SZ

Vorbereitung zum Brücken-Neubau
Landeskroner Weiher läuft leer

Das Wasser des Landeskroner Weihers läuft seit rund einer Woche kontrolliert ab. Mittels dreier Bohrungen werden verschiedene Wasserstände angepeilt, bis letztlich nur noch rund ein Meter Pegelstand übrig bleibt.
  • Das Wasser des Landeskroner Weihers läuft seit rund einer Woche kontrolliert ab. Mittels dreier Bohrungen werden verschiedene Wasserstände angepeilt, bis letztlich nur noch rund ein Meter Pegelstand übrig bleibt.
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tip Wilnsdorf. Der Landeskroner Weiher verliert sein Wasser. Seit rund einer Woche sinkt der Wasserspiegel des Stausees. Das ist gewollt, denn die Maßnahme ist Teil des geplanten Neubaus der darüber verlaufenden Talbrücke der A45 (die SZ berichtete ausführlich). Die Bauleitung ist zufrieden mit dem bisherigen Verlauf. Noch vor Weihnachten soll der angestrebte Zielpegelstand erreicht werden.
Am Dienstag verschafften sich die Verantwortlichen am „Landes“ erneut ein Bild am neu hergerichteten Ablauf des Damms. Böse Überraschungen – die hätte man angesichts des Alters des Bauwerks durchaus erwarten können – habe es bislang keine gegeben, hieß es.
Abrutschen des Damms ist nicht auszuschließen
„Der Damm ist stabil“, sagt Martin Jünger, Fachdienstleiter „Bauen“ der Gemeinde Wilnsdorf.

tip Wilnsdorf. Der Landeskroner Weiher verliert sein Wasser. Seit rund einer Woche sinkt der Wasserspiegel des Stausees. Das ist gewollt, denn die Maßnahme ist Teil des geplanten Neubaus der darüber verlaufenden Talbrücke der A45 (die SZ berichtete ausführlich). Die Bauleitung ist zufrieden mit dem bisherigen Verlauf. Noch vor Weihnachten soll der angestrebte Zielpegelstand erreicht werden.
Am Dienstag verschafften sich die Verantwortlichen am „Landes“ erneut ein Bild am neu hergerichteten Ablauf des Damms. Böse Überraschungen – die hätte man angesichts des Alters des Bauwerks durchaus erwarten können – habe es bislang keine gegeben, hieß es.

Abrutschen des Damms ist nicht auszuschließen

„Der Damm ist stabil“, sagt Martin Jünger, Fachdienstleiter „Bauen“ der Gemeinde Wilnsdorf. Diese ist Eigentümerin des Damms. Dass es in Richtung des Ablaufs, also zum Wildebach hin, noch einmal zu Problemen hinsichtlich der Stabilität des Bauwerks kommen könnte, ist aktuell nicht zu erwarten. Beobachten, so Jünger, müsse man aber auch den Erhalt der Struktur in Richtung Weiher. „Denn je weniger Wasser im Weiher ist, desto weniger Gegendruck herrscht von dieser Seite“, erläutert Jünger.
Ein Abrutschen des Damms könne man jedenfalls nicht ausschließen. Denn der Aufbau ist alles andere als homogen. Er wurde mit Aushub aller Arten aufgeschichtet. „Was man eben im Jahre 1890 so finden konnte“, berichtet Bernd Danzenbächer vom Projektteam Planung in der Außenstelle Netphen der bauausführenden „Autobahn GmbH“.

Vier Sprengungen bis Oktober 2022

Insgesamt sind drei Bohrungen im Rahmen des Ablaufs geplant. Die erste ist bereits erfolgt, nun sinkt der Pegelstand des „Landes“ stetig. Zunächst ist eine Absenkung des Niveaus um 80 Zentimeter geplant, dann geht es mit der zweiten Bohrung noch einen Meter weiter nach unten, und durch die dritte Bohrung samt Ablauf soll der Weiher schließlich etwa 3 Meter seines Pegelstandes verlieren. Das Wasser fließt in den Wildebach ab. Der kann das Volumen, so die Experten, gut vertragen. Ein Risiko sehen sie hier nicht.

Übrig bleiben vom stattlichen Weiher mit seinen ursprünglich mehr als 13.000 Quadratmetern Wasserfläche wird dann nur noch ein Tümpel mit einer Wassertiefe von etwa einem Meter – und jede Menge Schlamm.

Da ist auch noch ein Wels

Vorher müssen die Angler ran. Ein Rest Fischbestand kann zwar im Naturweiher bleiben, einen Großteil müssen die Angler des ASV Wilnsdorf jedoch abfischen. „Wir erwarten hier einige Karpfen und Schleien. Auch Hechte dürften noch einige drin sein“, berichtet Gerald Raske von der Fischereigenossenschaft. Und dann ist da noch dieser Wels. Einige Male haben ihn die Angler schon zu Gesicht bekommen. „In der Nähe des Rohres da hinten“, zeigt Friedhelm Zimmermann, Vorsitzender des Wilnsdorfer Angelsportvereins, auf die Wasserfläche unterhalb der Talbrücke. Auf etwa 1,60 Meter Größe schätzen die Petrijünger ihn, das würde einem Gewicht von rund 30 Kilogramm entsprechen. Auch er muss umziehen. Ein Elektrofischer soll die Lebewesen betäuben.

Die Fische kommen in Quarantäne

Im Anschluss ereilt die Fische ein Schicksal, was viele Menschen in den vergangenen anderthalb Jahren erleben mussten: Sie müssen in Quarantäne. Zwei Wochen lang wird geschaut, ob die Lebewesen aus dem „Landes” krank sind. Falls nicht, dürfen sie schließlich in ihr neues Zuhause umgesiedelt werden.
Die 1965 bis 1967 erbaute Talbrücke über dem Landeskroner Weiher soll im Frühjahr 2022 gesprengt werden. Die Absenkung des Wasserspiegels ist nötig, weil die Trümmer in ein sogenanntes Fallbett aus bis zu 4 Metern locker aufgeschütteten Steinen fallen sollen.

Autor:

Tim Plachner

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