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Friseurladen wegen Corona-Verstößen versiegelt
Gemeinde Wilnsdorf greift hart durch

Ein Öffnen der Tür, also ein Beschädigen der Siegelmarke, zieht strafrechtliche Konsequenzen nach sich.
  • Ein Öffnen der Tür, also ein Beschädigen der Siegelmarke, zieht strafrechtliche Konsequenzen nach sich.
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  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

kay Wilnsdorf. Das Ordnungsamt Wilnsdorf hat einen Friseurladen behördlich versiegelt. Es reagiert damit nach eigenen Angaben auf wiederholte Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung.
In Nordrhein-Westfalen schreibt die Schutzverordnung seit vergangenem Mittwoch schärfere Regelungen vor. Das zieht sich durch die unterschiedlichsten Branchen. Anlass für die Ordnungsämter der Städte und Gemeinden, noch intensivere Überprüfungen im gewerblichen Bereich durchzuführen, als es bislang der Fall war. Die verschärften Kontrollen bekam am Freitag der Inhaber eines Wilnsdorfer Friseurladens zu spüren.
Corona-Regelungen wohl nicht so eng gesehenZum Hintergrund: Für körpernahe Dienstleistungen gilt in ganz NRW grundsätzlich die 2-G-Regel. Kunden müssen geimpft oder genesen sein.

kay Wilnsdorf. Das Ordnungsamt Wilnsdorf hat einen Friseurladen behördlich versiegelt. Es reagiert damit nach eigenen Angaben auf wiederholte Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung.
In Nordrhein-Westfalen schreibt die Schutzverordnung seit vergangenem Mittwoch schärfere Regelungen vor. Das zieht sich durch die unterschiedlichsten Branchen. Anlass für die Ordnungsämter der Städte und Gemeinden, noch intensivere Überprüfungen im gewerblichen Bereich durchzuführen, als es bislang der Fall war. Die verschärften Kontrollen bekam am Freitag der Inhaber eines Wilnsdorfer Friseurladens zu spüren.

Corona-Regelungen wohl nicht so eng gesehen

Zum Hintergrund: Für körpernahe Dienstleistungen gilt in ganz NRW grundsätzlich die 2-G-Regel. Kunden müssen geimpft oder genesen sein. Es gibt allerdings eine ausdrückliche Ausnahme für Friseurleistungen und körpernahe Dienstleistungen in Medizin und Pflege. Hier gilt weiterhin die 3-G-Regel, unabhängig von der Hospitalisierungsinzidenz. So muss der Kunde etwa für einen Friseurbesuch vollständig geimpft, genesen oder negativ getestet sein. Das Ergebnis eines Antigen- Schnelltests darf höchstens 24 Stunden alt sein. PCR-Testergebnisse dürfen bis zu 48 Stunden alt sein.
Diese Regelung hat der Wilnsdorfer Coiffeur wohl nicht so eng gesehen – seine Geschäftsräume wurden vom Ordnungsamt der Gemeinde Wilnsdorf versiegelt, Kamm und Schere dürfen bis auf Weiteres nicht mehr geschwungen werden. Eine an der Ladentür klebende, gut sichtbare Siegelmarke, macht es deutlich. Ein Öffnen der Tür, also ein Beschädigen der Siegelmarke, zieht strafrechtliche Konsequenzen nach sich.

Inhaber stand unter ständiger Beobachtung

Die SZ hat bei Johannes Schneider, dem ersten Beigeordneten der Gemeinde Wilnsdorf, nachgefragt. Er bestätigt, dass die Geschäftsräume des Wilnsdorfer Friseurmeisters aufgrund von wiederholten Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung behördlich versiegelt worden seien. „Der Inhaber stand unter ständiger Beobachtung der Ordnungsbehörde“, fügt Schneider hinzu. Auf Nachfrage, ob der Hinweis von Bürgern gekommen sei, wurde dies bestätigt, mit dem Zusatz, dass auch eigene Erkenntnisse aus der Vergangenheit zum Tragen gekommen seien. Während des Lockdowns und in der Phase der Lockerungen habe die Gemeinde regelmäßige Kontrollen in verschiedenen Branchen durchgeführt und diese entsprechend begleitet. Besagter Friseurbetrieb sei dabei regelmäßig negativ aufgefallen und entsprechend ermahnt worden. Auf die Frage, ob in der Vergangenheit Ordnungsgelder gegen den Betrieb verhängt worden seien, konnte mit dem Verweis auf datenschutzrechtliche Gründe keine Aussage getroffen werden.

„Die Kontrollen laufen weiter“

Die behördlich angeordnete Schließung des Wilnsdorfer Friseurladens war der bislang einzige Fall in der Gemeinde. Ob weitere folgen, wird sich in der Zukunft zeigen. „Die Kontrollen laufen weiter. In dieser Woche bereits wird zum Beispiel jeder Gastronomiebetrieb nochmals aufgesucht, da es verschiedene Hinweise gibt, dass zum Teil gar nicht oder nur unzureichend kontrolliert wird“, erklärte Wilnsdorfs Beigeordneter.

Wir als Ordnungsbehörde
werden das komplett durchziehen.
Johannes Schneider
Wilnsdorfer Beigeordneter

Bereits in der Vergangenheit habe man behördlicherseits Hausbesuche durchgeführt und auf die Einhaltung der geltenden Regelungen hingewiesen. Auch Friseurläden und Sporthallen werden noch genauer unter die Lupe genommen. Übungsleiter im Rahmen des Sportbetriebes sind verpflichtet, die 2-G-Regel entsprechend anzuwenden und zu überprüfen. „Wir als Ordnungsbehörde werden das komplett durchziehen“, so Schneider mit Nachdruck.
Die SZ hat mit dem von der Schließung betroffenen Friseurmeister Kontakt aufgenommen. Aufgrund des gegen ihn laufenden Ordnungswidrigkeitenverfahrens ist er zu keiner Stellungnahme bereit.

Autor:

Kay-Helge Hercher (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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