Siegerländer Grauwacke im eigenen Steinbruch
Maschinenkraft und Handarbeit

Heinz Kettner weiß sehr genau, was die Siegerländer Grauwacke aus seinem Steinbruch ausmacht: „Das Bunte, die warmen Farbtöne.“
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  • Heinz Kettner weiß sehr genau, was die Siegerländer Grauwacke aus seinem Steinbruch ausmacht: „Das Bunte, die warmen Farbtöne.“
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sp Wilnsdorf. Wer aufmerksam durch Wilnsdorf geht, dem könnten sie ins Auge fallen, die bunten auffälligen Grauwacke-Steine, die an Häuserwänden, als Bodenbelag oder in Mauern verarbeitet sind. Viele Einheimische wissen genau: Das ist ein Material, das vor der eigenen Haustür abgebaut wird. Im Steinbruch Kettner auf der Kalteiche.

Doch die Natursteine sind nicht nur in der Region und bei Privatkunden beliebt, das Unternehmen liefert auch über das Dreiländer-Eck hinaus und beteiligt sich an größeren Projekten. Die Steine am Apollo-Theater in Siegen stammten beispielsweise aus dem Steinbruch seiner Familie, erklärt Heinz Kettner, Inhaber des Betriebs.

Echte Siegerländer Grauwacke

Auch in und an seinem Haus ist die Grauwacke, die ein weites Farbspektrum bietet, allgegenwärtig. Das auffällige Rot-Braun weise auf eisenhaltiges Gestein hin, es handele sich um Rückstände, erklärt der 64-Jährige: „Das Bunte, das nicht so Triste, die warmen Farbtöne, das macht den Stein aus.“ Und: Es handelt sich um echte Siegerländer Grauwacke, ein Produkt aus der Region, das nicht von einem anderen Kontinent her geschifft wurde.

"Meine Leute fangen
alle mit dem Steinbruch an."

Heinz Kettner
Inhaber des Steinbruchbetriebs

Alles begann 1933, als Heinz Kettners Vater gemeinsam mit anderen Wilnsdorfern Material für den Bau der damaligen Kalteicher Straße (B 54) suchte. Die gefundenen Steine wurden zu Schotter verarbeitet. Man stellte fest, dass sich an der Fundstelle Grauwacke befand, man begann sie abzubauen. Das hat die Familie Kettner fortgeführt. Heinz Kettners Söhne Martin (38) und Andreas (31) sind in den insgesamt zwölf Mann starken Betrieb mit eingestiegen. Wie der Stein abgebaut und verarbeitet wird, das hat sich im Laufe der Zeit verändert. Es wird mehr auf Maschinen- und weniger auf Muskelkraft gesetzt. Dennoch: Mit Hammer und Meißel wird der Stein am Ende in Form gebracht. „Das ist reine Handarbeit.“

Steinbruch etwa 15 bis 20 Meter tief

Kettner betont mit Blick auf den Steinbruch: „Wir betreiben keinen Raubbau. Wir arbeiten immer in einem Gebiet von ungefähr 2 Hektar.“ Man gehe weniger in die Breite, mehr in die Tiefe. Zurzeit sei der Steinbruch etwa 15 bis 20 Meter tief. An der Stelle, an der aktuell abgebaut werde, arbeite sein Team bereits seit fünf Jahren. „Das Vorkommen, so wie wir das einschätzen, wird noch über Generationen da sein“, ist Kettner zuversichtlich. Etwa 200 Kubikmeter Stein werden pro Monat abgebaut, mal mehr und mal weniger. Genau sagen kann es der 64-Jährige nicht.

In den 90er-Jahren habe er angefangen, die Steine nicht nur zu verkaufen, sondern sie fertig zu vermarkten, sie also auch einzubauen. „Das hat uns gerettet.“ Wer im Betrieb arbeiten wolle, der müsse deshalb alles können, vom Abbauen der Grauwacke bis zum Bauen einer Mauer. Kettner: „Meine Leute fangen alle mit dem Steinbruch an.“ Dort, wo alles beginnt.

Heinz Kettner weiß sehr genau, was die Siegerländer Grauwacke aus seinem Steinbruch ausmacht: „Das Bunte, die warmen Farbtöne.“
Aus dem Steinbruch in den Garten: Die Grauwacke-Steine sind zu einer Mauer verbaut worden. Martin Kettner kontrolliert, ob am Ende alles passt.
Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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