Gute Laune um sechs

Julia Hofer, Jacek Kaczmarek, Michael Geis, Dorota Krain und Michael Kolfhaus (v. l.) spielten ein Streichquintett von Franz Schubert.  Foto: sib
  • Julia Hofer, Jacek Kaczmarek, Michael Geis, Dorota Krain und Michael Kolfhaus (v. l.) spielten ein Streichquintett von Franz Schubert. Foto: sib
  • hochgeladen von Archiv-Artikel Siegener Zeitung

sib Wilnsdorf. Chopin und Schubert standen im Zentrum des Kammerkonzerts für fünf Streichinstrumente und Klavier, das im Rahmen von „Sonntags um sechs“ in der Festhalle zu hören war. Die Gemeinde Wilnsdorf hatte für die Ausführung Musiker der Philharmonie Südwestfalen gewinnen können.

Yuko Takahata spielte Klavier im ersten Stück, dem Trio g-Moll für Klavier, Violine und Violincello op. 8 von Frédéric Chopin; der Lehrerin an der Fritz-Busch-Musikschule Siegen standen Jacek Kaczmarek (Violine) und Dorota Krain (Violincello), ebenfalls auch Musikschullehrerin, zur Seite. Das viersätzige Stück begann mit einem Allegro con fuoco, das durch eine besonders geschmeidige Melodieführung bestach, die der Moll-Tonart auf erstaunliche Weise die Schwere nahm.

Einem willkommenen Vorboten des herbeigesehnten Frühlings gleich schmeichelte sich das Scherzo con moto, ma non troppo in die Ohren. Der perlende Satz versprühte einen Hauch von Walzerromantik. Wie einen Trialog voller Esprit, mit Argumentation, Rede, Gegenrede, Gleichklang und Divergenz, positionierten die Musiker das Adagio sostenuto. Als reizvoller Kontrast dazu erschien das abschließende Finale Allegretto, das das Leitmotiv eindrücklich betonte. Diese Melodien hatten einen folkloristischen Charakter, der ins Ohr ging.

Beim Vortrag des Streichquintetts in C-Dur D 956 op. Post. 163 von Franz Schubert „pausierte“ das Piano; zu den beiden Musikern des ersten Programmteils gesellten sich Julia Hofer (Violine), 2. Konzertmeisterin der Philharmonie, Michael Geis (Viola), der in vielen Kammermusikformationen des Orchesters tätig ist, und Michael Kolfhaus (Violincello), der neben seiner Orchester- und Lehrtätigkeit in verschiedenen kammermusikalischen Ensembles spielt.

Die Schubert-Komposition begann mit einem ganz leisen, zarten Auftakt im Allegro ma non troppo, das sich in der Folge zu einem raumgreifenden Fanal der Klänge von erstaunlicher Leuchtkraft entwickelte. Gezupfte Passagen schufen eine geheimnisvolle Atmosphäre. Das fein-herbe Adagio gestaltete sich höchst ergreifend, die Musiker verstanden es, den Zauber des nicht Greifbaren, aber jederzeit Spürbaren voller Spannung und Raffinesse zu vermitteln. Im Scherzo Presto umrahmten den extrem verlangsamten Mittelteil zwei Sequenzen, die in ihrer Intensität an einen Galopp auf einem ungestümen Pferd entlang einer Steilküste erinnerten, energisch und kraftvoll jagten die Takte dahin.Das Allegretto erwies sich am Schluss in seiner gut nachvollziehbaren Struktur als regelrecht tanzbar, sehr rhythmisch und kokett. Wenn man so etwas spielt, muss man einfach gute Laune haben. Das sah man den Musikern an. Die Magie der klingenden Momente übertrug sich auch auf das Publikum.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen