SZ

Radweg zwischen Wilnsdorf und Rinsdorf gesperrt
Kein Durchkommen mehr

Lange Zeit wiesen Schilder auf die Sperrung hin, jetzt ist der Radweg zwischen Wilnsdorf und Rinsdorf mit Baken dicht gemacht worden. Familienvater Benjamin Moos muss mit seinen Kindern Hannah und Hannes nun über die stark befahrene Landstraße radeln und diese einmal kreuzen.  Fotos: Sarah Panthel
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  • Lange Zeit wiesen Schilder auf die Sperrung hin, jetzt ist der Radweg zwischen Wilnsdorf und Rinsdorf mit Baken dicht gemacht worden. Familienvater Benjamin Moos muss mit seinen Kindern Hannah und Hannes nun über die stark befahrene Landstraße radeln und diese einmal kreuzen. Fotos: Sarah Panthel
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sp Rinsdorf. Das Radfahren ist immer mehr im Kommen, auch im Siegerland. Der Kreis setzt sich für bessere Wege ein, Konzepte werden erstellt und in Zeiten von Corona boomt der E-Bike-Verkauf. Umso mehr ärgerte es Henning Petri, dass der Radweg zwischen Rinsdorf und Wilnsdorf gesperrt ist – war er doch jüngst erst saniert worden. Er führt idyllisch am Heckebach und an Wiesen entlang und hat eine sichere Entfernung zur L 907. Laut Petri wird die Strecke normalerweise sehr stark genutzt.

Der Grund für die Sperrung: die Bauarbeiten für die neue Talbrücke Rinsdorf. Weder Fußgänger noch Radfahrer hätten sich an die Sperrung gehalten, sondern wären einfach weiter gefahren, berichtet der Rinsdorfer.

sp Rinsdorf. Das Radfahren ist immer mehr im Kommen, auch im Siegerland. Der Kreis setzt sich für bessere Wege ein, Konzepte werden erstellt und in Zeiten von Corona boomt der E-Bike-Verkauf. Umso mehr ärgerte es Henning Petri, dass der Radweg zwischen Rinsdorf und Wilnsdorf gesperrt ist – war er doch jüngst erst saniert worden. Er führt idyllisch am Heckebach und an Wiesen entlang und hat eine sichere Entfernung zur L 907. Laut Petri wird die Strecke normalerweise sehr stark genutzt.

Der Grund für die Sperrung: die Bauarbeiten für die neue Talbrücke Rinsdorf. Weder Fußgänger noch Radfahrer hätten sich an die Sperrung gehalten, sondern wären einfach weiter gefahren, berichtet der Rinsdorfer. Jetzt aber, nach etwa drei Jahren, seien mehr Baken aufgestellt worden, um die Nutzung vollends zu verhindern. Einen Hinweis in Wilnsdorf oder Rinsdorf darauf, dass die Strecke nicht genutzt werden kann, gebe es nicht.

Gefährlich besonders für Kinder

Petri zeigt auch Verständnis dafür, dass sich der Landesbetrieb Straßenbau NRW, zuständig für die Baustelle, absichern muss. Er hinterfragt aber: „Warum wird für die Radfahrer nicht ein Schutzgerüst wie für die Autos gebaut?“ Kritik übt er daran, dass der Durchgang für Fahrradfahrer und Fußgänger an dieser Einhausung auf der Landstraße viel zu eng sei. Radler müssten absteigen und Kinderwagen kämen dort auch nicht durch, sondern müssten auf die Fahrbahn ausweichen. Die Landstraße als Alternative für den Radweg hält Petri grundsätzlich für unverantwortlich. Auf der Straße werde viel zu schnell gefahren.

Zu einem Ortstermin mit der SZ kamen auch Benjamin Moos und seine Kinder Hannah (6) und Hannes (4). Die Rinsdorfer Familie fährt gerne mit dem Fahrrad und nutzt den Weg, auf dem sie sicher nach Wilnsdorf und wieder zurückkommt. Das ist jetzt nicht mehr möglich. Moos klagt vor allem darüber, dass die Sperrung an der Essener Straße, an der Einfahrt ins Industriegebiet, beginnt. Mit seinen Kindern muss er, um auf der richtigen Seite nach Rinsdorf zu fahren, die Kreuzung auf der Landstraße überqueren – einer Stelle, an der die Fahrzeuge bis zu 100 km/h fahren dürfen. Die Straße selbst ist stark befahren. Viel zu gefährlich für Kinder, die noch nicht so sicher beim Fahren seien und nicht genügend Kraft für eine hohe „Beschleunigung“ aufbringen könnten, findet der Familienvater.

Straßen NRW hat keine Alternative

Straßen NRW erklärt auf Nachfrage, dass es keine andere Lösungen an dieser Stelle gebe, keine Alternative zur Landstraße. Der Zuweg zur Radstrecke führe über die Einfahrt zu der Baustraße, auf der Baustellenfahrzeuge, Bagger, Lkw etc. führen, erklärt Karl-Josef Fischer, Pressesprecher der Regionalniederlassung Südwestfalen von Straßen NRW. Unbefugte dürften das Baustellengelände deshalb nicht betreten – schon seit Beginn der Arbeiten. Das sei zu gefährlich. Deshalb komme dort auch kein Schutzgerüst „nur“ für herunterfallende Teile in Frage, wie sie auf der Landstraße für alle Verkehrsteilnehmer stehe.

Dass hier kein Kinderwagen vorbei komme, könne man nicht leugnen, sagt Gunther Nöh, Projektverantwortlicher bei Straßen NRW. Aber dem geringen Platz sei geschuldet, dass das Gerüst nicht noch breiter hätte werden können. Leitplanken müssten in dem Gerüst stehen, sodass bei einem Unfall dieses nicht einstürze. Auf der einen Seite beginne der Hang und auf der anderen Seite befinde sich ein geschütztes Biotop, um das ein Bogen gemacht werde müsse, erklärt Nöh. Die Situation bezeichnet er als „nicht zufriedenstellend“. Er habe Verständnis für die Radfahrer, er selbst fahre jeden Morgen mit dem Rad zur Arbeit.

Geschwindigkeitsreduzierung denkbar

Eine mögliche Lösung: Den Radweg von Rinsdorf aus gesehen kurz nach der Baustelle auf die Landstraße umleiten, sodass er nicht komplett gesperrt werden muss. Das gestalte sich aber als schwierig, sagt Nöh. Zum einen aufgrund des genannten Biotops und zum anderen, weil die Wiesen landwirtschaftlich genutzt würden und man abhängig von den Nutzern sei. Und am Ende müssten die Radfahrer doch wieder durch die Baustelle.

Eine vorübergehende Einzeichnung eines Radwegs hält Fischer im Übrigen für zu gefährlich, „damit wiegen sich Fahrradfahrer in falscher Sicherheit“. Die einzige Möglichkeit, die er und Nöh sehen, ist eine Reduzierung der Geschwindigkeit ab der Einfahrt zur Essener Straße. Das wolle man mit der zuständigen Straßenverkehrsbehörde besprechen und dort anregen, so Fischer abschließend. So oder so: Radfahrer und Spaziergänger müssen sich noch gedulden, denn die Baustelle für die neue Talbrücke wird voraussichtlich erst 2024 abgeschlossen sein.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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