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Verwaiste Küken werden aufgepäppelt (Video)
Meisenmama auf Zeit

Mit der Pinzette "serviert" Sabine Schwarz ihren flatterigen Hausgästen das Essen.
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tile Wilgersdorf. Dieser Familienzuwachs kam unverhofft. Sabine Schwarz’ Kinder sind aus dem Gröbsten raus. Die Tochter ist bereits ausgeflogen und der Filius wird wohl auch nicht mehr ewig im Nest bleiben. Sie sind flügge geworden. Nun aber hat sie drei neue, ganz junge Mäuler zu stopfen – oder besser: Schnäbel. Seit Montag ist die Wilgersdorferin Meisen-Mama auf Zeit. Nachdem eine Katze die leiblichen Eltern der Piepsmätze erwischt hatte, sahen sie und Ehemann Thilo im Vogelhäuschen nach der lautstarken Brut. Sieben winzige Federbällchen und ein Ei versteckten sich dort dicht gedrängt in ihrem mit Gras, Moos und kleinen Zweigen tapezierten Zuhause. Wobei die Älteren so auf ihren kleineren Geschwistern hockten, dass eines bereits leblos unter ihnen begraben lag.

tile Wilgersdorf. Dieser Familienzuwachs kam unverhofft. Sabine Schwarz’ Kinder sind aus dem Gröbsten raus. Die Tochter ist bereits ausgeflogen und der Filius wird wohl auch nicht mehr ewig im Nest bleiben. Sie sind flügge geworden. Nun aber hat sie drei neue, ganz junge Mäuler zu stopfen – oder besser: Schnäbel. Seit Montag ist die Wilgersdorferin Meisen-Mama auf Zeit. Nachdem eine Katze die leiblichen Eltern der Piepsmätze erwischt hatte, sahen sie und Ehemann Thilo im Vogelhäuschen nach der lautstarken Brut. Sieben winzige Federbällchen und ein Ei versteckten sich dort dicht gedrängt in ihrem mit Gras, Moos und kleinen Zweigen tapezierten Zuhause. Wobei die Älteren so auf ihren kleineren Geschwistern hockten, dass eines bereits leblos unter ihnen begraben lag. Vorsichtig barg das Ehepaar Schwarz die piepsenden Waisenkinder, um sie vor dem Verhungern und dem umherstreifenden Jäger auf Samtpfoten zu retten.

Wildtierhilfe Siegerland unterstützt

Aber wie päppelt man sechs Küken auf? Sabine Schwarz suchte Rat bei der Wildtierhilfe Siegerland in Eiserfeld. In einem Crashkurs erklärte Birgit Hilpert-Schlereth der Vogel-Pflegemutter die Grundlagen. Um die drei schwächsten Flattermänner aus dem kleinen Gelege („In der Regel legen Blaumeisen zehn bis 14 Eier“, hat Sabine Schwarz gelernt), kümmert sich nun die Expertin, die drei anderen sind zurück in Wilgersdorf.

Feder-WG im Gäste-WC

Ins Vogelhäuschen sind sie selbstredend nicht wieder eingezogen, auch wenn sie mit dem Rotschwänzchen unterm Dach in illustrer Nachbarschaft gewesen wären. Stattdessen machen es sich die drei Untermieter nun in einer dunklen Tasche gemütlich, die im Gäste-WC einen vorübergehenden festen Platz gefunden hat. Ein Schild an der Tür erinnert die zweibeinigen Mitbewohner daran, die Kleinen nicht aufzuschrecken. Und was tun Meisenbabys den lieben langen Tag? Was menschliche Säuglinge auch gern tun: schlafen und essen! Wobei sich die Ruhezeit tatsächlich auf die Nachtstunden konzentriert. Bei Sonnenuntergang lässt Sabine Schwarz die Jalousien runter, das hat man es ihr empfohlen.

Rindertartar und Magerquark zum Frühstück

Tagsüber bietet die frisch gebackene Drillingsmama ihren Schützlingen quasi durchgehend etwas zu essen an. Die wichtigste Mahlzeit: natürlich das Frühstück. Hier serviert Sabine Schwarz den Küken Rindertartar und Magerquark („Wegen der Proteine“) im Verhältnis 2:1. Für den Rest des Tages stehen Maden und kleine Würmer auf dem Speiseplan, die nun im Schwarz’schen Tiefkühlfach eingelagert sind. Vorsichtig hält Sabine Schwarz der flatterhaften Bande mit der Pinzette schnabelgerechte Häppchen hin. Noch zieren sich die Hausgäste etwas und drängen sich zusammen. Aber dann und wann reißt einer den Schnabel auf und lässt sich füttern. „Wenn sie sich erst einmal an mich und meine Stimme gewöhnt haben, geht es besser“, zeigt sich die Erzieherin geduldig und optimistisch.

Keine weitere Pubertät

Zwar schlüpft Sabine Schwarz zum ersten Mal in die Rolle der Vogelmama, aber es sind nicht die ersten Tiere, die sie aufpäppelt. Einmal hat die Familie einen Igel über den Winter aufgenommen, ein andermal wurde ein Eichhörnchen gepflegt. Eine Woche noch wird sie sich um das putzige Ferdervieh kümmern, dann sollen sie bei der Wildtierhilfe als Ästlinge in eine Voliere ziehen. Ästlinge sind noch nicht flügge gewordene Jungvögel, die zwar schon Bruthöhle und Nest verlassen, aber weiterhin von den Eltern versorgt werden. Mit anderen Worten: Teenager. Eine weitere Pubertät bleibt Sabine und Thilo Schwarz somit erspart.

Jetzt sind sie flügge
Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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