40 Helfer und Unternehmen beteiligt
Flutkatastrophe: Wildener Fabian Kapp startet Hilfsaktion

Die 40 freiwilligen Helfer starteten am frühen Samstagmorgen von Wilnsdorf aus in das Katastrophengebiet, genauer gesagt in das Örtchen Dernau an der Ahr.
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kay Wilnsdorf. Samstag, 4 Uhr in der Früh, Industriegebiet Lehnscheid VI: Normalerweise ist es um diese Zeit noch relativ ruhig im kleinen Industriegebiet auf dem Elkersberg. Nicht so am heutigen Morgen. Es herrschte emsige Betriebsamkeit auf dem Areal nahe der Autobahnanschlussstelle Wilnsdorf. Nach und nach trafen kleinere und größere Lastwagen – auf deren Anhängern zum Teil schwere Bagger aufgeladen waren –, einzelne Kleintransporter und weitere Fahrzeuge ein. Aber was war der Grund?

Verantwortlich für die morgendliche Aktivität war der Wildener Fabian Kapp. Im Arbeitsleben Geschäftsführer des Unternehmens Gräbener Maschinentechnik in Werthenbach, im Privatleben ein in vielfältiger Weise engagierter Mensch. „In der Siegener Zeitung habe ich den Bericht über die Hilfsaktion des Feudinger Bauunternehmens Bernshausen im von den Überschwemmungen arg getroffenen Ort Dernau an der Ahr gelesen. Dort stand geschrieben, dass dringend noch Baugerät und helfende Hände benötigt werden. Auch über den Einsatz des DRK mit einer Feldküche wurde berichtet. Da bin ich auf die Idee gekommen, auch meinen Beitrag zu leisten und aktive Hilfe zu organisieren“, so Fabian Kapp.

Fahrt in das Katastrophengebiet geplant

Gesagt, getan: Als Mitglied des Fördervereines der Feuerwehrlöschgruppe Wilden plante der Wildener eine Fahrt in das Katastrophengebiet, um dort mit der vereinseigenen Feldküche die Hilfskräfte mit Erbsensuppe zu verpflegen – genügend Mitstreiter waren schnell gefunden. Dann nahm die Aktion immer mehr Fahrt auf. Die Firma Baustra wurde wegen eines Lkw angefragt, um Schutt fahren zu können. Deren Geschäftsleitung entschied sich dann gleich mehrere Fahrzeuge und Personal zu stellen. Einem Schneeballsystem gleich schlossen sich im weiteren Verlauf immer mehr Freiwillige an.

Über das Netzwerk der Wirtschaftsjunioren organisierte Kapp über 15.000 Corona-Schutzmasken und Hunderte Corona-Schnelltests. Die Firma Hugo Roth, ein Wilnsdorfer Fachhandel für Arbeitsbekleidung, steuerte 1.000 Paar Arbeitshandschuhe, Stiefel, Regenjacken und weitere Dinge bei. Schubkarren, Schaufeln, Besen, Diesel – alles was man braucht, um vor Ort aufräumen zu können, wurde organisiert.

40 Freiwillige machen sich auf den Weg

Letztendlich machten sich dann am Samstagmorgen das Bauunternehmen Heinrich Weber, die Tiefbaufirma Scholko, das Baustoffaufbereitungsunternehmen BAW, die Firma Gräbener Maschinentechnik und der Förderverein der Feuerwehr Wilden mit insgesamt 10 Lastwagen, sechs Baggern, einem Radlader, drei Kleinbussen, einem Auto mit Anhänger und gut 40 freiwilligen Helfern auf den Weg in das Katastrophengebiet, genauer gesagt in das Örtchen Dernau an der Ahr. Ein Teil der Helfer wird den ganzen Samstag vor Ort bleiben und beim Aufräumen helfen. Die Bauunternehmer mit ihrem schweren Gerät werden, so der Plan, auch am Sonntag größtenteils zur Verfügung stehen. Die Feldküche versorgt am Samstag die hungrigen Helfer mit 600 Portionen Erbsensuppe.

Fabian Kapp zeigte sich im Gespräch mit der SZ begeistert: „Die ganze Aktion wurde innerhalb von anderthalb Tagen organisiert. Ich hätte niemals damit gerechnet, dass es auf solch eine große Resonanz stößt. Es ist einfach grandios. Ich habe die Aktion natürlich mit den Organisatoren des Katastrophenschutzes am Nürburgring abgestimmt. Es ist eine enorme Leistung, was dort auf die Beine gestellt wurde. Es schaffen sicherlich die wenigsten Länder auf der Welt in so kurzer Zeit – ohne Mobilfunknetz, ohne Strom, ohne alles – eine Infrastruktur wieder ans Laufen zu bringen.“ Bereits am Samstagvormittag erreichten die ersten Fotos von dem Hilfseinsatz in Dernau die SZ-Redaktion. Die Bilder sind erschreckend und sprechen für sich.

Autor:

Kay-Helge Hercher (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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