SZ

Kosten für Kirchenasyl
Gemeinde hofft auf regelmäßigen Zuschuss für Flüchtlinge

Die Kirchengemeinde Rödgen/Wilnsdorf nimmt seit Jahren Flüchtlinge auf. Ihr fehlt aber die Sicherheit, dass die Kosten dafür übernommen werden.
  • Die Kirchengemeinde Rödgen/Wilnsdorf nimmt seit Jahren Flüchtlinge auf. Ihr fehlt aber die Sicherheit, dass die Kosten dafür übernommen werden.
  • Foto: Pixabay (Symbolfoto)
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

ihm Wilgersdorf/Wilnsdorf. Die Kirchengemeinde Rödgen/Wilnsdorf nimmt seit Jahren Flüchtlinge ins Kirchenasyl auf. Damit ist die Gemeinde nicht die einzige im Kirchenkreis, aber diejenige, die das Thema Kirchenasyl am offensivsten betreibt. Pfarrer Christoph Otminghaus überbrachte jetzt der Kreissynode einen einstimmig verabschiedeten Antrag seines Presbyteriums auf Zuschüsse für die Kirchenasyl-Kosten: 200 Euro pro Asylant und Monat soll der Kirchenkreis über einen Asylfonds beisteuern.

Die tatsächlichen Kosten für Menschen im Kirchenasyl seien höher, sagte Otminghaus zu Beginn der Debatte, die die Synode länger beschäftigte als das Hauptthema, die Fusion mit dem Kirchenkreis Wittgenstein. Umstritten war weniger die Unterstützung für das Kirchenasyl als das Verfahren der Bezuschussung.

ihm Wilgersdorf/Wilnsdorf. Die Kirchengemeinde Rödgen/Wilnsdorf nimmt seit Jahren Flüchtlinge ins Kirchenasyl auf. Damit ist die Gemeinde nicht die einzige im Kirchenkreis, aber diejenige, die das Thema Kirchenasyl am offensivsten betreibt. Pfarrer Christoph Otminghaus überbrachte jetzt der Kreissynode einen einstimmig verabschiedeten Antrag seines Presbyteriums auf Zuschüsse für die Kirchenasyl-Kosten: 200 Euro pro Asylant und Monat soll der Kirchenkreis über einen Asylfonds beisteuern.

Die tatsächlichen Kosten für Menschen im Kirchenasyl seien höher, sagte Otminghaus zu Beginn der Debatte, die die Synode länger beschäftigte als das Hauptthema, die Fusion mit dem Kirchenkreis Wittgenstein. Umstritten war weniger die Unterstützung für das Kirchenasyl als das Verfahren der Bezuschussung. Superintendent Peter-Thomas Stuberg war sichtlich genervt: „Jetzt sind wir bald auf einem orientalischen Basar!“

Kosten für Flüchtlinge im Kirchenasyl

Die Kirchengemeinde Wilnsdorf/Rödgen ist auch bisher nicht auf den kompletten Asylkosten allein sitzengeblieben. Das erläuterte Synodalvikar Volker Schubert. Der Fonds, den der Kirchenkreis 2016 für Flüchtlingsarbeit eingerichtet hat, ist mit 50.000 Euro bestückt. Alle 24 Anträge auf Unterstützung seien bisher bewilligt worden, die Kirchengemeinde Wilnsdorf/Rödgen habe allein 12.000 Euro bekommen – nicht nur für Kirchenasyl. Verfügbar seien im Topf derzeit noch 32.000 Euro.
Christoph Otminghaus wollte aber mehr Verlässlichkeit. „Wir haben in diesem Jahr schon über 17.000 Euro Kosten. Es geht um planbare Strukturen für uns.“ Der Antrag zielte auf eine Ausstattung des Asylfonds mit mindestens 20.000 Euro im Jahr.

Am Ende stimmte die Mehrheit der Synode mit 45 gegen 37 Stimmen dafür, die Unterstützung aus dem vorhandenen Flüchtlingsfonds zu finanzieren. Damit das gelingt, ergeht an alle Kirchengemeinden der Appell, 18 bis 20 Cent pro Gemeindeglied dafür jedes Jahr aus ihren diakonischen Mitteln abzuzweigen. Damit soll der Fonds stets aufgefüllt werden.
Allerdings: Zwingen kann man die Gemeinden dazu nicht. Stuberg: „Das liegt im Belieben der Presbyterien.“ Christoph Otminghaus hofft auf eine Haltung der Solidarität: „Es gibt ja Gemeinden, die können diese Arbeit nicht leisten. Deshalb erhoffen wir uns Hilfe.“


”Ultima Ratio” Die Abschiebepolitik in NRW habe sich in den vergangenen Jahren „verschärft“, sagte Pfarrer Christoph Otminghaus. Deshalb werde immer häufiger Kirchenasyl beantragt – als „Ultima Ratio“ für Menschen, die durch die Abschiebung an Leib und Leben bedroht seien. Das Kirchenasyl werde immer in Abstimmung mit der Landeskirche gewährt. Hier gibt es eine eigene Kirchenasyl-Stelle. Die Kosten für die aufnehmende Gemeinde lägen oft bei 400 bis 500 Euro im Monat (Verpflegung, Arztkosten, Unterkunft, Material für Sprachschulung, Anwaltskosten).

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

11 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen