SZ

Bürgerverein saniert alte Schule
In den Händen des Ortes

Ende 2019 kaufte der Bürgerverein Flammersbach die alte Schule der Gemeinde Wilnsdorf ab. Seitdem wird das Gebäude umgebaut und aufwendig renoviert.  Fotos: Sarah Panthel
2Bilder
  • Ende 2019 kaufte der Bürgerverein Flammersbach die alte Schule der Gemeinde Wilnsdorf ab. Seitdem wird das Gebäude umgebaut und aufwendig renoviert. Fotos: Sarah Panthel
  • hochgeladen von Sarah Panthel (Redakteurin)

sp Flammersbach. Viel vorgenommen haben sich die Männer und Frauen des Bürgervereins Flammersbach: Ende des vergangenen Jahres kaufte der Verein der Gemeinde Wilnsdorf die alte Schule im Zentrum des Ortes ab – und jetzt wird aufwendig renoviert. Das Haus hat eine Geschichte, die bis in das Jahr 1902 zurückgeht. 1903, ein Jahr nach der Einweihung des Gebäudes, konnte der erste Schuljahrgang die Räume in Beschlag nehmen. Viele Schüler besuchten die Volksschule, bis 1969 der Betrieb mit der Zusammenlegung der Schule in Anzhausen endete.

In den folgenden Jahren fand eine wechselhafte Nutzung statt. Bis 1978 wurde das Gebäude zwischenzeitlich als Kindergarten genutzt, 1980 bis 1981 folgte der Umbau zum Dorfgemeinschaftshaus und die Nutzung als solches.

sp Flammersbach. Viel vorgenommen haben sich die Männer und Frauen des Bürgervereins Flammersbach: Ende des vergangenen Jahres kaufte der Verein der Gemeinde Wilnsdorf die alte Schule im Zentrum des Ortes ab – und jetzt wird aufwendig renoviert. Das Haus hat eine Geschichte, die bis in das Jahr 1902 zurückgeht. 1903, ein Jahr nach der Einweihung des Gebäudes, konnte der erste Schuljahrgang die Räume in Beschlag nehmen. Viele Schüler besuchten die Volksschule, bis 1969 der Betrieb mit der Zusammenlegung der Schule in Anzhausen endete.

In den folgenden Jahren fand eine wechselhafte Nutzung statt. Bis 1978 wurde das Gebäude zwischenzeitlich als Kindergarten genutzt, 1980 bis 1981 folgte der Umbau zum Dorfgemeinschaftshaus und die Nutzung als solches. Zwischenzeitlich habe das Gebäude auch immer wieder leer gestanden, berichtet Ludger Neef, Vorsitzender des Bürgervereins Flammersbach.

Der Verein gründete sich 2007 und nutzte den Saal des Hauses für regelmäßige Treffen. Außerdem ist der Verein für das Läuten der Glocke verantwortlich. Sie erklingt jeden Samstag um 18 Uhr, um den Sonntag einzuläuten. Die Glocken erschallen auch für jedes Neugeborene um 10 Uhr und für jeden Verstorbenen um 8 Uhr. Diesen Dienst hat Helmut Berg übernommen.

Gemeinde verkaufte das Haus Ende 2019

Am 29. Mai 2015 fand vorerst der letzte Bürgertreff in dem Gebäude statt, das sich zu dieser Zeit im Besitz der Gemeinde befand. Bis 2019 lebten Geflüchtete in dem Haus, im Durchschnitt waren es etwa acht Personen. Nachdem sie ausgezogen waren, ergab sich eine neue Möglichkeit für den Verein. Der Kauf des Gebäudes folgte. Das Interesse daran habe schon länger bestanden, sagt Neef. Das Haus sei einfach schon immer die Mitte des Ortes gewesen. Und im Rahmen des Nothaushaltes sei es der Gemeinde Wilnsdorf entgegengekommen, ein weniger genutztes Haus zu verkaufen.

