass ihm seine Mutter von einem Luftschutzstollen in diesem Bereich erzählt habe. Wilnsdorfer hätten sich im Zweiten Weltkrieg dort in einem eigens dafür gegrabenen Stollen vor Luftangriffen geschützt.
Zeitzeuge Werner Manderbach konnte sich sogar an den Bau des Stollens erinnern. Das müsse in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs passiert sein. Seiner Erinnerung nach reichte der Stollen damals mindestens 30 Meter in den Berg hinein. Ein Teil sei aber bereits kurz nach dem Krieg eingestürzt. Der Luftschutzstollen sei von Wilnsdorfern in Handarbeit gegraben worden.

Autor:

Dirk Manderbach (Redakteur) aus Siegen

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