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Von Waschmaschinen bis Altreifen
Illegale Müllentsorgung in Wilnsdorf ein echtes Ärgernis

Carsten Freischlad ärgert sich über illegal entsorgten Müll in der Natur. Besonders dreist: Bei Gernsdorf fand er alte Reifen, die Unbekannte direkt neben einem Schild abgeladen haben, das auf ein Naturschutzgebiet hinweist. „Das ist doch eine Sauerei. Das gehört sich nicht“, findet der Niederdielfener.
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  • Carsten Freischlad ärgert sich über illegal entsorgten Müll in der Natur. Besonders dreist: Bei Gernsdorf fand er alte Reifen, die Unbekannte direkt neben einem Schild abgeladen haben, das auf ein Naturschutzgebiet hinweist. „Das ist doch eine Sauerei. Das gehört sich nicht“, findet der Niederdielfener.
  • Foto: kay
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

sp Wilnsdorf. Carsten Freischlad aus Niederdielfen schmerzt es, wenn er im Wald und an Wiesen spazieren geht und  illegal entsorgten Müll sichtet. Für ihn ist nicht verständlich, „dass die Umweltsünder so mit unserer Natur umgehen“. Fast jede Woche wird er fündig, wenn er mit seinem Hund unterwegs ist. Die „skurrilen Fundstücke“: mal eine Waschmaschine oder eine Toilettenschüssel, dann eine Autobatterie, Matratzen oder gar ein Sofa. Sein jüngster Fund: mehrere Pakete Laminat an der L722 zwischen Rudersdorf und Wilnsdorf.
Viele Wilnsdorfer entdecken illegal entsorgten Müll
Seine Idee: Er machte ein Foto, stellte es mit den Hinweisen „eine Sauerei“, „zum Selbstabholen“ und „zu verschenken“ auf das Online-Portal Ebay-Kleinanzeigen.

sp Wilnsdorf. Carsten Freischlad aus Niederdielfen schmerzt es, wenn er im Wald und an Wiesen spazieren geht und  illegal entsorgten Müll sichtet. Für ihn ist nicht verständlich, „dass die Umweltsünder so mit unserer Natur umgehen“. Fast jede Woche wird er fündig, wenn er mit seinem Hund unterwegs ist. Die „skurrilen Fundstücke“: mal eine Waschmaschine oder eine Toilettenschüssel, dann eine Autobatterie, Matratzen oder gar ein Sofa. Sein jüngster Fund: mehrere Pakete Laminat an der L722 zwischen Rudersdorf und Wilnsdorf.

Viele Wilnsdorfer entdecken illegal entsorgten Müll

Seine Idee: Er machte ein Foto, stellte es mit den Hinweisen „eine Sauerei“, „zum Selbstabholen“ und „zu verschenken“ auf das Online-Portal Ebay-Kleinanzeigen. Die Pakete seien soweit noch in Ordnung gewesen, erklärt er. Ein Interessent habe sich sogar gemeldet. Am nächsten Tag sei das Laminat jedenfalls nicht mehr da gewesen. „Irgendwie muss das Zeug ja weg“, lautet seine pragmatische Einstellung. Dass der Unrat von der Gemeinde abgeholt werde, sei natürlich gut, aber es ändere aus seiner Sicht nichts: „Die Leute denken, da wird das dann abgeholt, dann schmeiße ich wieder was dahin.“

Mit seinen Funden, mit denen er sich an die SZ wandte, ist Carsten Freischlad nicht alleine. Auf Facebook veröffentlichen Wilnsdorfer immer wieder Fotos von illegal entsorgtem Müll.
Auch Daniel Kring gehört zu den aufmerksamen Spaziergängern. Er entdeckt vor allem an der B 54, im Bereich der Kalteiche, immer wieder „ein paar Sachen“.

Daniel Kring hielt diese wilde Müllkippe an der Bundesstraße 54 auf einem Foto fest.

Mehrfach sei es Bauschutt gewesen, beim letzten Mal Dachpfannen. Den Fund habe er über die Seite der Gemeinde Wilnsdorf gemeldet, die seit Januar auf dem Bürgerserviceportal diese Möglichkeit bietet (portal.wilnsdorf.de). Seit der Freischaltung werden dort etwa zwei wilde Müllablagerungen pro Woche gemeldet.

Müll wird gerne an Landstraßen illegal entsorgt

Karl Heupel ist Vorsteher der Waldgenossenschaft Niederdielfen. Seit ungefähr einem Jahr führt er dieses ausfüllende Ehrenamt aus. Im Wald entlang der B54 findet er immer wieder illegal entsorgten Müll – die Verwaltung der Gemeinde bestätigt, dass es an den Landstraßen durchaus häufiger zu wilden Müllablagerungen kommt als an anderen Stellen.
„Das hat etwas zugenommen“, stellt Karl Heupel fest. Kürzlich fand er in der Nähe der Eremitage eine ganze Reihe alter Reifen, mehrere Liter Altöl und kleinere Autoteile. „Das sind Sachen, die gehören nicht in den Wald.“ Die Gemeinde habe sich dankenswerterweise um die Entsorgung gekümmert, sagt Heupel. Das sei ein Entgegenkommen gewesen.

Karl Heupel ärgert sich über den Unrat, der im Wald bei der Eremitage abgeladen wurde.

Das Rathaus Wilnsdorf erklärt auf Nachfrage, dass es eigentlich nicht für die Entsorgung illegaler Müllkippen zuständig sei. „Vielmehr muss jeder Eigentümer selbst für die Beseitigung sorgen. Wir leiten daher Hinweise auf illegale Müllablagerungen entlang überörtlicher Straßen oder im Wald an den Straßenbaulastträger oder Eigentümer weiter“, heißt es. Der Bauhof der Gemeinde Wilnsdorf entsorge zusätzlich durchschnittlich ein- bis zweimal pro Woche illegalen Müll, der auf kommunalem Gelände gefunden wurde.

Ordnungsamt will Umweltsünder überführen

Mit verschiedenen Ansätzen versucht die Gemeinde, die illegale Entsorgung zu reduzieren bzw. zu bekämpfen. „Unser Ordnungsamt versucht mögliche Verursacher ausfindig zu machen und entsprechend zu belangen.“ Und „durch eine schnelle Beseitigung sorgen wir dafür, dass bestehende Müllablagerungen nicht dazu einladen, weiteren Müll abzuladen“. Außerdem versuche die Wielandkommune, über Öffentlichkeitsarbeit auf die Problematik wilder Müllkippen aufmerksam zu machen.
Einige Sonderabfälle wie Sperrmüll, Elektroaltgeräte, Astschnitt oder Schadstoffe werden von der Gemeinde mehrmals im Jahr kostenlos abgeholt bzw. können abgegeben werden. Bei anderen Abfällen kann der Abfallberater der Gemeinde ortsnahe und kostengünstige Entsorgungsmöglichkeiten nennen.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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