Eine Rolle spielte bei dem Kauf bzw. Verkauf auch das integrierte kommunale Entwicklungskonzept (Ikek). Besonders in den Fokus gerückt wurde das Gebäude bei dem Rundgang in Flammersbach im März 2018. Neef und seine Mitstreiter wissen, dass sie die Flammersbacher hinter sich haben – die Mitgliederzahlen im Verein hätten beispielsweise zugenommen. Ohne den Zuspruch hätten sie das Haus nicht gekauft. „Wir sind der Meinung, dass die Schule in Flammersbacher Hände gehört“, so der Vorsitzende. Das sei auch bei einer Ikek-Umfrage deutlich geworden.

Angewiesen auf Spenden

Die Parzelle mit dem Bürgerhaus wurde von dem ursprünglich größeren Grundstück abgetrennt. Der Kauf des Hauses, das im Übrigen nicht unter Denkmalschutz stehe,hätte ohne private Spenden nicht gestemmt werden können, so Neef. Und auch weiterhin sei der Verein auf finanzielle Unterstützung angewiesen, vor allem für die bereits begonnenen und anstehenden Renovierungsarbeiten. In Zukunft soll das Haus auf vielfältige Weise genutzt werden. Der Verein will die Räumlichkeiten vermieten. Aber auch regelmäßige Veranstaltungen sind geplant. Ein erstes Bürgercafé fand bereits im Februar dieses Jahres statt.

Im zweiten Stock des Hauses befindet sich eine Wohnung, die früher dem örtlichen Lehrer vorbehalten war und bis zum August 2013 vermietet wurde. Sie wird jetzt kernsaniert und soll von der Allgemeinheit genutzt werden können. Der erste Gedanke sei gewesen, dort wieder einen Mieter wohnen zu lassen, sagt Neef. Davon sei man wieder abgerückt, zum einen aufgrund der baulichen Substanz und zum anderen, weil es nicht zu Einschränkungen bei Veranstaltungen kommen soll, weil sich jemand im Haus gestört fühle. Jetzt wird nach Alternativen gesucht, ein Herbergszimmer könnte möglicherweise eingerichtet werden.

Noch viel muss gemacht werden. Geplant ist eine offene Küche, die vielfältig genutzt werden kann und an den Saal angegliedert ist. Zurzeit wird außerdem die Elektroinstallation erneuert. Ein gespendeter, neuer Hybrid-Ofen wurde bereits aufgestellt, er kann mit Holz und Pellets beheizt werden. Damit sollen auch Energiekosten gespart werden, die die größten Unkosten darstellen. Schritt für Schritt werden die Arbeiten so umgesetzt, wie Geld zur Verfügung steht, dabei versucht der Verein, verschiedene Förderquellen anzuzapfen.

Engagierte Mitglieder

Vor der Corona-Pandemie kamen regelmäßig 25 der 145 Vereinsmitgliedern zusammen und halfen beim Aus- und Umbau des Bürgerhauses. Der Vorstand hofft, dass bis zum Jahresende die untere Etage fertig ist, alles andere könnte noch Jahre in Anspruch nehmen. Jetzt aber geht es etwas langsamer vorwärts, nur noch maximal zwei Personen auf Abstand können in dem Gebäude arbeiten. Da zurzeit keine Veranstaltungen im Saal stattfinden, hat der Verein laut Neef den Fokus darauf gelegt, dass dieser große Raum fertig wird. Schritt für Schritt folgt auch eine energetische Sanierung.

Ende 2019 kaufte der Bürgerverein Flammersbach die alte Schule der Gemeinde Wilnsdorf ab. Seitdem wird das Gebäude umgebaut und aufwendig renoviert.  Fotos: Sarah Panthel
In der oberen Etage befindet sich eine Wohnung, die jetzt umgebaut und von der Allgemeinheit anders genutzt werden soll.
Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

7 folgen diesem Profil
Themenwelten
Die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo.

SZ+ informiert schnell und gut
Mit dem Frühlings-Abo drei Monate sparen

Der Frühling hat - kalendarisch- begonnen und die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo. Verlässliche Informationen trotz unruhiger Corona-LageIn diesem einmal mehr besonderen Jahr sehnen sich viele Menschen noch mehr nach den ersten Frühlingsboten. Ist doch mit den steigenden Temperaturen, den kräftiger werdenden Sonnenstrahlen und dem Aufblühen der Natur im zweiten Jahr der Corona-Pandemie noch mehr Hoffnung verbunden als...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen