Heimspiel in Wilnsdorf

Die Poplounge Deluxe rockte die Wilnsdorfer Festhalle.  Foto: ba

ba Wilnsdorf. „Euch kriegen wir auch noch“, prophezeite Henning Neuser den rund 150 Zuschauern, die trotz des DFB-Pokalfinales den Weg in die Wilnsdorfer Festhalle gefunden hatten, und er sollte Recht behalten. Denn die Poplounge Deluxe hatte ein abwechslungsreiches Programm im Gepäck, das für jeden Musikgeschmack – von Jazz und Rock über Pop und Soul – etwas zu bieten hatte. Mit ihrem rund dreistündigen Auftritt überzeugte sie auch diejenigen, die am Samstagabend extra auf ihren Fußball verzichtet hatten.

Als echter Wilnsdorfer Jung’ hatte der mittlerweile in Köln lebende Henning Neuser ein Heimspiel. So kannten die meisten Zuschauer ihn bereits mit seinem Partner Philipp Sutter am Klavier als Die Poplounge. Doch diesmal hatten die beiden sich Verstärkung mitgebracht. Echter BigBand-Sound sollte auf der Bühne erklingen, denn Florian Bungardt (Drums), Jens Bachmann (Bass), Holger Ruchatz (Gitarre) sowie ein Top-Bläser-Trio sorgten für einen breiten Sound. Mit Ludwig Götz (Posaune), Klaus Bernatzki (Saxophon) sowie Olaf Krüger (Trompete) hat das Poplounge-Duo Profis engagiert, die bereits mit Götz Alsmann und Peter Kraus gespielt und in diversen Musical-Inszenierungen mitgewirkt haben. Der Zusatz Deluxe war also durchaus berechtigt.

Doch erst stimmte das Poplounge-Duo in gewohnter Manier sein Publikum zu zweit ein. Mit „The Lady Is A Tramp“ und „Love Cats“, bei dem fleißig mitgesungen werden sollte (schließlich war der halbe Wilnsdorfer Gesangverein vor Ort), wurde das Eis gebrochen. Philipp Sutter ließ seine Finger über die Pianotasten fliegen und Henning Neuser stimmte auf der Gitarre, mittlerweile verstärkt durch Schlagzeug und Bass, satte Rock-’n’-Roll-Sounds an. Selbst wenn die Füße bei „Don’t Be Cruel“ oder „Bebop Alula“ jetzt verdächtig zu zucken anfingen, die Mutigen, die ein Tänzchen wagten, blieben in der Minderheit.

Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, und so legte die Poplounge Deluxe nach einigen Mega-Hits wie „Message In A Bottle“ von Police und „Wonderwall“ von Oasis noch einen drauf, denn die Bläser betraten die Bühne und mit ihnen erklang der von den Blues Brothers unsterblich gemachte Song „Everybody Needs Somebody To Love“ und rockte die Halle, Philipp Sutter brachte die Tasten zum Glühen, und Henning Neuser stand Elwood Blues in nichts nach. Mit Songs von Elton John („I’m Still Standing“), der Spider Murphy Gang („Skandal um Rosi“) oder James Brown („I Feel Good“) zeigten die Jungs nicht nur ihre musikalische Vielfalt, nein, sie hatten längst das Publikum zum Rocken gebracht.

„Da geht noch was“, forderte Henning Neuser und sorgte mit „Der König von Deutschland“ nochmals für Stimmung, ehe er mit „Feel“ von Robbie Williams romantische Töne anschlug.Faszinierend war das umfangreiche Repertoire der Band, die jedes Stück auf gleich hohem Niveau präsentierte. „Es muss dampfen“, forderten Sutter und Neuser vom Publikum und verlangten absoluten Einsatz. Einsatz, den die Musiker selbst brachten, indem sie, nach lautstarker Forderung, vier Zugaben spielten und mit „Angel“ von Robbie Williams noch einmal den Nerv der Zuschauer trafen. „Menschen brauchen Balladen“, konstatierte Henning Neuser. Recht hat er, doch Menschen brauchen auch solche Künstler, die ihre Musik und ihr Publikum wirklich ernst nehmen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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