SZ

„Nachbar-Schafft“ – ein Angebot für alle Generationen im Gemeindegebiet
Hilfe geben und annehmen

Trotz der vielen Hürden freuen sich Günter Richter (l.), Steffen Söder und Heidemarie Schmidt auf die Vereinsgründung.
4Bilder
  • Trotz der vielen Hürden freuen sich Günter Richter (l.), Steffen Söder und Heidemarie Schmidt auf die Vereinsgründung.
  • hochgeladen von Sarah Panthel (Redakteurin)

sp Wilnsdorf. Einen dicken Ordner mit zahlreichen Unterlagen für den geplanten Verein „Nachbar-Schafft“ hat Steffen Söder vor sich liegen. Er und seine Mitstreiter hätten nicht gedacht, dass es so herausfordernd sein würde, einen Verein zu gründen, der anderen Menschen helfen möchte. Günter Richter, Ortsvorsteher in Wilgersdorf, sagt im Gespräch mit der SZ: „Als ich vom Finanzamt wiederkam, wollte ich das nicht mehr machen.“

Aber der Reihe nach: Bereits im Jahr 2007 plante Richter im Rahmen von „Unser Dorf hat Zukunft“ ein Hilfsangebot für Nachbarn, das aber mangels Interesse gescheitert war. 2018 stand dann erneut der Gedanke im Raum, einen Nachbarschaftshilfeverein für Wilnsdorf und seine Ortsteile zu gründen.

sp Wilnsdorf. Einen dicken Ordner mit zahlreichen Unterlagen für den geplanten Verein „Nachbar-Schafft“ hat Steffen Söder vor sich liegen. Er und seine Mitstreiter hätten nicht gedacht, dass es so herausfordernd sein würde, einen Verein zu gründen, der anderen Menschen helfen möchte. Günter Richter, Ortsvorsteher in Wilgersdorf, sagt im Gespräch mit der SZ: „Als ich vom Finanzamt wiederkam, wollte ich das nicht mehr machen.“

Aber der Reihe nach: Bereits im Jahr 2007 plante Richter im Rahmen von „Unser Dorf hat Zukunft“ ein Hilfsangebot für Nachbarn, das aber mangels Interesse gescheitert war. 2018 stand dann erneut der Gedanke im Raum, einen Nachbarschaftshilfeverein für Wilnsdorf und seine Ortsteile zu gründen. Engagierte Bürger wie Steffen Söder, Günter Richter, Steven Georg und Heidemarie Schmidt setzten sich mit der Senioren-Service-Stelle der Gemeinde zusammen und gingen mit ihrer Idee im Sommer 2019 an die Öffentlichkeit. Ziel war und ist es, einen Verein zu gründen, der unbürokratisch und einfach Hilfen im Alltag vermittelt – und das ehrenamtlich, vor Ort und generationsübergreifend.

Vorher Stimmungsbild erstellt 

Zuvor wollten die Beteiligten ein Stimmungsbild einholen. Mithilfe eines Flyers und eines Online-Formulars konnten Interessierte unverbindlich angeben, ob sie Hilfe benötigen oder geben möchten und in welchen Bereichen. Jetzt liegen die Ergebnisse vor. „Wir haben 39 schriftliche Rückmeldungen, und wir haben viele Gespräche geführt, und jeder sagt, dass das toll ist“, so Günter Richter.

Besonders häufig angekreuzt wurde die Möglichkeit, Hilfe bei elektrischen Geräten zu bekommen (9), gefolgt von Unterstützung beim Schriftverkehr mit Behörden (5), kleinen Reparaturen (4) und Besuchsdiensten, die Spaziergänge, Spiele und Gespräche umfassen können (4). Weniger Bedarf scheint es nach der Umfrage bei Begleit- und Fahrdiensten, Besorgungen oder Einkäufen zu geben. Hieran äußerte nur eine Person Interesse. Bei dem Fragebogen für „Hilfe geben“, hatten allerdings die meisten genau in diesem Bereich ein Kreuzchen gemacht (8). Aber auch bei der Unterstützung beim Schriftverkehr (7), bei Besuchsdiensten (6) und bei Hilfe mit elektronischen Geräten (6) boten sich Wilnsdorfer an. Abgefragt wurde zudem, wer sich vorstellen kann, den Verein mit aufzubauen und mit zu organisieren: Sieben positive Rückmeldungen gab es hier. Acht Personen machten ihr Kreuzchen bei passiver Mitgliedschaft.

Genügend positive Rückmeldungen

Alles in allem waren es genug positive Rückmeldungen sowohl beim Hilfeannehmen, als auch beim Hilfegeben. Das bewegte die Initiatoren dazu, die Vereinsgründung voranzutreiben. Dann aber kamen die vielen rechtlichen und bürokratischen Hürden, die die anfängliche Euphorie und den Schwung ausbremsten. „Steuerlich ist das nicht so einfach“, sagt Günter Richter. Der Verein müsse eine Gemeinnützigkeit vorweisen. Außerdem müssten Versicherungsfragen geklärt werden.

„Manche Dinge gehen nicht, manches mussten wir ablehnen“, sagt Richter zu den möglichen Angeboten des Vereins. „Das, was erlaubt ist, ist eingeschränkt“, ergänzt Söder. Beispielsweise dürften Hilfegeber niemanden regelmäßig in ein Seniorenheim fahren und dafür eine Aufwandsentschädigung bekommen, denn dann würden sie in Konkurrenz zu Taxi-Unternehmen treten. Aus rechtlicher Sicht sei es am Ende einfacher, wenn Vereinsmitglieder anderen Vereinsmitgliedern helfen, erklären die beiden Männer. Zudem müssten Hilfeempfänger nachweisen, dass sie tatsächlich hilfsbedürftig seien. Die Gemeinnützigkeit des Vereins müsse erhalten bleiben und immer nachgewiesen werden. Die Hilfsangebote dürften demnach nur einmalig und geringfügig sein.

Bonussystem in der Zukunft denkbar

„Wenn keine Kosten entstehen, ist etwas kein Problem, zum Beispiel beim Lesen oder Spielen“, sagt Richter. Er hofft, dass langfristig eine Art Bonussystem eingeführt werden könnte, wodurch ein Nehmen und Geben entsteht, aber „das ist noch ziemlich in den Kinderschuhen“.

Im März soll der Verein gegründet werden. Steffen Söder wird – wenn die Wahl es bestätigt – der Vorsitzende. Den genauen Termin werden die Ideengeber noch bekanntgeben. Das Projekt soll auch mit dem EU-Förderprogramm Leader unterstützt werden – allerdings ist das nur mit dem Vorbehalt einer Vereinsgründung möglich. Die müsse demnächst erfolgen, damit die Mittel in Höhe von rund 6500 Euro noch zugeteilt werden können, erläutert Richter. Die würden beispielsweise für die Einrichtung und Unterhaltung einer Datenbank benötigt.

Wenn die Formalien abgeschlossen sind, dann kann es losgehen, und der Verein kann seiner eigentlichen Bestimmung nachgehen: jungen und alten Menschen in Not-Situationen helfen.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

7 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen